Gemeindemitteilung vom 03.02.2012
Planungskommission prüft Lösungsvarianten hinsichtlich der Erweiterung und Sanierung der Schul- und Mehrzweckanlage; Weiterhin rege Bautätigkeit; Anlauf- und Beratungsstelle der Pro Senectute; ID kann auch künftig bei der Gemeinde beantragt werden
Planungskommission prüft Lösungsvarianten hinsichtlich der Erweiterung und Sanierung der Schul- und Mehrzweckanlage
Im März befindet das Aargauer Stimmvolk über das Vorhaben zur Stärkung der Volksschule. Mit dem Reformprojekt setzt der Aargau die Vorgaben der Bundesverfassung um, welche die Kantone verpflichten, das Schuleintrittsalter, die Schulpflicht sowie die Dauer und die Ziele der Bildungsstufen national zu vereinheitlichen.
Als wichtigster Eckpfeiler der Vorlage und stärkster Eingriff in die bestehenden Schulstrukturen soll – wie in der übrigen Schweiz – künftig die Primarschule sechs und die Oberstufe drei Jahre dauern (System 6/3 anstatt 5/4). Der bisher freiwillige Kindergartenbesuch wird für alle Kinder obligatorisch, der zweijährige Kindergarten als eigenständige Stufe in die Volksschule eingegliedert und der Eintrittsstichtag an die Mehrheit der übrigen Kantone angepasst (31. Juli als Standard). Nebst weiteren Massnahmen soll auch am Kindergarten eine heilpädagogische Förderung von Kindern mit Entwicklungsrückständen und Lernschwierigkeiten ermöglicht werden.
Wie die unter Beizug von Fachleuten des kantonalen Departementes Bildung, Kultur und Sport (BKS) vorgenommene Analyse durch die Schulbehörde verdeutlicht, bestehen bereits heute Kapazitätsengpässe beim Raumangebot der Schulanlage Eggenwil. Dies insbesondere als Folge der gestiegenen Anforderungen der Gesellschaft an die Schule und der damit einhergehenden Veränderungen, wie etwa die Einführung der integrativen Schulform oder das Angebot an Tagesstrukturen. Kommt nun noch die sechste Primarschulklasse hinzu, reichen die bestehenden Infrastrukturen auf keinen Fall mehr aus. Weiter ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung, dass sowohl das 1968 erbaute Schulhaus als auch die 1978 errichtete Mehrzweckhalle (Einfachturnhalle) samt Teile der Aussenumgebung renovationsbedürftig sind. Zudem ist die Belegungskapazität des Mehrzweckgebäudes durch die Nutzung von Schule, Vereinen und Gemeinde als Sportstätte, Ort des Mittagstisches, Probe-, Veranstaltungs- und Versammlungslokal erreicht.
Um rechtzeitig auf die Umsetzung des Reformprojekts – insbesondere den per 1. August 2014 geplanten Wechsel auf das System 6/3 – vorbereitet zu sein, befassen sich Schulpflege und Gemeinderat bereits seit längerer Zeit mit der Grobbeurteilung der pädagogischen/organisatorischen, personellen, infrastrukturellen und finanziellen Auswirkungen der strukturellen Veränderungen im Bildungswesen auf die Schule und die Gemeinde Eggenwil. Über die Zwischenergebnisse der strategischen Planung im Rahmen des Projekts "Erweiterung/Sanierung Schul- und Mehrzweckanlage" wurde jeweils an Gemeindeversammlungen und Koordinationssitzungen mit den Präsidenten der Dorfvereine und Behörden/Kommissionen informiert. Seit 2008 sind die auf der Basis des seinerzeitigen Projekts "Dreiklang, 1990" errechneten Investitionen in der Finanzplanung enthalten bzw. öffentlich publiziert.
Des Weiteren hat der Gemeinderat im Sinne von Sofortmassnahmen partielle Umbauten und Renovationen zurückgestellt sowie den von der Gemeindeversammlung im Winter 2007 bewilligten Ersatz der Ölheizung durch eine Holzschnitzelheizung sistiert, um die Handlungsfreiheit im Hinblick auf ein kohärentes Gesamtprojekt zu wahren und Fehlinvestitionen zu vermeiden.
Ohne dem Entscheid des Souveräns oder den weiteren Planungsarbeiten vorgreifen zu wollen, sind sich Schulpflege und Gemeinderat in den Grundsätzen einig: Auch wenn als Folge der Bildungsreform erhebliche Kosten zulasten der Gemeinde zu erwarten sind, handelt es sich bei der geplanten Stärkung der Volksschule um ein notwendiges und ausgewogenes Vorhaben. Eine schweizweit einheitliche Dauer der Primarschule und der Oberstufe macht es deutlich einfacher, einen gemeinsamen Lehrplan und gemeinsame Lehrmittel zu entwickeln. Eine Harmonisierung wird mit der steigenden Mobilität der Bevölkerung zunehmend wichtiger. Für Eltern mit schulpflichtigen Kindern wird der Umzug in den Aargau erleichtert, wenn dieser ein ähnliches Schulsystem wie die anderen Kantone hat. Zudem wird der Kindergarten aufgewertet und erhält vergleichbare Ressourcen wie die anderen Stufen.
