Ein Bijou aus edler Seide
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 29.08.2006, über die Fahnenweihe der Musikgesellschaft Eggenwil mit Dorffest
Ein Bijou aus edler Seide
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 29.08.2006, über die Fahnenweihe der Musikgesellschaft Eggenwil mit Dorffest
© Bremgarter Bezirks-Anzeiger; Ausgabe vom 29.08.2006
Die Eggenwiler Musikgesellschaft hat sich für eine Fahne im futuristischen Stil entschieden
Fabienne Krauer
Zerlöchert und an allen Ecken abgewetzt war die alte Fahne. Doch nun hat der Fähnrich der Eggenwiler Musikanten ein neues Schmuckstück in Gelb-Weiss und Rot erhalten.
«Es ist unverkennbar, zu welcher Gemeinde diese Fahne gehört», erklärte Walter Künzli, OK-Präsident der Fahnenweihe Eggenwil, nach der Enthüllung durch die Fahnengotte Maria Endres und durch Fahnengötti René Altschul.
Die Ähnlichkeit mit dem Eggenwiler Wappen ist nicht zu übersehen. Zum einen ist da die Farbwahl mit Rot, Weiss und Gelb, zum anderen der gelbe Stern und die in Weiss gehaltenen Mauersteine. «Nur ist das alles viel neuzeitlicher dargestellt», so Künzli weiter. In Schwarz prangt zudem ein symbolisches Instrument im futuristischen Stil auf der Fahne.
Nach 57 Jahren eine neue
Die neue Fahne ist ein Bijou und aus edler Seide gearbeitet. Sämtliche Arbeiten wurden von der Heimgartner Fahnen AG von Hand ausgeführt. «Es war uns wichtig, einen Schweizer Produzenten zu wählen», so Künzli. Daher kostete die Fahne auch etwas mehr, nämlich rund 10 000 Franken. Wenn sie allerdings so lange dient wie die letzte, nämlich rund 57 Jahre, dann ist sie das Geld allemal wert.
«Fahnen sind Symbol und Ausdruck von Identität», betonte Festredner und Gemeindeammann Thomas Endres. Edith Rey, Gemeindeleiterin der katholischen Kirchgemeinde Eggenwil-Widen, segnete die neue Fahne. «Sie steht für eine lebendige Gesellschaft und für den guten Geist im Verein». Die Fahnenweihe haben die Eggenwilerinnen und Eggenwiler mit einem kleinen Dorffest gefeiert.
Symbol für den Zusammenhalt
Die Eggenwiler Musik ist stolz auf ihre neue Fahne. Mit Darbietungen von Dorfvereinen und dem Patenverein Künten bereiteten sich die Musikanten auf die grosse Enthüllung vor.
Froh sind die Eggenwiler Musikanten wohl, dass ihre Fahne ganz anders aussieht als von den Kolpings aus Bremgarten skizziert. Diese schlugen in ihrem Sketch Striche, die für die Aktivitäten der Musikanten stehen, als neues Design vor. Oder die Konterfeis sämtlicher Musikanten auf der Fahne. Oder dann als Zeichen der Geselligkeit ein Fässchen Bier mit Bierhumpen. Aber Glück gehabt, die neue Fahne aus Seide ist viel, viel schöner und vor allem sehr viel edler.
Der Patenverein aus Künten liess es sich nicht nehmen, für den Nachbarverein aufzutreten und den passenden festlichen Rahmen für die Fahnenweihe zu schaffen. Der Verein zeigte sich unter der neuen Leitung von Dirigent Stefan Märki in Topform und überzeugte mit seinem präzisen und vor allem dynamischen Spiel. Eins ist jedenfalls sicher. Die Wahl der Künter ist auf einen guten und passenden Dirigenten gefallen. Wie sich die Musikanten unter dem Energiebündel entwickeln werden, dürfte spannend zu verfolgen sein.
Begeisterter Applaus für den Patenverein aus Künten
Sein erstes Ziel, mit der Musik zu begeistern, hat Märki jedenfalls mit Bravour geschafft. Und das in Eggenwil, wo das Publikum oftmals eher etwas zögerlich ist und höchst selten und vor allem oft nur bei den eigenen Vereinen begeistert Applaus zollt. Ganz besonders begeistert war das Publikum von «Angels», dem Robbie-Williams-Klassiker, vorgetragen in einer Gänsehaut-Version. Denn ein Ziel des neuen Dirigenten ist es, Gefühle zu erwecken und nicht einfach nur Noten zu spielen. Auch das ist dem Verein unter Märkis Leitung rundum gelungen. - Für die «schöne musikalische Umrahmung» überreichte OK-Chef Walter Künzli Markus Gränacher, Präsident des Musikvereins, ein graviertes Fässchen und die Künter beschenkten die Eggenwiler mit einem Gutschein. Damit können sie sich Musikalien nach Wahl beschaffen.
Auch die Volkstanzgruppe liess sich nicht zweimal bitten, einige Tänze vorzuzeigen. Wer genau hinschaute, merkte schnell, dass die Choreografien und Tanzschritte gar nicht so einfach sind. Der Verein präsentierte vier Tänze, die jeweils von Tanzleiter Werner Vogel oder dann von dessen Sohn und Vereinspräsident Markus Vogel entwickelt worden sind. Auch diese Darbietung wurde mit grossem Applaus belohnt.
Wichtig für die Geselligkeit
Natürlich hatte auch die Musikgesellschaft Eggenwil ihren grossen Auftritt und wusste unter der Leitung von Daniel Fankhauser mit gut gespielten Märschen zu überzeugen. Gemeindeammann Thomas Endres betonte in der Festrede die Wichtigkeit des Vereins fürs Dorfleben und dessen Bereitschaft, jeden geselligen Anlass im Dorf zu verschönern. Und unterstrich, dass eine Fahne ein Zeichen von Identität und Zusammenhalt ist. «Ausserdem haben wir mit Dirigent Fankhauser einen Topmann in jeder Hinsicht, der sich vor allem auch für den Nachwuchs einsetzt», so Endres.
Neben dem Unterhaltungsabend hatten die Eggenwiler am Freitag eine Guggerparty veranstaltet. Die drei Guggen Hübelfätzer, Sädelgeischter und MuMä-Fäger sorgten für Rambazamba. «Leider kamen - wohl wegen des Wetters - weniger Leute als wir erwartet hatten», so OK-Präsi Künzli. Auch der Spiel- und Plauschnachmittag am Samstag litt unter dem Regen. Die Besucher verflüchtigten sich, nachdem es zu regnen anfing. Am Sonntag umrahmte das Echo vom Hasenberg den Gottesdienst musikalisch und anschliessend spielten die Gaswerkmusikanten zum Frühschoppenkonzert auf.