Navigieren in Eggenwil

Effizienter Schutz vor Hochwasser

Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 18.09.2012, über die öffentliche Auflage des Hochwasserschutz-Projekts Eggenwil

© Bremgarter Bezirks-Anzeiger Ausgabe 75 (18.09.2012)

Region/Kelleramt

Effizienter Schutz vor Hochwasser
Eggenwil: Das bereinigte Projekt liegt bis am 9. Oktober öffentlich auf

Der Ibisguetbach führt links entlang der alten Badenerstrasse, das Bachbett soll offen gelegt und verbreitert werden. Bild: Archiv aw

Das 2010 zweimal vom Souverän gutgeheissene vierteilige Bauvorhaben kostet 2,7 Millionen Franken. 2013 soll es endlich realisiert werden.

André Widmer

1999 und 2007 kam es in Eggenwil zu Hochwasserereignissen. Sowohl Wohnhäuser als auch öffentliche Bauten wurden in Mitleidenschaft gezogen. Unvergessen dabei, als die Turnhalle von den Wassermassen geflutet wurde und der Sportplatz überschwemmt war. Das Nass bahnte sich seinen Weg weiter zur Kochsmattstrasse.

Im Jahre 2009 scheiterte vor der Gemeindeversammlung ein erstes Projekt. Mit einer umfassenden Informationspolitik und dem starken Einbezug von Fachexperten gelang es schliesslich, die Bevölkerung von der Notwendigkeit zu überzeugen, insbesondere auch von der umstrittenen Offenlegung des Ibisguetbachs. Sowohl die Abstimmung an der «Gmeind» als auch ein Referendumsurnengang fielen zugunsten des Vorhabens aus.

Geringfügige Änderungen

Nun liegt das bereinigte Bauprojekt bis am 9. Oktober bei der Gemeindeverwaltung auf. Geschützt werden sollen das bestehende Siedlungsgebiet und das geplante Wohngebietsland im Nordwesten Eggenwils vor einem sogenannten Jahrhunderthochwasser (HQ 100). Das Vorhaben ist in vier Teile gegliedert. Die bereits erwähnte Offenlegung des Ibisguetbachs ist weiterhin ein zentraler Punkt. Mit einem offenen und breiter angelegten Bachbett kann in erster Linie erreicht werden, dass bei erneuten starken Regenfällen wie 1999 und 2007 die Überflutung tiefer gelegener Dorfteile verhindert wird. Die Offenlegung erfolgt auf einer Länge von 516 Metern. Gemäss Gemeinderat und Ressortvorsteher Roger Hausherr hat man nach Besprechungen mit Landeigentümern und Anwohnern noch geringfügige Änderungen vorgenommen. Im Bereich Hof Hartmann wurde die Eindolung etwas Richtung Norden verschoben. Definiert wurden auch die Überfahrten.

Brücke Unterdorf wird abgerissen

Weitere  Bestandteile des Hochwasserschutzes Eggenwil sind eine Kalibervergrösserung der Dolung Kreuzweidbach im Gebiet Hofor, ein Grobrechen am Junebach sowie Massnahmen im Bereich Brücke im Unterdorf. Letztere sind grösser als einst geplant. Eigentlich war eine grössere Sohlentiefe geplant. Auch weil die Brücke substanziell in schlechtem Zustand ist und saniert werden müsste, hat man sich für eine radikalere Variante entschieden. Die Brücke wird abgerissen und eine Eindolung mit Begleitmassnahmen realisiert. «Es war nicht anders zu lösen», erklärt Gemeinderat Hausherr. Die Eindolung wird 2,5 Meter lang und 1,3 Meter breit.

Ibisguetbach: Landenteignung möglich

Auch wenn es zu Einsprachen gegen die geplanten Hochwasserschutzmassnahmen kommen sollte, rechnet man mit einer Realisierung im nächsten Jahr. Sämtliche Schutzdefizite wären nach Realisierung behoben, jetzt liegt noch ein Viertel des Dorfes in den betroffenen Parametern. «Wichtig ist, dass das Hochwasserschutzprojekt so schnell wie möglich realisiert wird. Die Wirkung ist erst da, wenn es umgesetzt ist», sagt Roger Hausherr dazu. Gemäss dem Gemeinderat sind die Besprechungen mit den betroffenen Landeigentümern und Anwohnern sehr konstruktiv und erfolgreich gewesen – ausser im Bereich Ibisguetbach. Dort könnte ein Landenteignungsverfahren nötig werden. «Hier liegt die Federführung aber beim Kanton, dieser befindet über die Einwendungen. Die Gemeinde leitet diese nur weiter», so Hausherr.

zur Liste