Ein Ja mit Applaus
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 02.07.2010, über die ausserordentliche Versammlung der Kirchgemeinde Eggenwil-Widen
© Bremgarter Bezirks-Anzeiger; Ausgabe 52 (02.07.2010)
Mutschellen
Ein Ja mit Applaus
Eggenwil-Widen: Kredit für Kirchenrenovation deutlich angenommen
1,995 Millionen Franken kostet die Innenrenovation des Pfarreizentrums in Widen. An einer ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung wurde der Kredit gesprochen - im Wissen, dass der Steuerfuss erhöht werden muss.
Erika Obrist
In der Kirche in Widen fand die ausserordentliche Versammlung der Kirchgemeinde Eggenwil-Widen statt. Trotz des weitreichenden Entscheids hatten sich lediglich 41 der 1426 Stimmberechtigten eingefunden. Sie genehmigten den Kredit von 1,995 Millionen Franken mit 37 Ja zu 3 Nein. Und applaudierten danach ausgiebig.
Diesen Applaus verdient haben sich die Mitglieder der Planungskommission, welche den Umfang der Renovation umfassend und lange abgeklärt haben. Verdient haben ihn auch Franz Rutzer und Katy Meier von der Kirchenpflege, Gemeindeleiterin Edith Rey sowie Architekt Christoph Franz, welche das Vorhaben ausgezeichnet präsentiert haben: erst an einem Orientierungsabend, dann am letzten Mittwoch an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung.
Abschied von der Kapelle fällt nicht allen leicht
Mit der Renovation wird die bisherige Kapelle Bruder Klaus in ein Foyer umgebaut, das für verschiedene Gemeindeanlässe genutzt werden kann. Der Tabernakel und der Taufstein, die nun in der Kapelle platziert sind, kommen in die Kirche. Dadurch wird diese aufgewertet.
Dass die Kapelle aufgegeben wird, fällt nicht allen leicht. Dass das Bild über dem jetzigen Altar erhalten bleibt, stimmt versöhnlich. Dass der Altar selber wegkommt, bedauerte eine Versammlungsteilnehmerin. Sie regte auch an, die Kniebänke, die heute vor dem Tabernakel vorhanden sind, ebenfalls in die Kirche zu zügeln. Ein Anliegen, dass die Kirchenpflege ebenso aufnahm wie die Anregung, im künftigen Foyer eine Garderobe anzubieten.
Rutzer zeigte auf, dass die Liturgieformen sich im Laufe der Jahrhunderte verändert haben. «Die Kirche besteht seit 2000 Jahren, weil sie sich immer wieder bewegt hat - und nicht, weil sie stehen geblieben ist». Nun wolle man auch in Widen für die nächsten 25 bis 30 Jahre neue Liturgieformen möglich machen durch eine Aufwertung der Kirche und durch die Umnutzung der Kapelle.
«Wir schauen aufs Geld»
Die Kirchgemeinde hat in den letzten Jahren den Steuerfuss von 18 auf erst 17, dann auf 16 Prozent senken können. Um die Renovation bezahlen zu können, muss der Steuerfuss wohl wieder auf 18 Prozent angehoben werden. «Wir werden den Antrag vermutlich an der nächsten Gemeindeversammlung stellen», machte Rutzer deutlich.
Die Kirchgemeinde hat ein Vermögen von 500 000 Franken. «Mit 2 Steuerprozent mehr können wir über 25 Jahre gerechnet gut 1,45 Millionen Franken finanzieren», rechnete Rutzer vor. Einer der Versammlungsteilnehmer legte der Kirchenpflege ans Herz, den Kredit ja nicht zu überschreiten. «Wir schauen aufs Geld», versprach Rutzer. Zudem sei im Kredit von 1,995 Millionen Franken eine genügend grosse Reserve eingebaut. «Und wir schauen darauf, dass es gut kommt. Das renovierte Zentrum soll auch der kommenden Generation Freude bereiten.»