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«Grosse Herausforderungen»

Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 10.06.2011, über die Jahresversammlung der Finanzfachleute Aargauer Gemeinden vom 9. Juni in Eggenwil

© Bremgarter Bezirks-Anzeiger Ausgabe 46 (10.06.2011)

«Grosse Herausforderungen»
Eggenwil: Jahresversammlung der Finanzfachleute Aargauer Gemeinden

 Thomas Bumbacher, Präsident Finanzfachleute Aargauer Gemeinden

Laut Präsident Thomas Bumbacher gibts beim Rechnungsmodell HRM2 noch Unsicherheiten bezüglich Ressourcen. Bild: André Widmer

Die Kostenverlagerungen von Kanton zu Gemeinden und umgekehrt beschäftigt nicht nur die Politik, sondern auch die Finanzfachleute der öffentlichen Verwaltungen. Bis im Spätherbst sollen erste Ergebnisse aus einem Konsultationsgremium vorliegen.

André Widmer

So viel geballte Fachkompetenz hat die Gemeinde Eggenwil wohl noch nie an einem Anlass begrüssen dürfen: Über 130 Leiterinnen und Leiter der Finanzabteilungen von Aargauer Gemeinden und viele Gäste, darunter Landammann Urs Hofmann, erschienen zur diesjährigen Versammlung des Kantonalverbandes.

Gemeinden reduzierten ihre Schulden massiv

Regierungsrat Hofmann wies in seinen Grussworten auf die erfreuliche Entwicklung der Gemeindefinanzen im Kanton hin. So konnte die Verschuldung aller Gemeinden innerhalb von zehn Jahren von fast 900 Millionen Franken auf 60 Millionen Franken gesenkt werden.

«Wir dürfen uns aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen», mahnte der Landammann. Denn in der gleichen Zeit sei die Spannweite der Steuerfüsse im Kanton grösser geworden, «das können wir nicht ausblenden», so Hofmann. Die künftig drohenden Mehrbelastungen für Kanton und Gemeinden werden vor allem in den Bereichen Pflege- und Spitalfinanzierung, der familienergänzenden Kinderbetreuung, Kinder- und Erwachsenenschutz sowie dem Aufbau Polizeikorps und öffentlichen Verkehr anfallen, hiess es. Handlungsbedarf für umfassende Problemlösungen seien gefragt.

Sowohl Urs Hofmann als auch der Präsident des Verbandes Finanzfachleute Aargauer Gemeinden Thomas Bumbacher gingen auf diese Thematik ein. «Das sind grosse Herausforderungen, die auf uns warten», so Bumbacher. Es sei ein Konsultationsgremium Kanton-Gemeinden und eine Arbeitsgruppe einberufen worden, informierte er. Der Kostenausgleich, aber auch der Finanzausgleich sollen analysiert werden. Die Teams seien paritätisch mit Gemeinde- und Kantonsvertretern bestückt worden. Eine Startsitzung fand Ende Mai statt, bis im Spätherbst sollten laut Bumbacher erste Ergebnisse vorliegen.

Der Verband Finanzfachleute Aargauer Gemeinden hat seit Juni vergangenen Jahres insgesamt 21 Stellungnahmen und Fragebögen zu Anhörungen und Vernehmlassungen abgegeben. Die wichtigste, so Thomas Bumbacher, habe dabei HRM2, dem harmonisierten Rechnungsmodell für Kantone und Gemeinde, gegolten. «Unsicherheit nehme ich in den Finanzabteilungen wahr bezüglich der Ressourcenfrage im Zusammenhang mit HRM2.» Es sei aber sicherlich positiv, dass die Umsetzung mit Pilotgemeinden an die Hand genommen wurde und man so auf erste Erfahrungen zurückgreifen könne, sagte der Präsident.

Bezüglich E-Government erklärte Thomas Bumbacher, dass der Kanton diesem Thema grosse Bedeutung zuordne und dass es bei den Gemeinden – da dort schliesslich der Bürgerkontakt stattfinde – eine wichtige Rolle einnehmen werde.

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