Den ARA-Anschluss realisieren
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 23.11.2010, über die Beschlüsse der Einwohnergemeindeversammlung vom 19.11.2010
© Bremgarter Bezirks-Anzeiger Ausgabe 93 (23.11.2010)
Region Bremgarten
Den ARA-Anschluss realisieren
Eggenwil: «Gmeind» beschliesst Kredit über 1,98 Millionen Franken
Mit 87:0 Stimmen bewilligten die Eggenwiler den Baukredit und den Einkauf in den regionalen Abwasserverband Bremgarten-Mutschellen
André Widmer
2,4 Kilometer lang wird die Druckleitung zwischen der alten Kläranlage Steiächer Eggenwil und der ARA Bremgarten Kessel. Dieser Anschluss wird nötig, weil die Eggenwiler Einrichtung fast 40 Jahre auf dem Buckel hat, somit baustrukturelle und technische Abnützungserscheinungen aufweist und die Anforderungen an Gewässerschutz und Reinigungsleistung kaum mehr erfüllt werden können.
Weitere Alternativen wie eine Totalsanierung oder der Anschluss an Stetten wurden geprüft - die Kosten lagen mit 2,9 beziehungsweise 3 Millionen Franken aber deutlich über der nun bewilligten Lösung.
Einkauf für 540 000 Franken
In den 1,98 Millionen Franken Verpflichtungskredit sind einerseits die Baukosten enthalten, die 1,44 Millionen Franken betragen. Hinzu kommen 540 000 Franken für den Einkauf in den Abwassserverband Bremgarten-Mutschellen. Die Mitglieder jenes Zweckverbundes, die Gemeinden Bremgarten, Berikon, Widen, Zufikon und Hermetschwil-Staffeln, müssen jedoch für eine Aufnahme in den Verband noch an den jeweiligen Gemeindeversammlungen zustimmen.
Die Anlage Eggenwil wird als Pumpstation verwendet. Rechengebäude, Emscherbrunnen, Tropfkörper und Nachklärbecken werden abgebrochen. Über eine Druckleitung werden die Abwässer auf der Eggenwiler Reussseite bis zur Brücke der Kantonsstrasse K271 geführt und überqueren dort die Reuss. Verläuft das Projekt nach Plan, würde nach dem Baubewilligungsverfahren im April mit der Verlegung der Leitung begonnen. Die Fertigstellung ist auf Herbst 2011 vorgesehen.
Kommunaltraktor wird angeschafft
Die 94 Anwesenden (von 611 Stimmberechtigten) hatten zudem über die Anschaffung eines Kommunaltraktors für 150 000 Franken zu befinden. Diesen Betrag empfand ein Stimmbürger offenbar aufgrund der entsprechend umfangreichen Zusatzausrüstung für überrissen. Er formulierte einen Überweisungsantrag, es sei auf den Böschungsmäher mit Schlegelmulcher (Kostenpunkt: 27 500 Franken) zu verzichten. Der Eggenwiler Einwohner meinte, diese Böschungsarbeiten seien im Lohnauftrag zu vergeben. Sein Antrag wurde mit 16 Ja zu 72 Nein wuchtig abgelehnt, der Kreditantrag des Gemeinderates mit 80 Ja zu 2 Nein deutlich angenommen.
Die Beschaffung von Brandschutzbekleidung für die Feuerwehr wurde mit 85:0 angenommen. Der Voranschlag 2011 mit gleichbleibendem Steuerfuss von 98 Prozent vereinigte 83 Ja auf sich. Der Antrag einer Stimmbürgerin, die Spesenentschädigung um 3000 Franken zu kürzen, wurde deutlich abgelehnt.