Gemeindemitteilung vom 12.09.2019

Feuerwehr Eggenwil wurde mit Swiss Re Milizpreis 2019 ausgezeichnet; Historisches Wegkreuz beim Pflanzerbach unter kantonalen Denkmalschutz gestellt; Das Eggenwiler Nachbarschaftshilfenetz «I guete Händ» sucht Nachwuchs; Gemütliche Raclette-Abende in der Waldhütte am 27. und 28. September

 

Feuerwehr Eggenwil wurde mit Swiss Re Milizpreis 2019 ausgezeichnet

Die Feuerwehr Eggenwil wurde für ihre institutionalisierte Kinderbetreuungsgruppe am 4. September 2019 in Rüschlikon ZH mit dem Swiss Re Milizpreis 2019 ausgezeichnet. Bild: Swiss Re 04.09.2019   Die Feuerwehr Eggenwil wurde für ihre institutionalisierte Kinderbetreuungsgruppe mit dem Swiss Re Milizpreis 2019 ausgezeichnet:: (v.l.) Vizekommandant Pascal Vogel, Betreuungsteam Oksan Nanz, Tanja Belser und Fabienne Senn, Kommandant Thomas Hausherr. Bild: zvg Der Schweizerische Gemeindeverband (SGV) deklarierte das Jahr 2019 zum «Jahr der Milizarbeit». Alle Informationen auf www.milizsystem.ch.

Letzte Woche verlieh Walter B. Kielholz, Präsident des Verwaltungsrats von Swiss Re, zusammen mit Urs Bächtold, Direktor des Schweizerischen Feuerwehrverbands, den Swiss Re Milizpreis 2019 an fünf Feuerwehr-Milizorganisationen, darunter auch an die Feuerwehr Eggenwil. Der Preis wurde im Jahr 2000 vom ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten der Schweizerischen Rückversicherungs-Gesellschaft, Ulrich Bremi, gestiftet. Swiss Re zeichnet damit Persönlichkeiten und Organisationen aus, die nebenberuflich oder ehrenamtlich auf professionellem Niveau einen Dienst für die Gesellschaft leisten. Feuerwehren gehören in den meisten der über 2200 Schweizer Gemeinden zu den traditionell im Milizprinzip organisierten Funktionen. Swiss Re nahm deshalb das 150-Jahr-Jubiläum des Schweizerischen Feuerwehrverbands zum Anlass, den mit insgesamt 50 000 Franken dotierten Preis 2019 den Schweizer Feuerwehr-Organisationen zu widmen. Die Verleihung war heuer auch Teil der Aktivitäten im «Jahr der Milizarbeit» des Schweizerischen Gemeindeverbands.

Die Feuerwehr Eggenwil wurde für ihre Idee, wie Eltern mit Kindern zum Dienst in der Feuerwehr gewonnen werden können, mit 10 000 Franken ausgezeichnet. So verfügt sie als eine der wenigen Feuerwehren im Land seit 2017 über eine institutionalisierte Kinderbetreuungsgruppe innerhalb des Korps. Seither sind die Zeiten, als Angehörige der Feuerwehr (AdF) zu Hause blieben, weil sie Kinder zu betreuen hatten, vorbei. Stattdessen rückt ab Alarmstufe «Brand mittel» ein aus drei Frauen bestehender Spezialtrupp ins Magazin an der Kochsmattstrasse ein. Dort nimmt das Team die Kinder der einrückenden AdF in Empfang, begleitet sie in die nahe gelegenen Räumlichkeiten des Mittagstischs im Mehrzweckgebäude und betreut sie, bis der Einsatz beendet und Mami oder Papi wieder da ist. Wie dieser temporäre Feuerwehr-Kinderhort genau funktioniert, darüber hat das Schweizer Fernsehen SRF in der Sendung Schweiz Aktuell vom 30. August berichtet.

Gemeinderat und Verwaltung gratulieren den Verantwortlichen zum erhaltenen Preis und danken allen Angehörigen der Feuerwehr Eggenwil für ihre persönliche Leistungsbereitschaft zugunsten der Sicherheit der Bevölkerung. Generell gebührt allen Menschen, die sich neben einer oft vollen beruflichen Agenda und anspruchsvollen familiären Verantwortlichkeiten im Rahmen von Miliztätigkeiten für das Gemeinwesen engagieren, hohe Wertschätzung und ein grosses Dankeschön.

