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«Unsere Türen bleiben offen»

Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 28.09.2010, zur Referendumsabstimmung vom 26. September über das Hochwasserschutzprojekt

© Bremgarter Bezirks-Anzeiger Ausgabe 77 (28.09.2010)


Region Bremgarten

«Unsere Türen bleiben offen»

Eggenwil: Der Souverän sagt Ja zum Hochwasserschutz

An der Urne hat die Eggenwiler Bevölkerung den Entscheid der Gemeindeversammlung bestätigt und Ja gesagt zum Hochwasserschutz. Die Stimmbeteiligung lag bei hohen 61,1 Prozent.

215 Ja zu 159 Nein. «Das Resultat ist deutlich im Sinne des Gemeinderats ausgefallen - auch wenn ich persönlich es gerne noch deutlicher gehabt hätte.» Gemeinderat Roger Hausherr, Verantwortlicher für Umwelt und Werke, freute sich am Sonntag über den Rückhalt, den der Gemeinderat in der Bevölkerung geniesst.

Mit dem Ja haben die Eggenwiler den Kredit von 2,15 Millionen Franken für die Offenlegung und Renaturierung des Ibisguetbachs gesprochen. Und sie hat Ja gesagt zur Behebung aller Schutzdefizite gemäss Gefahrenkarte.

Hausherr ist sich bewusst, dass erst ein politischer Entscheid gefallen ist. «Mit der Auflage des Bauprojekts folgt die rechtliche Seite.» Damit lasse sich der Gemeinderat Zeit: Eine Atempause tue allen gut.

Walter Joho vom Neinkomitee konnte dem Entscheid etwas Gutes abgewinnen. «Ich bin froh, dass so viele in unserem Sinn gestimmt haben.»
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Bericht Seite 4


Eine Atempause einlegen

Eggenwil: Der Gemeinderat lässt sich Zeit mit der Umsetzung des Hochwasserschutzprojekts

Die Bevölkerung hat Ja gesagt zum Kredit von brutto 2,15 Millionen Franken für die Offenlegung und Renaturierung des Ibisguetbachs. Nun geht der Gemeinderat in Klausur und entscheidet über das «Wie weiter».

Erika Obrist

Seit zehn Monaten beherrscht ein Thema die Eggenwiler Bevölkerung: Projekt und Kredit für die Offenlegung des Ibisguetbachs. Im November 2009 wurde das Geschäft an den Gemeinderat zurückgewiesen. Letzten Juni sagte der Souverän dann Ja zum Kredit von 2,15 Millionen Franken. Am letzten Sonntag bestätigte die Bevölkerung dieses Verdikt in der Referendumsabstimmung.

«Die Emotionen gingen zuweilen hoch», sagte der ressortverantwortliche Gemeinderat Roger Hausherr am Sonntag. «Diese müssen sich nun legen.» Daher werde der Gemeinderat erst einmal eine Atempause einlegen und sich Zeit lassen mit der Erarbeitung des Bauprojekts. «Dieses wird wohl erst nächstes Jahr öffentlich aufgelegt werden», so Hausherr. Definitiv entscheiden werde der Gemeinderat aber anlässlich der Klausurtagung, an der auch das Verwaltungspersonal teilnehmen wird.

«Ich hoffe auf Verbesserungen beim Bauprojekt»

Walter Joho vom Referendumskomitee freute sich über den hohen Zuspruch bei der Abstimmung. 215 Einwohner hatten der Vorlage des Gemeinderats zugestimmt, immerhin 159 unterstützten das Referendumskomitee. «Das zeigt doch, dass die Vorlage der Gemeinde nicht so hieb und stichfest ist», interpretiert Hans Rechsteiner den Ausgang der Abstimmung.

