«I guete Händ» findet Fortsetzung
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 02.09.2006, über das Projekt «I guete Händ» - Seniorinnen und Senioren bieten in Eggenwil einen leistungsfähigen kleinen Betreuungsdienst an
«I guete Händ» findet Fortsetzung
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 02.09.2006, über das Projekt «I guete Händ» - Seniorinnen und Senioren bieten in Eggenwil einen leistungsfähigen kleinen Betreuungsdienst an
Eggenwil Eine Gruppe von pensionierten Dorfbewohnern hat ein Nachbarschaftshilfe-Netz aufgezogen.
Lukas Schumacher
Sie leeren Briefkästen, mähen Rasen oder betreuen Haustiere: Acht Senioren und Seniorinnen verrichten in Eggenwil auf Abruf Hausarbeiten und Dienstleistungen.
«Jawohl, wir machen weiter.» Diesen Entscheid hat die im Eggenwiler Räbhüsli tagende Seniorengruppierung soeben gefällt. Das Projekt «I guete Händ», vor rund drei Monaten gestartet, wird also weitergeführt. Im Auftrag von Dorfbewohnern führen die Seniorinnen und Senioren allerlei Arbeiten und Dienstleistungen aus. Sie füttern Haustiere, lüften Wohnungen, betreuen Haus und Garten bei Ferienabwesenheiten. «Wir bieten Nachbarschaftshilfe überall im Dorf, in Ausnahmefällen sind auch Autofahrten für einen Arzt- oder Zahnarztbesuch möglich», gaben die fitten Pensionierten im Räbhüseli zu verstehen.
Gratis und Nicht-Kommerziell
Die aufs Dorf Eggenwil beschränkten Arbeitseinsätze der Senioren sind kostenlos. Es existiert keine Tariftabelle, dem Auftaggeber wird keine Rechnung zugestellt. Freiwillige Entschädigungsbeiträge indes sind willkommen; Senior Georg Rey führt ein Gemeinschaftskässeli.
Wie weit dürfen und sollen die Aktivitäten des Seniorenteams gehen? An der Sitzung im Räbhüsli steckte die Gruppierung das Terrain ihres Betätigungsfeldes ab. Umfangreiche Gartenarbeiten oder Reparaturen an Hausinstallationen werden nicht an die Hand genommen. Solche Facharbeiten überlässt man den Profis der Gewerbebetriebe. «Denn einerseits sind wir ein nicht-kommerzielles kleines Unternehmen, andererseits verfügen wir nicht über das Knowhow der Spezialisten», lautete der einhellige Tenor. Gleiches gilt bei Pflegeleistungen für Bewohner des kleinen, rund 700 Einwohner zählenden Dorfs. Die Krankenpflege bleibt vernünftigerweise weiterhin in den bewährten Händen der Spitex-Fachkräfte des Stützpunktes Bremgarten, dem auch die Gemeinde Eggenwil angeschlossen ist.
Dorfleben stärken
Dass «I guete Händ» Anklang, Unterstützung und Fortsetzung findet, nimmt die Eggenwilerin Hanni Käch erfreut zur Kenntnis. Sie, gelernte Krankenschwester und Berufsschullehrerin für Pflege, hat das Eggenwiler Senioren-Projekt angeschoben. «Das Nachbarschaftshilfe-Netz soll das Dorfleben stärken», erläutert Hanni Käch, «es soll zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen.» Zudem könnten die beteiligten Senioren ihre Kenntnisse und Fähigkeiten einsetzen, Organisationstalent sowie Zuverlässigkeit unter Beweis stellen und nicht zuletzt ihre enorme Lebenserfahrung einbringen. Vorteilhaft seien auch die sozialen Kontakte innerhalb des Seniorenteams sowie die generationenübergreifenden Kontakte, die sich beim Ausüben des Betreuungsdienstes einstellten.
Hanni Käch schreibt eine Diplomarbeit über das aufgezogene Nachbarschaftshilfe-Netz. An der Hochschule für Soziale Arbeit in Brugg absolviert sie den Nachdiplomkurs «Projektmanagement Gesundheitsförderung.» Dazu passt das Eggenwiler Projekt perfekt.
Aufträge und Gleichgesinnte gesucht
Erna Staub übernimmt die Koordination des Dienstes.
Die Fäden des Betreuungsdienstes «I guete Händ» laufen bei der Eggenwilerin Erna Staub zusammen, der Präsidentin der Spitex-Organisation Bremgarten, Eggenwil, Zufikon, Hermetschwil. Wer in Eggenwil wohnt und den Betreuungsdienst benötigt, egal ob während oder ausserhalb der Ferien, kann sich mit Erna Staub in Verbindung setzen. Sie ist von Montag bis Samstag zwischen 17 und 18.30 Uhr unter der Telefonnummer 056 631 36 91 erreichbar, ausgenommen am Donnerstag, oder via E-Mail unter der Adresse: erna.staub@bluewin.ch.
Gesucht werden auch weitere Seniorinnen und Senioren aus dem Dorf, die Lust und Zeit haben, aktiv beim Betreuungsdienst mitzumachen. Interessierte können sich ebenfalls direkt an Erna Staub wenden. (sl)
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Weitere Informationen zum kostenlosen Betreuungsdienst "I guete Händ" finden Sie im Artikel der Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 30.12.2006 und auf dem Infoblatt "I guete Händ", welches nachstehend als PDF-Dokument heruntergeladen werden kann. (gk)