Viel Geld für die Schule
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 19.10.2012, über das geplante Bauprojekt «Erweiterung und Sanierung der Schul- und Mehrzweckanlage»
© Bremgarter Bezirks-Anzeiger Ausgabe 84 (19.10.2012)
Region Bremgarten
Viel Geld für die Schule
Eggenwil: Kreditantrag von 3,83 Millionen Franken für Sanierung und Neubau
Zwischen Turnhalle und bestehendem Schulhaus soll ein Neubau (Mitte) realisiert werden. Planskizze: zg
Um 28 Prozentpunkte konnte Eggenwil den Steuerfuss in den letzten 17 Jahren senken. Damit die grossen Investitionen finanziert werden können, beantragt der Gemeinderat eine Erhöhung des Steuersatzes von 98 auf 108 Prozent.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten hat die Schule Eggenwil Platzprobleme. Zum einen ist der Kindergarten viel zu klein, zum anderen kommt ab August 2014 die sechste Primar hinzu. Platz brauchen auch die Schulleitung, die integrative Schulform mit heilpädagogischer Förderung, neue Lehr- und Lernformen oder das Angebot an familien- und schulergänzenden Tagesstrukturen wie Mittagstisch, Betreuungsstunden und Aufgabenhilfe. Zudem ist das 1968 erbaute Schulhaus renovationsbedürftig. Die Ölheizung hat ihre Lebensdauer überschritten. Auch die Turnhalle kann nicht alle Bedürfnisse von Vereinen und Gemeinde decken.
Zweigeschossiger Neubau
Anfang Jahr hat der Gemeinderat eine Planungskommission mit Vertretern der Gemeinde- und Schulbehörde, des Lehrerkollegiums, der Dorfvereine, der Finanzkommission sowie des Architekten eingesetzt. Sie hat den Raumbedarf und den Umfang der Sanierung erhoben und mehrere Vorstudien zur möglichen Umsetzung geprüft. Sogar die Auslagerung der 5. und 6. Primar nach Zufikon oder Bremgarten wurde abgeklärt. Letzteres wurde verworfen.
Das nun erarbeitete Bauprojekt umfasst einen zweigeschossigen Neubau zwischen Schulhaus und Turnhalle im Bereich des nordwestlichen Pausenplatzes sowie den Anbau eines Schulzimmers an der Westseite des Schulhauses. Dadurch resultiert neu eine gesamte Netto-Nutzfläche von 1020 Quadratmetern; bisher sind es 493 Quadratmeter.
Im mit dem Schulhaus und der Turnhalle verbundenen Untergeschoss des Neubaus befindet sich der Kindergarten. Daneben entstehen Archiv- und Lagerräume für die Schule, die Vereine und den Schulhauswart. Auf der Westseite des Schulhauses entsteht ein zusätzliches Zimmer für die 1./2. Klasse.
Flexibler Mehrzwecksaal
Im Erdgeschoss beherbergt der Neubau einen mit Faltwänden in drei Räume unterteilbaren, flexibel nutzbaren Mehrzwecksaal, ein behindertengerechtes WC sowie einen Lagerraum. Der mit dem Foyer der Turnhalle verbundene Saal soll der Schule für den Mittagstisch, als Aufenthaltsraum, für die Tagesstrukturen, als Singsaal respektive für die Musikgrundschule sowie für schulische Veranstaltungen dienen. Weiter steht er den Vereinen und der Gemeinde als Probelokal, für Gemeindeversammlungen und sonstige Veranstaltungen zur Verfügung, was zur Entlastung der Turnhalle führt. Der durch den Neubau reduzierte Pausenplatz wird durch einen nach Südwesten erweiterten, über dem angebauten Schulzimmer liegenden Platz kompensiert.
Neue Heizung, Lift und WC-Anlagen
Innerhalb des 45-jährigen Schulhauses sind nebst Sanierungen der Haustechnik, brandschutztechnischen Massnahmen, dem Ersatz der Ölheizung durch eine Holzschnitzel-/Pelletsheizung sowie dem Einbau einer Liftanlage über alle drei Geschosse verschiedene sanfte Umbauten geplant. Im Untergeschoss soll der heutige Kindergarten in einen Gruppenraum mit Durchgang zum neu angebauten Klassenzimmer der 1./2. Klasse sowie in ein Fachzimmer für Sprachen und textiles Werken unterteilt werden. Weiter ist der Einbau einer WC-Anlage geplant. Der Werkraum bleibt bestehen.
Im Erdgeschoss werden die beiden bestehenden Klassenräume in ein Lehrerzimmer mit Vorbereitungs-/Kopierraum, einen Raum für Heilpädagogik und Logopädie sowie in ein Büro für die Schulleitung umgebaut respektive umgenutzt. Die WC-Anlagen am Ende des Korridors werden saniert. Im Obergeschoss bleiben die beiden Klassenzimmer für die 3./4. sowie die 5./6. Klasse bestehen. Das heutige Lehrerzimmer soll künftig als Gruppenraum für die 3./4. Klasse dienen. Die WC-Anlagen werden abgebrochen. Stattdessen wird dort der Gruppenraum für die 5./6. Klasse sowie die Bibliothek eingerichtet.
Grosse Investitionen in den nächsten Jahren
Gemäss Kostenschätzung ist für das Gesamtprojekt mit Investitionskosten von 3,83 Millionen Franken zu rechnen. Davon fallen alleine für die Arbeiten am bestehenden Schulhaus und an der Turnhalle Kosten von 1,155 Millionen Franken an. In Anbetracht der Finanz- und Investitionsplanung 2013 bis 2020 machen die in den nächsten Jahren vorgesehenen Investitionen mit einem Gesamtvolumen von 8,2 Millionen Franken eine Steuerfusserhöhung um zehn Prozentpunkte auf neu 108 Prozent ab dem kommenden Jahr unumgänglich. Davon entfallen sechs Steuerprozente auf das Projekt «Sanierung/Erweiterung Schulanlage».
Der Finanzplan rechnet damit, dass ab dem Jahr 2020 die Selbstfinanzierung wieder höher sein wird als die Nettoinvestitionen und folglich die Schulden abgebaut werden können.
Pläne liegen im Gemeindehaus auf
Das Bauprojekt mit dem Antrag um Genehmigung eines Verpflichtungskredites von 3,83 Millionen Franken wird der Einwohnergemeindeversammlung vom 30. November zur Beschlussfassung unterbreitet. Ab Anfang nächster Woche sind die Pläne mit Kurzbeschrieb des Projekts im Foyer des Gemeindehauses und im Eingangsbereich des Schulhauses ausgestellt. Die Detailunterlagen können bei der Gemeindeverwaltung eingesehen werden. --gk