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Dienstag, 3. Januar 2012 | az | www.aargauerzeitung.ch
Aargauer Sport
Wo Stefica Gajic läuft, gewinnt sie
Die 63-Jährige schaffte am Gippinger Stauseelauf den perfekten Abschluss eines perfekten Jahres

Stefica Gajic aus Eggenwil – auch mit 63 Jahren so schnell wie keine andere Frau über 50. Bild: Alexander Wagner
Von Rainer Sommerhalder
Sie ist ein Phänomen: Stefica Gaijc aus Eggenwil war auch bei der 33. Austragung des Stauseelaufs der heimliche Star. Wie immer, wenn sie in Gippingen am Start steht, gewinnt sie ihre Kategorie (Frauen ab 60). Wie immer in den letzten drei Jahren war sie auch schneller als die Siegerin bei den Frauen 50. Wie bei allen ihren 37 Wettkämpfen im Jahr 2011 blieb sie ungeschlagen. Und nicht nur das: In Gippingen lief sie so schnell wie seit 2002 nicht mehr (30:13) – 5 Sekunden schneller als vor einem Jahr, 13 Sekunden schneller als vor zwei Jahren und 46 Sekunden schneller als vor drei Jahren. Wie macht Stefica Gaijc das bloss?
Die Frührentnerin lacht: Ein eigentliches Erfolgsgeheimnis gebe es nicht. «Im Moment spüre ich das Älterwerden tatsächlich nicht. Es gelingt mir an einigen Rennen sogar, meine persönliche Bestzeit zu verbessern.» Obwohl sie seit der Pensionierung theoretisch mehr Zeit fürs Trainieren hätte, investiert die Freiämterin weniger Zeit ins Laufen. «Dafür trainiere ich qualitativ sehr gut, mache viel Schnelligkeits- und Intervall-Training.» Dies mit durchschlagendem Erfolg: In diesem Sommer gewann sie an der Senioren-Europameisterschaft bei drei Starts dreimal – über 10 Kilometer auf der Strasse, im Cross und im Halbmarathon. Mit 1:26 pulverisierte sie über die halbe Marathonstrecke den Europarekord ihrer Altersklasse. Gibt es für Stefica Gajic im Laufsport überhaupt noch erstrebenswerte Ziele? «Irgendwo im Hinterkopf ist diese Teilnahme am Death Valley Marathon in den USA. So etwas Verrücktes würde mich schon reizen. Aber dieses Projekt muss erst noch reifen», sagt sie mit einem verschmitzten Lachen.
Die zwei Rennen der Hauptklasse entwickelten sich beinahe identisch. Zuvorderst die beiden Startenden aus Afrika, Oqubit Berhane und Bayush Eshtuu, lange gefordert vom Baselbieter OL-Läufer Fabian Hertner bei seiner Stausee-Premiere und der erst 20 jährigen Berner Mittelstrecklerin Regula Wyttenbach. Dahinter klaffte ein grosses Loch. Wyttenbach lief im Frauenrennen 42 Sekunden schneller als bei ihrem Junioren-Sieg 2010 und sogar wenige Sekunden rascher als Titelverteidigerin Eshtuu im Vorjahr. Bei den Männern unterstrich Hertner, der Vize-Weltmeister von 2010 im Sprint-OL, nach einer verkorksten Saison seine Motivation und seine Ambitionen für die Heim-WM im Juli in Lausanne. Stark auch der vierte Tagesrang des erst 16-jährigen Adrian Müller aus Beinwil am See.