Aus der Kapelle soll ein Foyer werden
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 17.06.2010, über die geplante Renovation der katholischen Kirche Widen
© Aargauer Zeitung / MLZ; 2010-06-17
Freiamt
Aus der Kapelle soll ein Foyer werden
Die katholische Kirchenpflege will die Kirche Widen für rund zwei Millionen Franken renovieren
Die katholische Kirche Widen soll mit der Renovation zum Zentrum der Kirchgemeinde Eggenwil -Widen werden. Ab nächstem Mai soll gebaut werden.
Dino Nodari
Das Pfarreizentrum in Widen ist renovationsbedürftig. Die Kirchenpflege beantragt deshalb am 30. Juni an einer ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung einen Kredit von 1995000 Franken für die Innenrenovation. An einer Informa- tionsveranstaltung wurde das Projekt am Dienstag präsentiert. Geht es nach dem Willen der Kirchenpflege, könnte im nächsten Mai mit den Arbeiten begonnen werden, damit im Juni 2012 die Einweihung stattfinden könnte.
Abtrennung durch Glaswand
Kirchenpflegemitglied Franz Rutzer erklärte, dass mit dem vorgesehenen Projekt die Benutzung der 1977 erstellten Kirche für die nächsten 30 Jahre sicher- gestellt werden soll. Die Planungskommission habe sich bei der Renovation für einen Mittelweg zwischen Minimal- und Maximallösung entschieden. Die grösste Veränderung wird dabei die Kapelle erfahren. Sie dient bereits heute als Eingangshalle zur Kirche. Dadurch komme es vor, dass die Ruhe in der Kirche manchmal vermisst werde, führte Architekt Christoph Franz aus. Mit dem Umbau und einer räumlichen Abtrennung durch eine Glaswand soll die Kapelle zur Vorhalle werden. «Ein besonderer Raum, in dem viel möglich ist», so Franz.
Dabei dürfe man der neuen Vorhalle auch ansehen, dass sie einst eine Kapelle war. «Es bleibt ein besonderer Raum», ist der Architekt überzeugt. So bleibe auch das Altarbild in der Kapelle erhalten. Die Treppe in das Untergeschoss mit Pfarreisaal und Arbeitsräumlichkeiten soll versetzt und rollstuhlgängig gemacht werden.
«Kirche wird flexibler»
In der Kirche selber soll der Liturgiebereich mehr Raum einnehmen. Das Tabernakel wird von der Kapelle in die Kirche gezügelt. Durch diese Massnahmen würde die Kirche Widen an Würde gewinnen, ist Gemeindeleiterin Edith Rey überzeugt. «Zudem würde auch das Gefühl eines Provisoriums weggehen.» Und die Kirche werde dadurch auch flexibler in Bezug auf alternative Angebote wie beispielsweise das offene Singen. Insgesamt ist Rey überzeugt, dass die Kirche durch die Änderungen eine Aufwertung erfahre.
Nebst der Umgestaltung sind auch die Schaffung von Stauraum, eine behindertengerechte Erschliessung, Brandschutzsanierungen, eine Beschallungsanlage sowie eine neue Bodenheizung geplant. Vorerst soll an der Heizzentrale nichts geändert werden. Es sind aber bauliche Massnahmen für den möglichen Einbau einer Wärmepumpe vorgesehen.
Bei einem Vermögen von 500000 Franken sei auch eine Steuerfusserhöhung um zwei Prozent nötig, damit die Ausgaben getragen werden können, sagte Franz Rutzer. Dies führte am Dienstag zu Diskussionen. Einige Kirchenmitglieder äusserten die Angst, dass durch eine erhöhte Kirchensteuer Personen ihren Austritt aus der Kirche bekannt geben könnten. Anstelle einer Erhöhung solle doch eine Hypothek aufgenommen werden. «Einen Kredit müssen wir ohnehin aufnehmen», entgegnete Franz Rutzer. Und zudem sei die Kirchensteuer in Widen mit 16 Prozent deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt.