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Kevlar gegen die Flammen

Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 28.10.2011, über die Hauptübung der Feuerwehr Eggenwil

Kevlar gegen die Flammen

Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 28.10.2011, über die Hauptübung der Feuerwehr Eggenwil

 

© Bremgarter Bezirks-Anzeiger Ausgabe 86 (28.10.2011)

Region Bremgarten

Kevlar gegen die Flammen
Eggenwil: Feuerwehr unterzieht neue Uniform einer Bewährungsprobe


Die neue Uniform bietet nicht nur einen besseren Hitzeschutz,
vielmehr kann auch Wasser weniger gut eindringen. Bild: cpo

Bei der Hauptübung mussten sich die Feuerwehrleute mit dem Szenario eines Verkehrsunfalls auseinandersetzen. Der Probeeinsatz fand zum ersten Mal in neuer Uniform statt.

Ein blauer Personenwagen mit zwei Insassen kommt mit übersetzter Geschwindigkeit die Oberdorfstrasse hinunter. Der Fahrer hat den Wagen nicht mehr unter Kontrolle: Er driftet nach rechts ab und knallt ins Gemeindehaus. Die Personen im Inneren des Fahrzeugs sind offenbar verletzt und bewegen sich nicht. Schon bald qualmen dichte Rauchwolken aus dem Motorraum, das Feuer droht auf das Gebäude überzugreifen.

Diesem Einsatzszenario mussten sich die 40 Feuerwehrleute stellen. Wie zuvor schon zigmal geübt, verlegen sie Schläuche, die Sanität richtet einen Posten zur Erstversorgung ein, die Mitglieder des Atemschutzes montieren ihr schweres Gerät. Geduckt bewegen sie sich durch den dichten Rauch, versuchen sich möglichst unter dem giftigen und die Sicht einschränkenden Qualm aufzuhalten.

Optimaler Schutz kostet

Doch nicht alles ist bei dieser Übung beim Alten. Die Feuerwehr Eggenwil konnte nämlich zum ersten Mal ihre neue Uniform der Bevölkerung präsentieren. Wie Feuerwehrkommandant und Gemeinderat Roger Hausherr erklärt, bietet die neue Ausrüstung eine um einen Drittel höhere Brandhemmung als das seit 1998 im Einsatz stehende Modell. Schultern und Knie sind neu mit Kevlar bedeckt. Da strengere Normen eine erhöhte Sichtbarkeit der Feuerwehrleute verlangen, ist die Uniform in Rot und Signalgelb gehalten, Leuchtstreifen komplettieren die optische Erscheinung. Pro Ausrüstung müssen 1400 Franken aufgewendet werden, der Gesamtposten über 70 000 Franken wurde in der Gemeindeversammlung im November 2010 genehmigt. Der Kommandant: «Das Ganze ist nicht gerade günstig, doch ist es wichtig, dass die Leute im Einsatz auch wirklich optimal geschützt sind.»

Ähnlich sieht es auch Biagio Incollingo, Gemeinderat und Einsatzleiter. Dies war sein letzter Einsatz für die Feuerwehr. Doch an Nachwuchs scheint es in Eggenwil, im Gegensatz zu anderen Gemeinden, nicht zu mangeln. «Wir haben keine Mühe, neue Leute zu finden. Gerade auch Junge werden immer wieder aufgenommen», bestätigt er. Erfreut stellte er fest, dass seine letzte Übung von Erfolg gekrönt war. Das durch künstlichen Rauch simulierte Feuer wurde gelöscht. Bruno Meier, Leiter der technischen Dienste der Gemeinde, konnte erfolgreich aus den lodernden Flammen, die sich an seinem Arbeitsplatz im Gemeindehaus ausbreiteten, gerettet werden. Da dieser aber selbst für die Feuerwehr im Einsatz stand, bargen die Feuerwehrleute stattdessen eine Puppe mit Besen, die dann von der Sanität mit grossem Engagement wiederbelebt wurde. --cpo

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