Es ist eng im Schulhaus
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 03.02.2012, über das Projekt Erweiterung/Sanierung der Schul- und Mehrzweckanlage
Es ist eng im Schulhaus
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 03.02.2012, über das Projekt Erweiterung und Sanierung der Schul- und Mehrzweckanlage
© Bremgarter Bezirks-Anzeiger Ausgabe 10 (03.02.2012)
Region Bremgarten
Es ist eng im Schulhaus
Eggenwil: Planungskommission prüft Lösungen für die ganze Schulanlage

Das Schulhaus und die angrenzende Mehrzweckhalle sind an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. Zudem müssen beide Gebäude saniert werden. Eine Kommission prüft nun Lösungen für die Erweiterung und Sanierung.
Seit einiger Zeit befasst sich der Gemeinderat mit der möglichen Erweiterung und Sanierung von Schul- und Mehrzweckanlage. Nun hat er eine Planungskommission eingesetzt.
Im März befindet das Aargauer Stimmvolk über das Vorhaben zur Stärkung der Volksschule. Mit dem Reformprojekt setzt der Aargau die Vorgaben der Bundesverfassung um, welche die Kantone verpflichten, das Schuleintrittsalter, die Schulpflicht sowie die Dauer und die Ziele der Bildungsstufen national zu vereinheitlichen. Als wichtigstes Element der Vorlage soll künftig die Primarschule sechs und die Oberstufe drei Jahre dauern.
Räume reichen nicht
Abklärungen haben nun ergeben, dass bereits heute Engpässe im Schulhaus vorhanden sind. Dies insbesondere als Folge der gestiegenen Anforderungen an die Schule und die damit verbundenen Veränderungen wie etwa die Einführung der integrativen Schulform oder das Angebot an Tagesstrukturen. Kommt nun noch die sechste Primarschulklasse hinzu, reichen die bestehenden Infrastrukturen auf keinen Fall mehr aus.
Weiter sind das 1968 erbaute Schulhaus und die 1978 errichtete Mehrzweckhalle samt Teilen der Aussenumgebung sanierungsbedürftig. Auch ist die Belegungskapazität des Mehrzweckgebäudes erreicht.
Um rechtzeitig auf die Umsetzung des Reformprojekts auf Beginn des Schuljahres 2014/15 vorbereitet zu sein, befassen sich Schulpflege und Gemeinderat seit längerer Zeit mit der Grobbeurteilung der Auswirkungen der Veränderungen im Bildungswesen auf die Schule und die Gemeinde. Dazu gehören pädagogische und organisatorische Folgen der Bildungsreform, aber auch bezüglich Personal, Raumbedarf und Finanzen.
Über die Zwischenergebnisse der strategischen Planung im Rahmen des Projekts «Erweiterung/Sanierung Schul- und Mehrzweckanlage» wurde jeweils an Gemeindeversammlungen und Sitzungen mit den Vereinspräsidenten und Behörden/Kommissionen informiert. Seit 2008 sind die auf der Basis des seinerzeitigen Projekts «Dreiklang, 1990» errechneten Investitionen in der Finanzplanung enthalten.
Renovationen zurückgestellt
Weiter hat der Gemeinderat partielle Umbauten und Renovationen zurückgestellt sowie den von der Gemeindeversammlung im Winter 2007 bewilligten Ersatz der Ölheizung durch eine Holzschnitzelheizung sistiert, um Fehlinvestitionen im Hinblick auf ein Gesamtprojekt zu vermeiden.
Daher hat der Gemeinderat entschieden, mit einer breit abgestützten Kommission aus Vertretern der Gemeinde- und Schulbehörde, des Lehrerkollegiums, der Vereine sowie der Finanzkommission die strategische Planung weiterzuführen, mittels Machbarkeitsstudien Lösungsvarianten zu prüfen und dann ein Vorprojekt zu erarbeiten. Dies mit dem Ziel, der Einwohnergemeinde an der nächsten Winterversammlung den Baukredit zu unterbreiten. Vorgängig ist eine öffentliche Informationsveranstaltung geplant. Die Kommission nimmt ihre Arbeit an der Startsitzung vom 16. Februar auf.
Behörden sind für die Reform
Schulpflege und Gemeinderat sind sich in den Grundsätzen einig: Auch wenn mit der Bildungsreform erhebliche Kosten auf die Gemeinde zukommen, so handelt es sich um ein notwendiges Vorhaben. Eine schweizweit einheitliche Dauer der Primarschule und der Oberstufe macht es einfacher, einen gemeinsamen Lehrplan und gemeinsame Lehrmittel zu entwickeln. Für Eltern mit schulpflichtigen Kindern wird der Umzug in den Aargau erleichtert, wenn dieser ein ähnliches Schulsystem wie die anderen Kantone hat. Zudem wird der Kindergarten aufgewertet.
Weiter ist der Standort von Kindergarten und Primarschule vor Ort unverhandelbar, was eine Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden nicht ausschliesst. Die sechsjährige Primarschule ermöglicht es vor allem den kleineren Gemeinden, auch künftig eine eigene Primarschule im Dorf zu führen. Die Kinder können ein Jahr länger am Wohnorts die Schule besuchen. Das trägt zur Lebensqualität und Standortattraktivität der Gemeinden bei. --gk/red