Zweiter Anlauf für Hochwasserschutz
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 07.05.2010, über das Hochwasserschutzprojekt «Offenlegung und Renaturierung Ibisguetbach» mit gleichzeitiger Behebung aller Schutzdefizite; Öffentliche Infoveranstaltung am 10. Mai
© Aargauer Zeitung / MLZ; 2010-05-07
Freiamt
Zweiter Anlauf für Hochwasserschutz
In Eggenwil wird erneut über das abgelehnte Projekt «Offenlegung Ibisguetbach» abgestimmt
Lukas Schumacher
Vor einem halben Jahr scheiterte das Hochwasserschutz-Projekt Ibisguetbach in Eggenwil deutlich. Bei 29 Ja gegen 111 Nein schickte die Gemeindeversammlung das Vorhaben bachab. Gleichzeitig erteilte die Versammlung dem Gemeinderat den Auftrag, eine neue Arbeitsgruppe aus Fachleuten und Dorfbewohnern einzusetzen. Diese Gruppe sollte das abgelehnte Ibisguet-Projekt überprüfen und zudem die Tauglichkeit von alternativen Entwässerungs- und Hochwasserschutzvarianten im Dorf abklären.
Wiederum auf dem Prüfstand
Laut der Arbeitsgruppe hat das ursprüngliche, abgelehnete Ibisguetbach-Projekt «die Nase eindeutig vorne». Der Gemeinderat Eggenwil sieht das genauso. Die Offenlegung und Renaturierung des Ibisguetbachs trage nicht nur der Hochwasserschutz-Funktion Rechnung, hält der Gemeinderat fest, sondern berücksichtige auch Anliegen des Umwelt- und des Landschaftsschutzes sowie wirtschaftliche Gesichtspunkte. Daher schlägt die Gemeindebehörde vor, das Projekt auszuführen. An der nächsten Gemeindeversammlung vom 18. Juni wird darüber abgestimmt.
Vorgängig, am 10. Mai um 19.30 Uhr, findet im Mehrzweckgebäude Eggenwil eine öffentliche Informationsveranstaltung statt. Dabei will man die Ergebnisse der untersuchten Varianten erläutern und das alt-neue Hochwasserschutzprojekt «Ibisguetbach» vorstellen.
Wirksamer Schutz fürs Oberdorf
Fachleute, Arbeitsgruppe und Gemeinderat sind überzeugt, dass die Offenlegung des jetzt eingedolten Ibisguetbachs auf einer Länge von 500 Metern das Oberdorf wirksam vor Überschwemmungen schützt. 1999 und 2007 waren besiedelte Gebiete nördlich des Junebachs überflutet worden. Das Wasser verursachte Schäden an Wohngebäuden und öffentlichen Bauten an der alten Badenerstrasse, der Kustergasse, der Kochsmatt- und Badenerstrasse sowie im Rebhügel.
Eggenwil bezahlt rund 550 000 Fr.
Alles in allem kostet das alt-neue Bachprojekt samt dem komfortablen Bachbett 1,9 Mio. Franken. Bund und Kanton subventionieren das Vorhaben mit nahezu 1,4 Mio. Franken. Die Gemeinde Eggenwil muss rund 550 000 Franken beisteuern, sofern am 18. Juni ein Ja resultiert. Das Projekt fusst auf der kantonalen Gefahrenkarte Hochwasser für Eggenwil und die Nachbargemeinde Widen.