Freude und Liebe am Muttertag
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 15.05.2012, über die Wiedereinweihung der renovierten katholischen Kirche in Widen
© Bremgarter Bezirks-Anzeiger Ausgabe 39 (15.05.2012)
Mutschellen
Freude und Liebe am Muttertag
Widen: Wiedereinweihung der katholischen Kirche mit Bischof Felix Gmür

Der Draht zum Petrus stimmte. Bei schönstem Wetter zog die Geistlichkeit mit der Musikgesellschaft Eggenwil und den Dorfkindern in die renovierte Kirche Bruder Klaus ein. Hoher Gast war der Diözesanbischof Felix Gmür.
Feierliches Glockengeläut ertönte zum Einzug in das in neuem Glanz erstrahlende Pfarreizentrum, welches nicht genügend Platz für die sehr zahlreichen Gäste bieten konnte. Nach 35 Jahren wurde es nötig, eine umfassende Renovation durchzuführen, welche über ein halbes Jahr Zeit in Anspruch nahm.
Nicht nur optische Massnahmen
Die Wände wurden mit frischer Farbe versehen und die Haustechnik wurde saniert und modernisiert. Sämtliche Räume wurden renoviert und energetisch den heutigen Anforderungen angepasst sowie alters- und behindertengerecht erschlossen. Eine Dachkonstruktion aus Holz lässt viel Licht in das Wider Gotteshaus fliessen.
Liebe äussert sich in Taten
Bischof Gmür begrüsste die Kirchgemeinschaft mit folgenden Worten: «Versammelt in Freude. Freude ist die Frucht derer, die an Christus glauben.» Bald nach Beginn erfolgte die eigentliche Einweihung der Kirche. Bischof Felix Gmür schritt mit den Konzelebranten und Ministranten durch die Kirche und segnete das Gotteshaus und die Gäste. Ebenso wurde die Kirche beweihräuchert. Die Osterkerze, ein Zeichen Christi, wurde entzündet.
Die ökumenische Kantorei Ars Cantandi unter der Leitung von Elisabeth Kolar sang ein beschwingtes Halleluja. Doris Müller-Knecht umrahmte den Festgottesdienst auf der Orgel.
In der Predigt sprach Bischof Gmür über das Lieben, Bleiben, Vollkommensein, Freundesein und immer wieder Lieben. Baruch de Spinoza, ein holländischer Philosoph mit religionskritischer Haltung, fragte im 17. Jahrhundert, warum Menschen trotz ihres Glaubens sich die Köpfe einschlagen. Seiner Meinung nach sind alle Menschen gleich. Wie sieht man uns denn an, dass wir Christen sind? Wir müssen achtgeben, nicht auf Leute zu hören, die sagen, wir seien nur sonntags beim Gebet Christen. Ausserdem dürfen wir nicht selbstgerecht sein. Liebe ist nicht nur ein Gefühl, sondern äussert sich in Taten. Freude haben.
Insofern sei der heutige Tag ein Tag der Liebe, was die Festgemeinde mit dem Empfang Gottes in der Kirche handfest beweise. Zum Schluss gratulierte Bischof Gmür allen Müttern zum Muttertag. Ein Tag für Menschen, die sehr viel aus Liebe handeln.
Nach der Eucharistie entzündete Bischof Gmür zusammen mit Diakon Adrian Bolzern das ewige Licht und segnete die Marienstatue. Gemeindeleiterin Edith Rey Kühntopf dankte dem Diözesanbischof und drückte die Freude der Kirchgemeinde aus, nun nach aufkommenden Gefühlen der Heimatlosigkeit wieder ein geweihtes Gotteshaus zu haben. --fw