Generationengrenzen sind überwindbar
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 18.04.2012, über die Podiumsdiskussion der Pro Senecute Aargau zum Dialog zwischen Alt und Jung
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Mittwoch, 18. April 2012 | az | www.aargauerzeitung.ch
Freiamt
Generationengrenzen sind überwindbar
Muri Pro Senectute setzt sich für ein konstruktives Miteinander zwischen Alt und Jung ein

Martin Schneider, Pascale Bruderer, Isabel Iten, Niklaus Höchli und Thomas Wernli diskutieren über ihre Erfahrungen im Dialog über die Generationsgrenzen hinweg. ES
von Edy Schambron
Die Jungen können von den Alten §profitieren. Das gilt als unbestritten. Die Frage ist jedoch, wie die Generationen miteinander in den Dialog treten können. An einer Podiumsveranstaltung in der Pflegi Muri ging die Pro Senectute Aargau genau dieser Frage nach. In einem Referat zeigte SP-Ständerätin Pascale Bruderer auf, dass es bereits verschiedene, erfolgreiche Projekte gibt, die diesen Dialog fördern. Im Gespräch mit ihr, Pflegi-Direktor Thomas Wernli, Sozialarbeiter Martin Schneider und Niklaus Höchli, Teilnehmer am Projekt «Generationen im Klassenzimmer», ging Gesprächsleiterin Isabel Iten danach auf Spurensuche nach den gemachten Erfahrungen.
Beide Seiten profitieren
Der Brückenschlag zwischen Jung und Alt ist Pascale Bruderer wichtig. Das zeigte sie unter anderem auch in der Zeit als jüngste Nationalratspräsidentin. In ihrem Referat führte die Ständerätin an, wie Jung und Alt voneinander profitieren können.
«Moderne Technologien und Kommunikationsmöglichkeiten können wie eine Mauer zwischen den Generationen wirken – oder aber eine Brücke sein», zeigte sie am Beispiel des Projektes CompiSternli auf. In diesem werden Jugendliche zu Kursleitern ausgebildet, welche in entsprechenden Kursen wiederum Senioren mit Handy und Computer vertraut machen. Im Projekt «Zeitmaschine» wiederum wird von Schülerinnen und Schülern ein Thema gesetzt und dazu werden Zeitzeugen, also Menschen der älteren Generation, befragt. Daraus entstehen elektronische Dokumente mit modernster Technologie. Erfolgreich ist auch «Generationen im Schulzimmer.» Alle freiwilligen Engagements hätten einen hohen Wert, betonte Bruderer.
Umgekehrt empfiehlt sie der älteren Generation, den Jungen zuzuhören, «sich Zeit und Raum für Begegnungen mit ihnen zu nehmen.» Zentrale Grundlage dieses Dialogs seien Wertschätzung und Respekt gegenüber den anderen. In der Diskussion kam zum Ausdruck, dass ältere Menschen aus ihrem Engagement auch selbst einen grossen Nutzen ziehen.
Bereichernde Erlebnisse
«Es ist ein bereicherndes Erlebnis, mit Schülern zu arbeiten», sagte Niklaus Höchli. «Und im Dorf grüssen sie mich immer mit Namen, das tut gut», lachte er. Thomas Wernli machte darauf aufmerksam, dass in der Pflegi Begegnungen und Dialog ganz wichtig sind. 200 Mitarbeitende, davon 40 Lernende, seien tagtäglich mit Senioren zusammen. «Red Bull trifft auf Milchkafi», führte er aus. Martin Schneider, der ein Generationenspiel lanciert hat, betonte, dass der Dialog nicht nur im Rahmen von Projekten gesucht werden sollte, sondern im alltäglichen Leben. Davon ist auch Bruderer überzeugt. Aber sie stellte auch fest, «dass über Projekte Hemmschwellen im Alltag fallen können.»
AUSSERDEM ZUM THEMA
Ein Video vom Podiumsgespräch ist
auf www.aargauerzeitung.ch zu sehen.