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200-jähriges «Zgraggen-Haus» wird abgebrochen

Artikel Aargauer-Zeitung, Ausgabe vom 17.08.2006, über den bewilligten Abbruch des Zgraggenhauses und die geplante Arealüberbauung an der Trottengasse

200-jähriges «Zgraggen-Haus» wird abgebrochen

Artikel Aargauer-Zeitung, Ausgabe vom 17.08.2006, über den bewilligten Abbruch des Zgraggenhauses und die geplante Arealüberbauung an der Trottengasse

Schandfleck verschwindet bald

Eggenwil Das 200-jährige «Zgraggen-Haus» wird abgebrochen und Teil einer neuen 6-Millionen-Überbauung.

Lukas Schumacher

Seit 20 Jahren steht das inzwischen verlotterte «Zgraggen-Haus» im Dorf Eggenwil leer. Demnächst schlägt dem markanten Altgebäude das allerletzte Stündlein.

Kürzlich hat der Gemeinderat Eggenwil grünes Licht zum Abbruch des «Zgraggen-Hausese» erteilt. Bald wird das heruntergekommene Haus nahe der Kantonsstrasse abgerissen und einem Neubau mit vier Wohnungen weichen.

Zudem will der Eigentümer und Bauherr Anton Steiner (Bremgarten) auf dem südlichen Teil des «Zgraggen»-Geländes acht freistehende Einfamilienhäuser samt gemeinsamer Tiefgarage erstellen. Kostenpunkt des Gesamtprojekts: rund sechs Millionen Franken.

Dorfgeschichtliche Bedeutung
Das genaue Alter des dem Untergang geweihten «Zgraggen-Hauses» ist nicht bekannt. Historiker vermuten, dass es vor ungefähr 200 Jahren erbaut worden war. Auf der altehrwürdigen Michaeliskarte von anno 1836 ist das Gebäude jedenfalls eingetragen.

Seit 1985, als Marie Zgraggen verstarb, begann das nicht mehr bewohnte Haus allmählich zu zerfallen. 1989 wollte der damalige Eigentümer einen Abbruch vornehmen lassen, stiess bei der Gemeindebehörde aber auf Granit.

Der einstige Gemeinderat verweigerte den Abbruch wegen der lokalhistorischen Bedeutung des Hauses, wegen der noch einigermassen intakten Bausubstanz und wegen des dominanten Erscheinungsbildes des Gebäudes.

Im Jahr 2002 indes, nachdem der schleichende Zerfall des Hauses weit fortgeschritten war und die Liegenschaft zum Schandfleck des Dorfes verkam, korrigierte die Gemeindebehörde das Nein zum Abbruch.

Fachleute des kantonalen Ortsbildschutzes waren nämlich nach genauer Überprüfung zum Schluss gekommen, dass das alte Wohnhaus nicht mehr erhaltenswert ist, genauso wenig der alte Sodbrunnen auf der Nordseite des Hauses.

Gemeinde finanziert mit
Die Abbruch- und Neubaukosten auf dem Zgraggen-Gelände sind selbstverständlich Sache der Bauherrschaft. Bei der Erschliessung sieht es anders aus. An diesen Kosten wird sich die Gemeinde beteiligen.

Einerseits muss die Zufahrtsstrasse Trottengasse verbreitert und deren Untergrund erneuert werden. Andererseits bedürfen dortige Werkleitungen, vorab fürs Wasser und Abwasser, einer Erweiterungen. Für den Ausbau der Erschliessung rechnet man mit Gesamtkosten in der Grossenordnung von 350 000 Franken.

Der Kostenteiler zwischen der Gemeinde und der Bauherrschaft ist fixiert. Eggenwil soll einen Drittel übernehmen, Anton Steiner zwei Drittel. Die Kostenbeteiligung der Gemeinde wird ein Thema an der nächsten Gemeindeversammlung vom 24. November sein, dies in Form eines Kreditantrags. (mz/sl/kst)


Weitere Informationen zum bewilligten Abbruch des Zgraggenhauses finden Sie unter der amtlichen Publikation vom 11.08.2006.

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