SRF Schweiz aktuellSRF Schweiz aktuell, Sendung vom 30.08.2019, 19.00 Uhr: «Feuerwehr mit Kinderbetreuung in Eggenwil»

Historisches Wegkreuz beim Pflanzerbach unter kantonalen Denkmalschutz gestellt

Historisches Wegkreuz (1698) beim Pflanzerbach an der Kantonsstrasse K 271 zwischen Eggenwil und Bremgarten wird unter kantonalen Denkmalschutz gestellt. Bild: GK/Walter Bürgi 19.06.2019   Historisches Wegkreuz (1698) beim Pflanzerbach an der Kantonsstrasse K 271 zwischen Eggenwil und Bremgarten wird unter kantonalen Denkmalschutz gestellt. Bild: GK/Walter Bürgi 19.06.2019

Das Wegkreuz beim Pflanzerbach an der Kantonsstrasse zwischen Eggenwil und Bremgarten wurde bereits von Peter Felder im Buch «Die Kunstdenkmäler der Schweiz, der Bezirk Bremgarten», Basel 1967, gewürdigt. Es ist im Kurzinventar der kommunal schützenswerten Objekte der Gemeinde Eggenwil verzeichnet und in der Bau- und Nutzungsordnung als kommunales Schutzobjekt festgesetzt.

Der Legende nach wurde das Wegkreuz in Erinnerung an den im Jahre 1581 im Bibenlos ermordeten Priester Johann Gredinger errichtet. Das Kreuz datiert jedoch inschriftlich von 1698 und trägt das Wappen von Maria Anna Brunner (1655-1697). Die Glarner Ratsherrentochter amtierte 1688 bis 1697 als Äbtissin des Klosters Hermetschwil. Wegen ihrer zahlreichen Verdienste gilt Maria Anna Brunner als die bedeutendste Äbtissin des Klosters im 17. Jahrhundert. Das Kloster verdankt ihr unter anderem eine Bereinigung und Zusammenstellung zuvor teils nur mündlich überlieferter klösterlicher Rechte in seinen Grund- und Gerichtsherrschaften Hermetschwil, Eggenwil und Rottenschwil. Ihre energischen, konsequenten Bestrebungen zielten auf die Emanzipation und Autonomie der Benediktinerinnenabtei, die es insbesondere gegenüber dem Kloster Muri und dessen damaligen Abt Placidus Zurlauben durchzusetzen galt. Unter Maria Anna Brunner erlebte das Frauenkloster mit dem 1692 von ihr veranlassten Neubau der Klosterscheune durch Werkmeister Jakob Wirth aus Staffeln zudem seine letzte grosse Bauetappe. Die kommunal geschützte, ursprünglich die Klosterscheune zierende Wappentafel Maria Anna Brunners von 1992 ist heute in die Fassade des anstelle der Scheune errichteten Gebäudetrakts integriert. Aufgrund der Jahrzahl 1698 lässt sich annehmen, dass das Kloster das Kreuz zu Ehren der ein Jahr zuvor verstorbenen Äbtissin gestiftet hat und Maria Anna Brunner nicht selbst die Stifterin gewesen ist.

Die Gemeinde hat sich mehrfach aktiv für den Erhalt des Denkmalschutzobjekts engagiert. So konnten – angestossen durch einen Artikel von Redaktor Hans Rechsteiner, Eggenwil, im damaligen Bremgarter Tagblatt vom 4. Oktober 1995 – private Sponsoren gefunden werden, worauf die Gemeinde das damals noch «besitzlose» Wegkreuz im Jahr 1998 durch Steinbildhauer Guido Walliser, Bremgarten, mit fachlicher Begleitung der Denkmalpflege restaurieren liess. Finanziert hatten die Renovation der damalige Gemeindeammann Josef Schüpfer und weitere private Spender. Die letzte Restaurierung erfolgte im Rahmen des 2013 realisierten Hochwasserschutzprojekts «Entlastungsbauwerk Pflanzerbach». Während der viermonatigen Bauzeit wurde das Wegkreuz im Auftrag der Gemeindebehörde sicherheitshalber demontiert, fachgerecht aufgefrischt und wieder errichtet. Um die Eigentumsverhältnisse endlich klar zu regeln, ergriff der Gemeinderat die Gelegenheit und erwarb die Standortfläche des wertvollen Kulturobjekts. Dadurch fiel auch das historische Wegkreuz selbst ins Eigentum der Einwohnergemeinde Eggenwil.

