Familien- und schulergänzende Kinderbetreuung

Familien- und schulergänzende Kinderbetreuung
– ein attraktives Betreuungs- und Förderangebot

Inhalt


Aktuelles Angebot der Gemeinde bzw. Schule

Das traditionelle Familienmodell mit einem berufstätigen Vater und einer vollzeitig im Haushalt tätigen Mutter hat sich tiefgreifend verändert. Im Aargau sind keine 30 Prozent der Familien mehr klassische Einverdiener-Haushalte. Mit diesem gesellschaftlichen Wandel ist auch in Eggenwil die Nachfrage nach familienergänzender Kinderbetreuung zunehmend gestiegen. Deshalb bietet die Gemeinde respektive Schule eine bedarfsgerechte familien- und schulergänzende Kinderbetreuung an.

Informationen zur laufenden Umsetzung des neuen kantonalen Gesetzes über die familienergänzende Kinderbetreuung (KiBeG) in der Gemeinde Eggenwil finden Sie nachstehend.


Betreuter Mittagstisch

  • Vollwertige, gesunde und abwechslungsreiche Mahlzeiten
  • Betreuung durch erfahrene Personen
  • Ort der Begegnung für Kinder verschiedener Altersstufen («Grossfamilie»)
  • Unterstützung und Entlastung der Eltern bei Berufstätigkeit, Weiterbildung, Krankheit etc.
  • Kostengünstiges Angebot dank Gemeindebeiträgen
  • Anmeldung auch sporadisch und kurzfristig möglich

Seit Beginn des Schuljahres 2009/2010 bietet die Gemeinde einen betreuten Mittagstisch im 2015 erweiterten Foyer des Mehrzweckgebäudes an. Die bedarfsgerechte Verpflegungsmöglichkeit wird – koordiniert mit dem Schulstundenplan und dem unterrichtsunabhängigen Betreuungs- und Förderangebot (Randstundenbetreuung resp. Blockzeiten) und Aufgabenhilfe) – ausserhalb der Unterrichtszeiten sichergestellt.

Das Angebot steht in der Regel an vier Tagen pro Woche (Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag) allen in Eggenwil wohnhaften Kindern, die den Kindergarten oder die Volksschule besuchen, offen. Gelegentlich nehmen auch Schulleitung und Lehrerschaft teil. Jeweils am Montag sind ebenso die Eggenwiler Seniorinnen und Senioren herzlich willkommen.

Für das leibliche Wohl sorgt Maria Christen. Die Kinder werden während des Mittagstisches durch Betty Kisoso Pascali als leitende Betreuerin und bei Bedarf zusätzlich durch Monika Dittrich und Mevlyde Pergjegjaj betreut.

Sowohl der Betrieb des Mittagstischs (Selbstkontrolle, Lebensmittel, Prozesse und Tätigkeiten) als auch die Räume und Einrichtungen von Küche und Essbereich werden regelmässig durch den Lebensmittelkontrolleur des kantonalen Amts für Verbraucherschutz überprüft. Ausnahmslos alle bisherigen Inspektionsberichte schlossen mit der Gesamtbeurteilung «sehr gut». Der Betrieb hinterlässt stets einen sauberen, gepflegten Eindruck und wird vollumfänglich nach den Vorschriften der Lebensmittelgesetzgebung geführt. Die Prüfungsergebnisse werden jeweils durch die Gemeindekanzlei in den amtlichen Mitteilungen unter der Rubrik Aktuelles/Archiv publiziert.

Der beitragspflichtige Mittagstisch wird ab fünf definitiv angemeldeten Kindern angeboten. Während der Schulferien und an schulfreien Tagen findet kein Mittagstisch statt.

Im Jahr 2017 wurden an 147 Tagen total 2230 Mittagsessen zubereitet respektive durchschnittlich 15 Personen pro Tag verpflegt. Weitere Details können den jährlichen Rechenschaftsberichten des Gemeinderats zu Handen der Einwohnergemeindeversammlung bzw. den Gemeindemitteilungen unter der Rubrik Aktuelles/Archiv entnommen werden.


