Reuss-Aue gedeiht prächtig
Artikel Aargauer Zeitung/MLZ, Ausgabe vom 11.09.2006, über die Auenrenaturierung Foort; Hinweis auf weitere Informationen und Bilder
Reuss-Aue gedeiht prächtig
Artikel Aargauer Zeitung/MLZ, Ausgabe vom 11.09.2006, über die Auenrenaturierung Foort; Hinweis auf weitere Informationen und Bilder
© Aargauer Zeitung / MLZ; 11.09.2006
Reuss-Aue gedeiht prächtig
Eggenwil Biber und Schwarzpappel freuen sich an aufgewerteter Naturlandschaft
Die neu gestaltete Fluss-Aue in den Reussschleifen zwischen Eggenwil und Künten hat sich zu einer abwechslungsreichen Erholungslandschaft entwickelt.
In dem von Pro Natura Aargau erworbenen 11 Hektaren grossen Gebiet «Foort», auf Eggenwiler Boden, wurden in den Wintern 2003/04 und 2004/05 zwei neue Reussläufe geöffnet. Vorher musste Wald, vor allem Fichtenholz, geschlagen werden. Dadurch kam mehr Licht ins Unterholz. In kurzer Zeit vergrösserte sich der Bestand an Laubbäumen augenfällig.
Schwarzpappel verbreitet sich
Vor einem Jahr wurden in der aufgewerteten Naturlandschaft erste Biberspuren und vor kurzem neue Abdrücke des in den Aargau zurückgekehrten Nagetiers gesichtet. Das gute Wachstum der Weidenbestände wird den neuen Bewohner freuen. Zudem beobachtete man eine unerwartete Naturverjüngung der einheimischen Schwarzpappel, die als gefährdete Pflanze bereits auf die Rote Liste gerückt war. Zur Arterhaltung hatte man noch vor der erfreulichen Entdeckung zahlreiche Schwarzpappeln gepflanzt. Die Jungbäume wurden genetisch geprüft, um Verwechslungen mit Hybridpappeln zu verhindern.
Die Schwarzpappel, die bis 35 Meter hoch werden kann, gehört zu den klassischen Gehölzen der Weichholzaue, also der gewässernächsten Zonen, die regelmässig überschwemmt werden. Der Pappel macht das nichts. Sie ist für den mittlerweile ins Reusstal zurückgekehrten Biber ein gefundenes Fressen.
Fischer und Besucher freuen sich
Bei der Aushebung der zwei neuen Flussläufe wurden rund 50 000 Kubik Material bewegt. Laut dem Biologen Christoph Flory kamen die beiden Seitenarme - fast zufällig, wie sich nachträglich zeigte - ziemlich genau auf alte Flussarme zu liegen, die den Auenwald durchzogen, bis sie verlandeten. Die neuen Nebengewässer sind auf den Hauptlauf der Reuss abgestimmt. Ab einer Wasserdurchflussmenge von 40 beziehungsweise 60 Kubik werden sie geflutet. Sie überstanden sowohl das Reuss-Rekordhochwasser im August 2005 mit über 900 Kubik als auch den Rekord-Tiefstwasserstand von 30 Kubik im letzten Winter. Mit ihren unterschiedlichen Wassermengen und abwechselnden Strömungsverhältnissen sind sie interessante Fisch-Laichgewässer. Die Fischer schätzen sie.
Nicht nur die Angler freuen sich an der rekonstruierten Reuss-Aue: Das Gebiet ist zu einer beliebten Naherholungslandschaft geworden - zu einem «Mehrwert» zum Beispiel für Eggenwil und laut Gemeindeschreiber Walter Bürgi «für Neuzuzüger so attraktiv wie der Steuerfuss». (H. P. W.)
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Am 19. März 2005 wurde mit einem spektakulären Durchstich der zweite der zwei neu geschaffenen Reussseitenarme im Gebiet Foort eingeweiht. Informationen darüber finden Sie in dieser Rubrik unter dem Titel "Dammbruch für mehr Natur am 19.03.2005". (gk)
Hier finden Sie die Portraits über die Schutzgebiete Foort, alte Reuss, Rägelrai und Rütirebe
Hier finden Sie weitere Informationen zum Auenschutzpark Aargau