Das Resultat gelte es zu akzeptieren. «Offenbar hat die Bevölkerung den Landverschleiss und die hohen Kosten von insgesamt 2,15 Millionen Franken nicht so stark bewertet, wie wir uns das erhofft haben», so Rechsteiner weiter. «Ich hoffe aber, dass ins Bauprojekt noch ein paar Verbesserungen aufgenommen werden.» Dass Anregungen des Referendumskomitees einfliessen werden.

Auch Rechtsteiner streicht die Emotionen heraus, die im zehnmonatigen Hin und Her um den Hochwasserschutz zutage getreten sind. «Es ist einiges Geschirr zerschlagen worden an der letzten Gemeindeversammlung und im Abstimmungskampf.» Der Gemeinderat habe mächtig Druck gemacht im Vorfeld der Abstimmung, um seiner Vorlage zum Sieg zu verhelfen. Und er bedauert, dass die Variante des Referendumskomitees nie auf derselben Stufe geprüft worden sei wie diejenige des Gemeinderats.

«Wir werden unsere Lehren ziehen»

Gemeinderat Roger Hausherr widerspricht. Nach der Rückweisung der Vorlage im November 2009 habe der Gemeinderat alle möglichen Varianten vorprüfen lassen; längst nicht alle seien tauglich gewesen. Zudem habe jeder in der Arbeitsgruppe Vorschläge einbringen können. «Die Sitzungen der Arbeitsgruppe wurden protokolliert. Gegen die Protokolle gingen keine Einwände ein.»

Auch wenn die Einwohner nun dem Gemeinderat den Rücken gestärkt haben - das Vorgehen bei einem ähnlich gelagerten Projekt müsse geändert werden, so Hausherr. «Wir werden unsere Lehren ziehen», versichert er. «Wir werden künftig langsamer vorgehen und die Bevölkerung früher informieren, damit sie sich intensiv mit dem anstehenden Geschäft auseinandersetzen kann.»

«Die Offenlegung des Ibisguetbachs ist ein gutes Projekt», betont Hausherr abschliessend. «Und ein wichtiges dazu.» Alle Planungen, die wegen der Abstimmung zurückgestellt worden sind, könnten nun wieder hervorgeholt werden: die Sanierung des Kugelfangs, die Schulraumplanung und die langristige Zonenplanung. «Ich freue mich darauf, Neues in Angriff nehmen zu können.»

Schutzdefizite beseitigen

380 Stimmberechtigte oder 61,1 Prozent haben ihren Stimmrechtsausweis eingelegt. Stimmzettel gingen 377 ein, davon waren 3 leer.

215 Einwohner legten ein Ja in die Urne. 159 ein Nein. Damit genehmigten sie einen Kredit von brutto 2,15 Millionen Franken für die Umsetzung des Hochwasserschutzprojekts «Offenlegung und Renaturierung Ibisguetbach» mit gleichzeitiger Behebung aller Schutzdefizite gemäss Gefahrenkarte Hochwasser.

Bund und Kanton leisten Beiträge ans Projekt. 610 000 Franken muss die Gemeinde Eggenwil selber aufbringen.

Offen gelegt wird der Ibisguetbach bis zur Liegenschaft Hartmann. Danach wird er eingedolt unter der Alten Badenerstrasse und der Oberdorfstrasse in den Junebach geleitet. Beim Durchlass Junebach vor der Liegenschaft Buechstrasse 1 wird ein Grobrechen eingebaut. Die Sohle des Junebachs wird bei der Brücke Unterdorfstrasse auf eine Länge von rund 30 Metern um etwa 85 Zentimeter abgesenkt. Zudem wird der bergseitige Durchlass des Kreuzweidbachs im Weiler Hofor vergrössert. Stimmen die Berechnungen der Ingenieure, so sind mit diesen Massnahmen sämtliche Schutzdefizite gemäss Gefahrenkarte Hochwasser im Dorf beseitigt. --red

Resultat Kommunale Referendumsabstimmung Eggenwil vom 26.09.2010

 

 

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