Randstundenbetreuung (Blockzeiten)

  • Betreuung durch erfahrene Personen
  • Ort der Begegnung für Kinder verschiedener Altersstufen
  • Unterstützung und Entlastung der Eltern
  • Spiel- und Bastelmöglichkeiten
  • Vollständige Kostenübernahme durch die Gemeinde
  • Anmeldung auch sporadisch und kurzfristig möglich           

Das kostenlose Angebot steht allen in Eggenwil wohnhaften Kindern, die den Kindergarten oder die Primarschule besuchen, offen.

Die Kinder werden durch Betty Kisoso Pascali und/oder Maria Christen betreut.

Das Betreuungsangebot wird ab drei definitiv angemeldeten Kindern angeboten. Während der Schulferien und an schulfreien Tagen findet keine Betreuung statt.


Aufgabenhilfe      

Die Aufgabenhilfe entlastet die Eltern und gibt den Kindern die Möglichkeit in einem betreuten Rahmen ihre Hausaufgaben zu erledigen und bei Bedarf auch nachfragen zu können. Die Aufgabenhilfe ist jedoch kein Nachhilfeunterricht.

Wir bieten dieses beitragspflichtige Angebot ab drei definitiv angemeldeten Kindern an. Bitte melden Sie sich beim Schulsekretariat, wenn Sie Interesse daran haben.


Teilnahmebedingungen, Elternbeiträge, Anmeldeformular, Auskünfte

Für den Mittagstisch und die Aufgabenhilfe werden moderate Elternbeiträge in Rechnung gestellt. Diese decken die Kosten für Verpflegung, Betreuung, Infrastruktur und Administration etwa zur Hälfte. Die restlichen Kosten trägt die Gemeinde Eggenwil. Die Pauschalbeiträge sind für alle Eltern, unabhängig ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, gleich, was sich jedoch aufgrund der nachstehend beschriebenen neuen kantonalen Vorschriften per Schuljahr 2018/2019 ändern wird. Die Elternbeiträge werden quartalsweise bzw. vor den Schulferien durch die Abteilung Finanzen in Rechnung gestellt.

Eltern in schwierigen finanziellen Verhältnissen können ein begründetes Gesuch um Zahlungserleichterung oder teilweisen/gänzlichen Erlass der Elternbeiträge stellen. Die Abteilung Finanzen steht bei diesbezüglichen Fragen zur Verfügung und nimmt entsprechende Anträge zu Handen des Gemeinderats entgegen.

Die jeweiligen Tarife und die weiteren Teilnahmebedingungen sind im nachstehenden Anmeldeformular ersichtlich.

Mittagstisch Eggenwil - Philosophie, Stand 2011
Anmeldeformular Tagesstrukturen Schuljahr 2017/18 2. Semester

Haben Sie Fragen oder sonstige Anliegen zum bestehenden Betreuungsangebot? Das Schulsekretariat ist gerne für Sie da.


Familien- und schulergänzende Kinderbetreuung in Eggenwil – Rück- und Ausblick unter Einbezug des neuen kantonalen Kinderbetreuungsgesetzes

Entwicklung des aktuellen Angebots

Aufgrund der positiven Erfahrungen aus dem vorangegangenen einjährigen Pilotprojekt sprach sich die Einwohnergemeindeversammlung im Sommer 2010 für die definitive Einführung des Mittagstischs aus. Gleichzeitig wurde das seit Beginn des Schuljahres 2006/2007 bestehende Angebot an Randstundenbetreuung und Aufgabenhilfe erweitert, sodass bei genügenden Anmeldungen in Kombination mit dem Mittagstisch an zwei Tagen in der Woche eine Ganztagesbetreuung von 7.15 bis 17.15 Uhr angeboten werden könnte. Für dieses Paket an familienergänzenden Tagesstrukturen genehmigte der Souverän einen Verpflichtungskredit von jährlich 30 000 Franken als Kostendach im Sinne einer Defizitgarantie.
2017 belief sich der von der Gemeinde nach Abzug der Elternbeiträge finanzierte Fehlbetrag auf rund 24 000 Franken. Folglich betrug die Kostendeckung durch Elternbeiträge 55 Prozent. Die bestehenden Tagesstrukturen werden also gut genutzt. Einzig für die Aufgabenhilfe bestand bislang ein geringes Interesse.

