Ein Zeichen des Zusammenhalts
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 28.08.2006, über die Fahnenweihe der Musikgesellschaft Eggenwil
Ein Zeichen des Zusammenhalts
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 28.08.2006, über die Fahnenweihe der Musikgesellschaft Eggenwil
Jetzt ist die Musikgesellschaft des kleinen Eggenwil wieder komplett. Nachdem vor zwei Jahren die neue Uniform eingeweiht wurde, gabs jetzt eine neue Fahne. Mit einem dreitägigen Dorffest wurde sie im Dorf willkommen geheissen. Bild: Die Enthüllung nahmen Fahnengötti René Altschul und Gotte Maria Endres vor. HONEGGER
Eggenwil Seit 1949 wurde die alte Fahne der Musikgesellschaft bei unzähligen Konzerten geschwenkt. Nun hat sie ausgedient. Für rund 10 000 Franken wurde eine neue Flagge angeschafft - aus reiner Seide.
Lorenz Honegger
«Ohne Symbole als Ausdruck der Identifikation wäre das Leben unvorstellbar», konstatierte Festredner und Eggenwiler Gemeindeammann Thomas Endres in seiner kurzen Rede und traf damit den Nerv der Eggenwiler Musikgesellschaft.
Erst punkt 22:22 Uhr begann am Samstagabend das Zeremoniell, der Höhepunkt der dreitägigen Festivitäten, in welchen die alte Fahne mit aller Würde auf ihre letzte Reise geschickt und das neue, lang erwartete Emblem der Musikgesellschaft vor den gespannten Gesichtern des Publikums entrollt wurde. Auf der neu angeschafften Flagge ist als Hauptmotiv das Dorfwappen mit weisser Mauer und gelbem Stern zu erkennen, am Rand die zwei Jahreszahlen 1926-2006, und schliesslich prangt an prominenter Stelle der vordere Teil einer Trompete.
Nach der Uniform die Fahne
Bereits im Jahr 2001 war angesichts des desolaten Zustands der nun pensionierten Flagge klar, dass etwas Neues und Modernes her musste. Denn unbestrittenermassen hatte die Zeit ihre Spuren auf dem altehrwürdigen Stück Stoff hinterlassen. «Anno 1999, beim grossen Unwetter, versoff unsere Fahne wortwörtlich im Keller», erzählte OK-Präsident Walter Künzli in seiner kurzen, mit Anekdoten gespickten Ansprache.
Schweizer Handarbeit
So kam mit der tatkräftigen Unterstützung der bekannten Firma Heimgartner, Wil SG, im Laufe von mehreren Sitzungen das neue Wahrzeichen der Eggenwiler Musikanten zustande. «Unsere neue Flagge besteht aus reiner Seide und ist zu 100 Prozent Schweizer Handarbeit. Gespart haben wir definitiv nicht», versicherte OK-Präsident Künzli im Anschluss an die Fahnenweihe. Um dem neuen, 10 000 Franken teuren Stück Seide einen würdigen Empfang zu bereiten, wurden die neue Flagge wie auch die Musikanten von der katholischen Gemeindeleiterin Edith Rey gesegnet.
Besucherzahlen mässig
Einen kleinen Wermutstropfen stellte indes der mässige Besucheraufmarsch dar, hatten doch die Verantwortlichen ungezählte Stunden investiert, um die Fahnenweihe zum Volksfest zu machen. So stand bereits am Freitag der Auftritt von drei «Guggemusige» auf dem Programm, am Samstagnachmittag gab es einen Spielnachmittag für Kinder, der indes bereits nach einer Stunde buchstäblich ins Wasser fiel.
Schliesslich sorgte am offiziellen Festakt der Auftritt des Patenvereins Künten und der Musikgesellschaft Eggenwil für ausgezeichnete musikalische Unterhaltung und Ausgelassenheit bei den Zuschauern. Aufgewertet wurde der Abend überdies durch den Auftritt einer Volkstanz- und einer Sketchgruppe. Sonntags wurde auf dem Schulhausareal ein ökumenischer Gottesdienst durchgeführt und gegen Mittag fand als Abschluss ein Frühschoppenkonzert der «Gaswerkmusikanten» statt.
Freude über die neue Fahne
«Die schwachen Besucherzahlen sind in der Tat eine kleine Enttäuschung für uns», meinte OK-Präsident Künzli, dem nichtsdestotrotz die grose Freude über die neue Fahne gross ins Gesicht geschrieben war. Sie wird der stolzen Musikgesellschaft Eggenwil von Fähnrich Heinz Meier nun mit Elan und Freude bei fröhlichen und traurigen Anlässen vorangetragen und wird den Weg weisen.