Um den Bestand des Baudenkmals angemessen wirksam und dauerhaft zu sichern, hat der Gemeinderat im April dieses Jahres der Denkmalpflege Aargau das Gesuch um kantonale Unterschutzstellung gestellt. In ihrer Stellungnahme von Anfang Juli kam die Kommission für Denkmalpflege und Archäologie zum Schluss, dass das Wegkreuz eine wichtige Wegmarke an der historischen Wegverbindung von Bremgarten nach Eggenwil bildet und Teil einer vom Kloster Hermetschwil bestimmten Sakrallandschaft ist. Darüber hinaus ist es ein wichtiges Zeugnis einer historischen und künstlerischen Situation. Schutzwürdigkeit und öffentliches Interesse an der Erhaltung sind als kumulative Voraussetzungen für ein Schutzobjekt gemäss Kulturgesetz (KG; SAR 495.200) gegeben. Folglich hat die Abteilung Kultur des Departements Bildung, Kultur und Sport mit Verfügung vom 9. September dem gemeinderätlichen Antrag stattgegeben und das Wegkreuz integral unter kantonalen Denkmalschutz gestellt. Damit geniesst das Baudenkmal den selben Schutzstatus wie das Eggenwiler Kirchenensemble mit Pfarrkirche, Pfarrhaus und Rebhüsli – dem kultur- und baugeschichtlichen Wahrzeichen der Gemeinde Eggenwil.

Das Eggenwiler Nachbarschaftshilfenetz «I guete Händ» sucht Nachwuchs

I guete Händ - das Nachbarschaftshilfe-Netz Eggenwil  Die Eggenwiler Gruppe «I guete Händ» genoss am 3. September 2019 bei bestem Wetter ihren Ausflug auf dem Zugersee: (v.l.) Erna Staub, Margret Gericke, Hanspeter Seiler, Anja Steinbach, Joe Eberhard, Heidi Ronzani, Andrea Belser, Monika Höchli, Nico Höchli, Gerda Ammann und Erhard Püntener. Es fehlt Evi Seiler, die anderweitig engagiert war. Bild: zvg

Seit 13 Jahren unterstützen hilfsbereite, flexible und offene Seniorinnen und Senioren andere Einwohnerinnen und Einwohner und leisten damit ein beispielhaftes Engagement zu Gunsten der Bevölkerung. Das Eggenwiler Nachbarschaftshilfenetz «I guete Händ» ging seinerzeit aus einer Diplomarbeit von Hanni Käch hervor. Die Gruppe betreut Kleintiere, Wohnungen oder Gärten, während deren Besitzer in den Ferien weilen, chauffieren Menschen zum Einkaufen oder zu Ärzten, wirken in der Schule im Rahmen des Projekts «Generationen im Unterricht» mit, unterstützen bei Familienfesten oder Geburtstagen oder helfen beim Aufräumen und Abwaschen. Ihre Dienstleistungen sind kostenlos. Ein freiwilliger Batzen wird von den Helfern aber gerne entgegengenommen, um ab und zu ein paar gemütliche Stunden zusammen zu geniessen.

Einige der Gruppe «I guete Händ» sind inzwischen um oder über 80 Jahre alt und möchten etwas kürzertreten. Inzwischen hat sich noch eine jüngere Einwohnerin der Gruppe angeschlossen. Damit aber dieses wertvolle Werk weiterhin Bestand hat und die allseits geschätzten Dienstleistungen auch künftig angeboten werden können, braucht es dringend Nachwuchs. Vor allem Eggenwiler Seniorinnen und Senioren, die mithelfen möchten, melden sich bitte bei Nico Höchli, Im Rebhügel 30, Telefon 056 633 96 35, n.hoechli@wepitmail.ch, oder Erna Staub, Trottengasse 5, Telefon 056 631 36 91, erna.staub@bluewin.ch.

Gemütliche Raclette-Abende in der Waldhütte am 27. und 28. September

Musikgesellschaft Eggenwil – Raclette-Abende in der Waldhütte am 27. und 28. September  Musikgesellschaft Eggenwil – Raclette-Abende in der Waldhütte am 27. und 28. September

Die Musikgesellschaft Eggenwil lädt die Bevölkerung am Freitag, 27. September, ab 18 Uhr und am Samstag, 28. September, ab 17 Uhr, zu den traditionellen Raclette-Abenden in der Waldhütte ein. Die Gäste erwartet ein frisch zubereitetes Raclette, auf Wunsch auch à discrétion. Ausserdem lädt eine Outdoor-Bar zum geselligen Verweilen ein.

Der Gemeinderat hat die Bewilligung für die Durchführung der Einzelanlässe mit Wirtetätigkeit, die Kleinhandelsbewilligung für die Abgabe von Spirituosen sowie die Verlängerung der Öffnungszeit bis jeweils 3 Uhr erteilt und diese mit den üblichen Auflagen bezüglich Lärm- und Brandschutz sowie der Alkoholabgabe an Jugendliche verbunden.

Reservationen nimmt Präsident Nicola Altschul gerne unter Telefon 079 672 77 88 oder nicola.altschul@gmx.ch entgegen.

Gemeindekanzlei Eggenwil
Walter Bürgi, Gemeindeschreiber
Eggenwil, 12. September 2019

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