Umsetzung des neuen kantonalen Kinderbetreuungsgesetzes
– Bedarfserhebung bei den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten

Beruf und Familie müssen sich nicht ausschliessen. Mit einem ausreichenden familien- und schulergänzenden Kinderbetreuungsangebot können Eltern Beruf und Familie besser unter einen Hut bringen. Das zahlt sich aus – in privater wie auch in gesellschaftlicher Hinsicht.

Es ist bekannt, dass familienergänzende Kinderbetreuung von grosser Bedeutung für die Bildungs-, Familien- und Sozialpolitik ist und sich überdies positiv auf die Privat- und Volkswirtschaft auswirkt. In der Schweiz sind in vielen Städten und Gemeinden tendenziell wenige Betreuungsplätze für Kinder vorhanden. Dies erschwert zahlreichen Paaren die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. In den meisten Fällen treten die Frauen in ihrem Beruf kürzer und übernehmen den Grossteil der Kindererziehung und der Hausarbeit, während die Männer Vollzeit arbeiten. Frauen können dadurch gegenüber Männern finanziell benachteiligt sein. Sie verdienen weniger, zahlen weniger in ihre Rentenkassen ein und haben schlechtere berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Aber auch für die Männer können sich Nachteile ergeben. Sie haben kaum Zeit für ihre Familien und die Hauptverantwortung für das Familieneinkommen lastet auf ihnen.

Auch die Kinder profitieren von familien- und schulergänzenden Betreuungsmöglichkeiten. Ihre Entwicklung wird von pädagogisch ausgebildeten Betreuungspersonen unterstützt und gefördert. Durch spezielles Fachwissen können die Betreuungspersonen gezielt mit den Kindern arbeiten und sie in ihren Fähigkeiten fördern. Zudem können die Kinder voneinander lernen und eine hohe Sozialkompetenz aufbauen. Die familienergänzende Kinderbetreuung trägt ausserdem zur Integration und Chancengleichheit der Kinder bei. Insbesondere für anderssprachige Kinder erleichtert sie den Übergang in die Schule und beeinflusst den Schulerfolg positiv.

Einen Nutzen hat ebenso die Wirtschaft. Durch familienergänzende Kinderbetreuung kann das vorhandene Arbeitskräftepotenzial besser ausgeschöpft werden. Insbesondere können gut ausgebildete Eltern mit langjähriger Erfahrung den Unternehmungen eher als Fachkräfte erhalten bleiben.

Schliesslich bietet die familienergänzende Kinderbetreuung auch Vorteile für den Staat und Steuerzahler. Eine höhere und kontinuierliche Erwerbsbeteiligung der Mütter und Väter fördert die wirtschaftliche Selbstständigkeit der Familien und vermindert dadurch Sozialkosten. Die Erwerbstätigkeit der Eltern bringt dem Staat weitere Steuereinnahmen.

Das Anfang Juni 2016 vom Aargauer (und ebenso Eggenwiler) Stimmvolk angenommene, am 1. August 2016 in Kraft getretene und auf Beginn des Schuljahres 2018/2019 umzusetzende neue kantonale Gesetz über die familienergänzende Kinderbetreuung (Kinderbetreuungsgesetz, KiBeG) verpflichtet die Gemeinden, den Zugang zu einem bedarfsgerechten Angebot an familienergänzender Betreuung von Kindern bis zum Abschluss der Primarschule sicherzustellen. Die Benützung des Angebots ist freiwillig. Die familienergänzende Kinderbetreuung bezweckt einerseits die erleichterte Vereinbarkeit von Familie und Arbeit oder Ausbildung und andererseits die verbesserte gesellschaftliche, insbesondere sprachliche Integration und Chancengerechtigkeit der Kinder.

