Langwierige Verhandlungen
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 16.12.2011, über den Stand der Arbeiten bezüglich des Anschlusses der Gemeinde Eggenwil an die ARA Bremgarten
Langwierige Verhandlungen
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 16.12.2011, über den Stand der Arbeiten bezüglich des Anschlusses der Gemeinde Eggenwil an die ARA Bremgarten
© Bremgarter Bezirks-Anzeiger Ausgabe 100 (16.12.2011)
Region/Kelleramt
Langwierige Verhandlungen
Der Baustart für den ARA-Anschluss ist nach Verzögerung erfolgt

Effizientes Arbeitsgerät: Mit dem Kabelpflug wird ein Teil der Leitungen verlegt. Bild: zg
Der Bau der 2,3 Kilometer langen Abwasserdruckleitung nach Bremgarten ist im Gange. Zuvor mussten mit dem Kanton die Benützungsgebühren der Umfahrungsbrücke zur Reussquerung ausgehandelt werden.
André Widmer
Laut Walter Bürgi, Gemeindeschreiber Eggenwil, kommen die Ende November begonnenen Grabarbeiten insbesondere dank der begünstigenden Witterungsbedingungen und der guten Arbeit der beteiligten Bauunternehmen zügig voran. Interessant ist dabei der Einsatz eines sogenannten Kabelpflugs auf einem grossen Teil der Baulänge. Damit entfällt der grossangelegte Aushub von Gräben.
Mehrere Anläufe
Der Baubeginn für den Anschluss an die ARA Kessel in Bremgarten ist aufgrund eines aufwendigen Baubewilligungsverfahrens und langwieriger Verhandlungen mit dem Kanton ein halbes Jahr später erfolgt als zunächst geplant. Ein Knackpunkt war dabei während langer Zeit die vom Kanton an Eggenwil gestellten Forderungen bezüglich Benützungsgebühren der Umfahrungsbrücke. Erst nach mehr als einem Anlauf konnten sich Kanton und Gemeinde auf die Höhe des einmalig zu zahlenden Betrages einigen. Die nur 16 Zentimeter dicke Leitung wird nun wie geplant die Reuss an der Umfahrungsbrücke Bremgarten queren. Wie Walter Bürgi weiter erklärte, sind aber die Verhandlungen mit den etwa zehn betroffenen privaten Landbesitzern und dem Waffenplatz Bremgarten, dessen Gelände ebenfalls durchquert wird, hervorragend verlaufen. «Das ist nicht selbstverständlich», so Bürgi. Die Baubewilligungsverfahren ihrerseits waren aufgrund der Involvierung von zahlreichen kantonalen Stellen komplex.
Kosten von 1,98 Millionen Franken
Der Anschluss Eggenwils an die ARA Kessel Bremgarten ist nötig geworden, nachdem die 1973 in Betrieb genommene gemeindeeigene Abwasserreinigungsanlage Steiächer abgenutzt ist, Anforderungen an Gewässerschutz und Reinigungsleistung nicht mehr erfüllt und gewisse Kapazitäten erreicht sind.
Im November des letzten Jahres sprach die Gemeindeversammlung deshalb einen Verpflichtungskredit von 1,98 Millionen Franken gut und sprach sich für den Beitritt zum Abwasserverband Bremgarten-Mutschellen aus. Die ARA Steiächer wird schliesslich zur Pumpstation umgebaut. Das Abwasser soll dort zunächst im Sandfang von gröberen Hartstoffen getrennt und danach mittels einer 2,319 Kilometer langen Druckleitung in die ARA Kessel geführt werden.
Die Leitung kommt in eine Tiefe zwischen 0,8 und 2,93 Metern. Neben den Grundstücken unterquert man auch zwei Bäche. Das Regenrückhaltebecken in Eggenwil bleibt weiterhin bestehen, gewisse Teile der bisherigen Kläranlage sollen aber rückgebaut werden.