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Abwasser soll künftig nach Bremgarten fliessen

Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 16.10.2010, über den geplanten Anschluss der Gemeinde Eggenwil an die regionale Abwasserreinigungsanlage Bremgarten

© Aargauer Zeitung


Samstag, 16. Oktober 2010 | az | www.aargauerzeitung.ch

Freiamt Seite 32

Eggenwil Gemeinde will 2 Millionen Franken für einen Anschluss an die regionale Kläranlage Bremgarten investieren.

von Lukas Schumacher

Der Gemeinderat Eggenwil will die veraltete gemeindeeigene Kläranlage aufgeben. Sie war vor 37 Jahren in Betrieb genommen worden. Fortan sollen die Abwässer der Dorfbewohner per Druckleitung zur grossen Kläranlage Kessel in Bremgarten geführt und dort gereinigt werden. 2,4 Kilometer misst die geplante Druckleitung. Sie führt von der Pumpstation in der Kläranlage Eggenwil durch die Gebiete Meiebergsmatt/Werdacher entlang dem Reussuferweg über die Bremgarter Umfahrungsbrücke Struss zur Kläranlage Bremgarten.

Kein Pappenstiel

Die Gesamtkosten der neuen Abwasserlösung betragen 1,98 Millionen Franken. Auf 1,44 Mio. kommen der Bau der Druckleitung sowie der Teilrückbau der Kläranlage Eggenwil samt den dortigen betriebstechnischen Anpassungen zu stehen. Die restlichen 540000 Franken muss Eggenwil für den Einkauf in den Abwasserverband Bremgarten-Mutschellen ausgeben. Neben Bremgarten, Berikon, Widen, Zufikon und Hermetschwil-Staffeln wäre Eggenwil die sechste Gemeinde des Abwasserverbandes Bremgarten-Mutschellen, der die Kläranlage Bremgarten betreibt.

Ob das Abwasser aus Eggenwil künftig nach Bremgarten geleitet wird, entscheiden die Dorfbewohner an der Gemeindeversammlung vom 19. November. Fest steht, dass Eggenwil die benötigten 2 Millionen Franken aus dem Eigenkapital seines Eigenwirtschaftsbetriebs Abwasserbeseitigung bezahlen kann. Zudem müssten die Benützungs- und Anschlussgebühren nicht erhöht werden, hält der Gemeinderat fest. Dem Verbandsbeitritt Eggenwils müssen auch die Gemeindeversammlungen Bremgarten, Berikon, Hermetschwil-Staffeln, Widen und Zufikon grünes Licht erteilen. Wohl nur eine Formsache.

Ausbau und Abbruch

Die Pumpen sollen im Keller des bestehenden Betriebsgebäudes auf dem Gelände der Kläranlage Eggenwil installiert werden. Für die Steuerung wird die bestehende Steuerungsanlage des Regenbeckens angepasst, sodass man die Pumpstation auch von der Kläranlage Bremgarten aus überwachen und regeln kann. In Eggenwil weiterhin Verwendung finden Regenrückhaltebecken, Zulaufkanal, Drossel, Durchflussmessung, Sandfang und Betriebsgebäude. Abgebrochen hingegen werden Rechengebäude, Emscherbrunnen, Tropfkörper und Nachklärbecken. Für den Unterhalt der Anlage und den Pikettdienst zeichnet weiterhin das Bauamt Eggenwil zuständig.

Den bescheidenen Abwasseranfall aus Eggenwil kann die regionale Kläranlage Bremgarten problemlos verkraften. Die zusätzliche Belastung der Regionalanlage Bremgarten beträgt lediglich 4 Prozent oder maximal 12 Liter Schmutzfracht pro Sekunde.

Die Kläranlage Eggenwil war 1973 auf 1000 Einwohnergleichwerte ausgelegt worden. Mit den heute 900 Einwohnern und den 100 Arbeitsplätzen ist die Kapazität der Anlage praktisch ausgeschöpft. Zudem lässt der Reinigungseffekt der kleinen Kläranlage zu wünschen übrig.

«Wirtschaftlich sinnvoll»

Der Gemeinderat bezeichnet den Anschluss an die Kläranlage Bremgarten als «beste und auch wirtschaftlich sinnvolle Lösung». Weniger vorteilhaft schneiden laut dem Gemeinderat die zwei Varianten Modernisierung/Erweiterung der Kläranlage Eggenwil und Anschluss an die Kläranlage Stetten ab. Insbesondere die Betriebs- und Wartungskosten kämen in der Kläranlage Bremgarten, umgerechnet auf den einzelnen Einwohner, recht preiswert zu stehen. Auch die Sektion Abwasserreinigung und Siedlungsentwässerung des Kantons Aargau hält den Anschluss Bremgarten für die beste der drei Varianten. (SL)

  

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