Anfang März dieses Jahres informierte der Gemeinderat über die Umsetzung des neuen kantonalen Gesetzes über die familienergänzende Kinderbetreuung sowie die Ergebnisse der Umfrage bei den Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigten. Inzwischen haben Gemeinderat und Schulpflege nochmals die Möglichkeit einer Ganztages- respektive Nachmittagsbetreuung geprüft. Aufgrund der Bedarfserhebungen, der Stundenplanung von Kindergarten und Primarschule sowie unter Berücksichtigung der organisatorischen, personellen, infrastrukturellen und finanziellen Aspekte hat der Gemeinderat an seiner Sitzung vom 16. April 2018 entschieden, die seit rund zehn Jahren von der Gemeinde respektive Schule angebotenen Tagesstrukturen – Randstundenbetreuung (Blockzeiten), betreuter Mittagstisch und Aufgabenhilfe – beizubehalten und zusätzlich ab Schuljahr 2018/2019 während der Schulzeit eine Ganztagesbetreuung am Dienstag und Donnerstag jeweils bis 18 Uhr anzubieten. Administration und Rechnungsführung sollen weiterhin durch die Gemeindeverwaltung erfolgen. Die Eltern von schulpflichtigen Kindern erhalten demnächst das Anmeldeformular für die Tagesstrukturen des ersten Semesters des kommenden Schuljahres, auf welchem auch die Tarife sowie alle übrigen Informationen und Modalitäten ersichtlich sind.

Weiter hat der Gemeinderat das Reglement über die familienergänzende Kinderbetreuung (Kinderbetreuungsreglement, KBR) sowie das Reglement über die Unterstützungsbeiträge der Gemeinde Eggenwil an die familienergänzende Kinderbetreuung (Elternbeitragsreglement, EBR) zu Handen der Einwohnergemeindeversammlung vom 15. Juni 2018 verabschiedet. In diesen kommunalen Rechtsgrundlagen werden unter anderem die Maximaltarife für Kindertagesstättenbetreuung (Kita), schulergänzende Kinderbetreuung (Tagesstrukturangebot der Gemeinde) und Tagesfamilienbetreuung festgelegt sowie die Bemessungsgrundlagen für die Gemeindebeiträge geregelt.

Künftig können erwerbstätige Erziehungsberechtigte mit zivilrechtlichem Wohnsitz in der Gemeinde Eggenwil für ihre Kinder bis zum Abschluss der Primarschule Betreuungsbeiträge bei den Sozialen Diensten beantragen, dies unabhängig vom Betreuungsort. Anspruch besteht, wenn eine Anmeldung für das kommunale Betreuungsangebot und/oder ein Vertrag mit einer anerkannten Kindertagesstätte/Tagesfamilie vorliegt und die Arbeitstätigkeit bei zwei Erziehungsberechtigten mindestens 120 Prozent oder bei Alleinerziehenden mindestens 20 Prozent beträgt. Dabei müssen Betreuungs- und Arbeitszeiten identisch sein. Zudem darf kein steuerbares Vermögen vorliegen. Der Gemeindebeitrag ist abgestuft und richtet sich nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit respektive der Höhe des bereinigten steuerbaren Einkommens der Anspruchsberechtigten.

Aufgrund seiner Berechnungen geht der Gemeinderat davon aus, dass die kommunal angebotenen Tagesstrukturen auch künftig im Rahmen des von der Einwohnergemeindeversammlung im Sommer 2010 genehmigten Kostendachs von jährlich 30 000 Franken im Sinne einer Defizitgarantie finanziert werden können. Die aufgrund der neuen gesetzlichen Bestimmungen entstehenden Mehraufwendungen für die zusätzliche Subventionierung der Kinderbetreuungskosten schätzt der Gemeinderat auf jährlich rund 10 000 Franken.


Kinderbetreuungsplätze im Kanton Aargau

Kinderbetreuungsplätze im Kanton Aargau können über die Datenbank Kinderbetreuung Aargau KibA abgefragt werden. Die Fachstelle Kinder&Familien führt die laufend aktualisierte Datenbank mit den vorhandenen Angeboten für die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung. Anhand von Suchkriterien können Eltern das passende Angebot finden.


Weitere Informationen und nützliche Links rund um die Themen Familie und Kinderbetreuung