Expertenargumente überzeugten
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 22.06.2010, über die Beschlüsse der Einwohnergemeindeversammlung vom 18. Juni
© Bremgarter Bezirks-Anzeiger; Ausgabe 49 (22.06.2010, S. 1)
Expertenargumente überzeugten
Eggenwil: Hochwasserschutzprojekt Ibisguetbach mit 105 Ja zu 45 Nein angenommen
Detaillierte Ausführungen von Experten, deutliche Voten von Gemeinderat und Feuerwehrkommandant Roger Hausherr und Amtskollege Biagio Incollingo: Das Projekt Hochwasserschutz Ibisguetbach passierte im zweiten Anlauf.
André Widmer
Das Traktandum sorgte für starke Emotionen und gar verbale Angriffe. Nach einem Antrag eines Stimmbürgers musste schriftlich abgestimmt werden. Dennoch entschied sich der Souverän mit 105 Ja zu 45 Nein deutlich für die Variante des Gemeinderates. Die «Gmeind» schloss erst nach Mitternacht.
Kein Überweisungsantrag
Von vornherein wurde den Argumenten der Projektopposition, die im Vorfeld noch einen Überweisungsantrag (Ausgabe vom 15. Mai) angekündigt hatte, entgegengetreten. Experten wie Roger Kolb, der die Gefahrenkarte für den Kanton Aargau erarbeitet hatte, oder auch Ingenieur Erich Faes erklärten den 153 Anwesenden von 613 Stimmberechtigten das vom Rat vorgeschlagene Hochwasserschutzprojekt «Offenlegung und Renaturierung Ibisguetbach». Sie nahmen sich auch die Zeit, auf die in Flugblättern und teilweise in der Presse präsentierten Vorschläge der Gegner, die sich aus Anwohnern und betroffenen Landeigentümern rekrutierten, einzugehen. Jürg Vetterli, Vertreter der Gegnerschaft, der im Vorfeld der «Gmeind» eine Überweisung ankündigte, verzichtete auf einen eigenen Antrag. Das Projekt kostet 2,1 Millionen Franken, wovon 610 000 Franken von der Gemeinde übernommen werden müssen. Nun wird der Subventionsantrag gestellt.
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Bericht Seite 6
© Bremgarter Bezirks-Anzeiger; Ausgabe 49 (22.06.2010, S. 6)
Region Bremgarten
150 Minuten für ein Ja
Eggenwil: Während zweieinhalb der vier Stunden an «Gmeind» um Hochwasserschutz gefeilscht
Der Versammlungsmarathon hat sich für den Gemeinderat gelohnt: Ja zu Haupttraktanden Hochwasserschutzprojekt, Erhöhung des Schulleiterpensums und definitive Einführung Mittagstisch
André Widmer
Um 0.15 Uhr konnte Gemeindeammann Thomas Endres eine der längsten Versammlungen in der Gemeindegeschichte als geschlossen erklären. Schliesslich wurden alle Traktanden angenommen - auch das zuvor und in der Versammlungsdiskussion heftig umstrittene Hochwasserschutzprojekt zur Offenlegung und Renaturierung des Ibisguetbachs.
Der Überweisungsantrag der Gegner kam nicht zustande und auch die «Lösung Kustergasse» fand kein Gehör. Mit 105 Ja zu 45 Nein sagten die Eggenwiler schliesslich Ja - die Fachleute und der Gemeinderat überzeugten mit sachlichen Argumenten.
Infos zum Pflanzerbach
Zu Beginn des Traktandums wurde auch über die Unterspülung der Kantonsstrasse durch den Pflanzerbach in der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag aufgrund der starken Niederschläge informiert. Dort habe ein vom Kanton als temporäre Lösung angebrachter Rechen seinen Zweck nicht nach Erwartung erfüllt, sodass es zu Überflutungen gekommen war und die Hauptstrasse gesperrt werden musste. Die Sperrung ist in der Zwischenzeit wieder aufgehoben worden, die Sanierung der Strasse soll so schnell wie möglich vorgenommen werden und der Durchlass vier Mal so gross werden wie bis anhin.
Premiere für Gerda Fischer
Ihren ersten Auftritt im Amt vor dem Eggenwiler Souverän hatte die neu gewählte Gemeinderätin Gerda Fischer. Und mit der Premiere konnte sie auch gleich zwei Erfolge verbuchen: Sowohl die Pensenerhöhung der Schulleitung als auch die definitive Einführung des Mittagstisches passierten ohne grössere Probleme. Die Schulleitung in Eggenwil wird künftig mit Wirkung ab dem 1. August dieses Jahres 40 statt wie bisher 25 Stellenprozente umfassen. Eine jährlich wiederkehrende Mehrbelastung von 24 800 Franken ist damit verbunden; zudem eine einmalige Investition in Bürogeräte über 3000 Franken. Die Schulleitung Eggenwil soll an zwei Werktagen präsent sein. Die Pensenerhöhung solle den weiteren Aufbau und die Stärkung der geleiteten Schule und die Steigerung der Schulqualität begünstigen. Auch will man die Schulpflege im operativen Bereich entlasten. Diese soll inskünftig vermehrt strategisch tätig werden.
Bewährter Mittagstisch
Der Mittagstisch in Eggenwil hat sich bewährt; dies beweisen die Nutzungszahlen von durchschnittlich 17 Personen pro Tag. An 82 Tagen wurden 1371 Mittagessen in der Probephase zubereitet. So wurde nun die definitive Einführung beantragt. Der Verpflichtungskredit von jährlich wiederkehrenden 30 000 Franken passierte mit 100:7 bei überraschend vielen Enthaltungen. Bei den 30 000 Franken handelt es sich um ein maximales Kostendach. Zusätzlich zum Mittagstisch soll auch das Betreuungsangebot - seit dem Schuljahr 2006/07 bestehend - ausgedehnt werden. Neben dem Dienstag will man auch am Donnerstag eine Ganztagesbetreuung und Aufgabenunterstützung gewährleisten.
Keiner Diskussion bedurfte es beim Geschäft bezüglich einer neuen Leistungsvereinbarung mit der Spitex Bremgarten, Eggenwil, Hermetschwil-Staffeln und Zufikon. Die neue Leistungsvereinbarung war infolge Gesetzesänderungen angebracht, trat doch in der Zwischenzeit das neue Pflegegesetz des Kantons Aargau in Kraft.
Die Beschlüsse
An der Gemeindeversammlung nahmen 153 von 613 Stimmberechtigten teil. Sie fassten folgende Beschlüsse: Ja zum Protokoll (146:0). - Ja zum Rechenschaftsbericht (148:0). - Ja zum Verpflichtungskredit über 2,1 Millionen Franken, davon 610 000 Franken zu Lasten der Gemeinde (105:45 in geheimer Abstimmung). - Ja zur Pensenerhöhung der Schulleitung von 25 auf 40 Prozent (114:0). - Ja zum Verpflichtungskredit über jährlich 30 000 Franken für definitive Einführung Mittagstisch und bedarfsgerechte Tagesstrukturen (100:7) - Ja zur neuen Leistungsvereinbarung Spitex Bremgarten, Eggenwil, Hermetschwil-Staffeln und Zufikon (145:0). - Verwaltungs- und Bestandesrechnung 2009 der Einwohnergemeinde (132:0). --aw