Gefährliche Strecke entschärfen
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 20.05.2011, über den geplanten Ausbau der Kantonsstrasse zwischen Eggenwil und Künten
© Bremgarter Bezirks-Anzeiger Ausgabe 40 (20.05.2011)
Region Bremgarten
Gefährliche Strecke entschärfen
Eggenwil/Künten: Das Projekt kostet über 10 Millionen Franken

Insbesondere für Busse und Lastwagen ist die Spurbreite auf der K271 zu klein. Bild: André Widmer
Neben der Verbreiterung der Fahrspuren und dem Neubau eines Radwegs will der Kanton auch den Strassenbelag erneuern. Die Sicherheit auf der Strecke soll verbessert werden. Gebaut werden soll vor allem in den Jahren 2013 und 2014.
André Widmer
Die Kantonsstrasse K271 zwischen Eggenwil und Künten ist nicht ungefährlich. Insbesondere in den Kurven im Waldstück zwischen den beiden Ortschaften geraten Lastwagen und Linienbusse infolge der geringen Spurbreite über den Mittelstreifen. Nicht sicherer macht diese Konstellation auch die Tatsache, dass jenes Teilstück ausserorts ist und die gefahrenen Tempi nicht gering sind. Die mittlere Breite der gesamten Strasse ist mit 5,70 Meter zu schmal, hält der Kanton Aargau im nun vorliegenden Anhörungsbericht und den Projektierungsunterlagen fest.
Von 5,70 auf 6,50 Meter verbreitern
Vorgesehen ist nun, auf einer Länge von 1860 Metern zwischen der Griedstrasse in Künten und dem nördlichen Dorfeingang Eggenwil die Strasse zu verbreitern. Derzeit ist die durchschnittliche Breite der Kantonsstrasse K271 dort 5,70 Meter, künftig soll sie durchgehend 6,50 Meter betragen. Parallel zur Strasse will man einen neuen Radweg erstellen. Dieser wird 3 Meter breit. Zwischen Kantonsstrasse und Radweg planen die Verantwortlichen einen Grünstreifen mit 1,50 Meter Breite. Hinzu kommt auch noch, dass der Strassenbelag, dessen Zustand derzeit als schlecht taxiert wird, verbessert werden soll. Man möchte die Qualität der Strecke zwischen Busslingen und Stetten (2009 realisiert) erreichen.
Eingangsspforten
Die Pläne sehen vor, dass die Linienführung gleich bleibt. Eingangspforten sind für beide Ortseingänge vorgesehen. Hier gibt es dann spezielle Lösungen: Im Siedlungsgebiet Künten von Griedstrasse bis Baugebietsgrenze sollen die Radfahrer in Fahrtrichtung Bremgarten im Mischverkehr auf der Strasse fahren. In Gegenrichtung gibt es einen kombinierten Rad- und Gehweg. Vom Ausserortsbereich an ist dann der Radweg von der Kantonsstrasse getrennt. In Eggenwil plant man ab Eingangspforte die Hauptstrasse auf 7,50 Meter auszubauen; der Kernbereich beträgt 5 Meter Breite, mit Radstreifen auf beiden Seiten von je 1,25 Metern.
Auswirkungen auf Natur
Der Kanton Aargau hält in seinem Anhörungsbericht fest, dass die Eingriffe in Natur und Umwelt «nicht unbedeutend» seien. Auf der Ostseite der Strasse müssten Hecken und Waldbereiche gerodet werden, um für den neuen Radweg Platz zu schaffen. Es werden Ersatzaufforstungen vorgenommen. Zudem werde der Strassenausbau auch das Amphibienlaichgebiet «Alte Reuss» und die Amphibienstrecke tangieren. Vier Durchlässe für die Tiere sollen in Eggenwil dank des Einsatzes der Gemeinde Eggenwil geschaffen werden und damit die für das Projekt in dieser Form erforderlichen Eingriffe in Lebensraum und Wanderkorridore kompensiert werden. Hinzu kommen aufgrund der Topografie – die Strasse befindet sich insbesondere im Wald an Hanglage – Steinkorbstützkonstruktionen auf einer Länge von 910 Metern.
Kanton mit Hauptkostenanteil
Wie bei Kantonsstrassenprojekten so üblich, ist der Kanton hauptkostenpflichtig. Insgesamt kostet das gesamte Projekt rund 10,01 Millionen Franken – darin eingerechnet das Kreditrisiko von zehn Prozent. Der Ausbau der Kantonsstrasse kostet 5,73 Millionen Franken, das Radwegprojekt verschlingt satte 4,274 Millionen Franken. Vom Gesamtbetrag übernimmt der Kanton nach Kostenvoranschlag 9,3 Millionen Franken. Küntens Kostenanteil beträgt 605 700 Franken, derjenige Eggenwils 96 390 Franken. Die Differenz zulasten Küntens rührt von dessen teurerer Einfahrtsbremse und dem Innerortsanteil des Radwegs her. Die Gemeindebeiträge sollen im Winter an den Einwohnergemeindeversammlungen beantragt werden. Eggenwil will zusätzlich noch Werkleitungssanierungen vornehmen, sodass der Kreditantrag wohl höher ausfallen wird.
Unterlagen liegen auf
Das weitere Vorgehen in diesem Projekt sieht vor, dass zunächst die allfällig gemachten Eingaben zum Anhörungsverfahren ausgewertet werden sollen. Dann hat der Grosse Rat über den Kredit zu entscheiden. Danach beginnt das Baubewilligungsverfahren. Verläuft das Genehmigungsverfahren einigermassen nach Plan, soll vor allem in den Jahren 2013 und 2014 gebaut werden.
Anhörungsvorlage und Projektunterlagen können bis zum 15. Juli auf den Gemeindeverwaltungen Künten und Eggenwil geprüft werden.