Coronavirus (COVID-19) – Gemeindemitteilung vom 21.03.2020
Bundesrat verbietet Ansammlungen von mehr als fünf Personen und fordert alle in der Schweiz wohnhaften Menschen auf, zu Hause zu bleiben; Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga wendet sich in einem offenen Brief an die Bevölkerung

Die Corona-Pandemie breitet sich auch in der Schweiz immer weiter aus. Wie Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten des Bundesamts für Gesundheit (BAG), soeben an der Pressekonferenz des Bundes mitteilte, hat das BAG bis zur Stunde 6113 positiv getesteter Erkrankungsfälle erfasst. Das sind knapp 1300 Infizierte mehr als gestern Freitag. Bislang sind in der Schweiz 56 Menschen an den Folgen des neuen Coronavirus verstorben. Für den Bundesrat hat die Gesundheit der Bevölkerung oberste Priorität. Besonders auch Menschen mit einem höheren Risiko, schwer zu erkranken, sollen besser geschützt werden. Die gesamte Bevölkerung ist betroffen und dringend aufgerufen, zu Hause zu bleiben.
Der Bundesrat appelliert an die Bevölkerung, Organisationen und Institutionen:
Bleiben Sie jetzt zu Hause. Gehen Sie nur noch aus dem Haus, wenn es zwingend erforderlich ist. Das heisst:
- wenn Sie Lebensmittel einkaufen müssen,
- wenn Sie zum Arzt, zur Ärztin oder in die Apotheke gehen müssen,
- wenn jemand Ihre Hilfe benötigt,
- wenn Home Office nicht möglich ist und Sie arbeiten gehen müssen.
Wenn Sie älter als 65 sind oder wenn Sie eine Vorerkrankung haben, empfehlen wir Ihnen dringend, keine Ausnahme zu machen; ausser Sie müssen zum Arzt oder zur Ärztin.
Treffen von mehr als 5 Personen sind in der Öffentlichkeit verboten. Damit sind öffentliche Plätze, Spazierwege oder Parkanlagen gemeint. Treffen sich weniger als fünf Personen, müssen sie eine Distanz von mehr als zwei Metern einhalten. Wer sich nicht daran hält, wird mit Busse bestraft. Dieses Verbot gilt bis am 19. April 2020.
Gleichzeitig wendet sich Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga heute in einem offenen Brief an die Schweizer Bevölkerung:
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger
Unser Leben hat sich über Nacht verändert. Schulen, Kinos und Läden sind geschlossen, Veranstaltungen verboten. Ältere und kranke Menschen bleiben zu Hause. Viele Berufstätige arbeiten von daheim aus. Im Büro oder auf der Strasse kommen wir uns nicht näher als zwei Meter. Ansammlungen von mehr als fünf Personen sind draussen verboten.
Diese Regeln sind wichtig. Denn sie retten Leben. Darum müssen wir sie unbedingt einhalten. Nur so können wir Ansteckungen vermeiden und die Verbreitung des Coronavirus verlangsamen. Und das ist jetzt entscheidend.
Wenn sich das Virus zu schnell verbreitet, sind die Intensivstationen in unseren Spitälern überlastet. Die Folgen können verheerend sein.
Die Opferzahlen in der Schweiz steigen. Das tut weh. Bund, Kantone und Gemeinden arbeiten Tag und Nacht an Lösungen. Es ist aber wie so häufig in unserem Land: Es braucht die Bevölkerung.
Wir, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, haben es in der Hand. Im Namen des Bundesrats rufe ich Sie deshalb auf: Bleiben Sie daheim, wenn Sie älter als 65 oder krank sind. Bleiben Sie auf Distanz zu anderen Menschen. So helfen Sie sich. Und so helfen Sie den anderen.
Die Behörden lassen die Bevölkerung nicht allein. Wir kümmern uns um Betriebe und Arbeitsplätze. Der Bundesrat hilft Unternehmen, Angestellten und Freischaffenden, die um ihre Existenz kämpfen. Er sorgt dafür, dass Löhne bezahlt werden können und Firmen Kredite erhalten. Mehr als 40 Milliarden Franken stehen ab sofort zur Verfügung, rasch und unbürokratisch.
Nicht alle Menschen können zu Hause bleiben. Wir brauchen das Gesundheitspersonal, die Pöstler, die Verkäuferinnen, die Lastwagenfahrer, Bus-Chauffeure, unsere Bäuerinnen und Bauern, die Armeeangehörigen: Sie schauen, dass die Versorgung auch weiterhin funktioniert. Ihnen gebührt ein riesengrosses Dankeschön!
Genau das hat die Schweiz immer ausgezeichnet. Wenn es darauf ankommt, sind wir mehr als 26 Kantone und 8,5 Millionen Menschen. Wir sind ein Land. Und wir sind füreinander da.
Ihre Simonetta Sommaruga
Bundespräsidentin
Gemeinderat und Verwaltung schliessen sich den Aufrufen der Behörden des Bundes und Kantons vollumfänglich an und bitten die Eggenwiler Bevölkerung eindringlich, sich an die Anweisungen und Empfehlungen strikte zu halten. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und Solidarität in dieser ausserordentlichen Lage.
Besonders gefährdete Einwohnerinnen und Einwohner, die Hilfe benötigen, etwa beim Einkaufen von Lebensmitteln, bei der Besorgung von Medikamenten oder in anderen wichtigen Angelegenheiten, wenden sich bitte direkt an Jessica Hausherr, Badenerstrasse 17a, 079 860 09 65, als Anlaufstelle und Koordinatorin der freiwilligen Nachbarschaftshilfe Eggenwil. Weitere Informationen, insbesondere auch die Notfall-Telefonnummern der Gemeinde, können der gestrigen Gemeindemitteilung entnommen werden.
Miteinander und füreinander werden wir diese Ausnahmesituation meistern. Bleiben Sie gesund!
Gemeindekanzlei Eggenwil
Walter Bürgi, Gemeindeschreiber
Eggenwil, 21. März 2020, 15.00 Uhr
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