Weiter ist aus Sicht der Eggenwiler Gemeinde- und Schulbehörde der Standort von Kindergarten und Primarschule vor Ort unverhandelbar, was jedoch eine sinnvolle Kooperation und Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden nicht ausschliesst. Die sechsjährige Primarschule ermöglicht es vor allem den kleineren Gemeinden, trotz der demographischen Entwicklung auch in Zukunft eine eigene Primarschule im Dorf zu führen. Mehr Kinder können dadurch ihren Schulweg zu Fuss zurücklegen und ein Jahr länger in unmittelbarer Nähe ihres Wohnorts die Schule besuchen. Beides trägt zur Lebensqualität und Standortattraktivität der Gemeinden bei.
Nicht zuletzt ist festzustellen, dass sich die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Mai 2006 mit einem Ja-Stimmenanteil von über 85 Prozent für national einheitliche Eckwerte in der Bildung ausgesprochen haben. Aufgrund des entsprechenden Verfassungsartikels wird der Bund die notwendigen Vorschriften erlassen, falls auf dem Koordinationsweg keine Harmonisierung zustande kommt. Sollte also das Aargauer Stimmvolk wider Erwarten im März dem Reformprojekt nicht zustimmen, werden die strukturellen Veränderungen mit wenigen Jahren Verzögerung dennoch Tatsache.
Aus all den genannten Gründen hat der Gemeinderat entschieden, mit einer breit abgestützten Planungskommission aus Vertretern der Gemeinde- und Schulbehörde, des Lehrerkollegiums, der Dorfvereine sowie der Finanzkommission die strategische Planung unter Einbezug der Rahmenbedingungen und denkbaren flankierenden Massnahmen weiterzuführen, mittels Machbarkeitsstudien Lösungsvarianten zu prüfen und schliesslich ein Vorprojekt zu erarbeiten. Dies mit dem Ziel, der Einwohnergemeindeversammlung vom 30. November 2012 den entsprechenden Baukredit zur Beschlussfassung zu unterbreiten. Vorgängig ist eine öffentliche Informationsveranstaltung geplant.
Die Arbeitsgruppe (beratende Kommission des Gemeinderates ohne abschliessende Entscheidungsbefugnisse) nimmt ihre Arbeit an der Startsitzung vom 16. Februar auf.
Weiterhin rege Bautätigkeit
2011 wurden 14 Baubewilligungen erteilt für die Erstellung von elf neuen Wohneinheiten und einer Gewerbeeinheit, fünf Überdachungen/Verglasungen von Sitzplätzen inklusive unbeheizte Wintergärten sowie Verglasungen von Hauseingängen, zwei Stützmauern/Einfriedungen/sonstige Gartengestaltungen, eine Photovoltaikanlage, einen Gebäudeabbruch und zwei übrige Bauten und Anlagen. Im Weiteren wurden Stellungnahmen zu sechs Vorprojekt-Anfragen verfasst, vier diverse baurechtliche Verfügungen/Projektänderungen behandelt, zwei Rohbau- und acht Schlussabnahmen vorgenommen, zwei Einwendungen verhandelt und keine Bussen ausgesprochen.
Im vergangenen Jahr wurden zwei Wohneinheiten fertig gestellt. Vier Wohneinheiten und eine Gewerbeeinheit befinden sich zur Zeit im Bau. Sieben Wohneinheiten sind baubewilligt, aber noch nicht baubegonnen. Zudem prüft die Bauverwaltung derzeit Studien oder Vorprojekte für 29 neue Wohneinheiten.
Laut Verzeichnis der Aargauischen Gebäudeversicherung waren in Eggenwil per Ende 2011 365 (Vorjahr: 364) Gebäude mit einem Gesamtversicherungswert von 268 (258) Millionen Franken registriert.
Anlauf- und Beratungsstelle der Pro Senectute
Die Anlauf- und Beratungsstelle der Pro Senectute ist seit drei Jahren in Betrieb und bei der Bevölkerung und den Organisationen im Aargau gut etabliert. 2011 gingen aus dem gesamten Kanton 2365 Anfragen ein, über 67 700 Mal wurde auf die Internetseite www.info-ag.ch zugegriffen.
ID kann auch künftig bei der Gemeinde beantragt werden
Die Zusammenlegung der Ausstellungsverfahren für biometrische Pässe und Identitätskarten wird aufgehoben. Die ID kann damit weiterhin bei der Einwohnerkontrolle beantragt werden. Für Pässe und das Kombiangebot (Pass und ID) ist das Passamt in Aarau zuständig. Weitere Informationen sind unter www.schweizerpass.ch abrufbar.