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Neue Brücke bei Niederwil: Bahn frei für 40-Tönner

Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 18.12.2009, über den geplanten Ersatz der 100-jährigen Gnadenthaler Brücke

Neue Brücke bei Niederwil: Bahn frei für 40-Tönner

Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 18.12.2009, über den geplanten Ersatz der 100-jährigen Gnadenthaler Brücke

© Aargauer Zeitung / MLZ; 18.12.2009

Freiamt

Neue Brücke bei Niederwil: Bahn frei für 40-Tönner

Gnadenthal soll 2013 eine Stahl-Beton-Verbundbrücke erhalten

Der Kanton Aargau will die Gnadenthaler Brücke ersetzen, bevor das nächste Hochwasser sie wegspült. Die Brücke wird zweispurig und führt schräg über die Reuss.

Roman Huber

Mit etwas Zwiespalt nimmt man in den Anstössergemeinden Niederwil und Stetten das Vorhaben des Kantons auf. Einerseits sei man froh, dass die baufällige Brücke ersetzt werde, andererseits rechne man damit, dass der Schwerverkehr zunehmen werde, sagt Niederwils Gemeindeammann Thomas Peterhans.

Mellinger Umfahrung nötig

Die neue Brücke soll zweispurig werden und oberwasserseitig einen Gehweg erhalten. Die Verkehrslast wird auf die heutigen Normen (40 Tonnen) ausgelegt; zurzeit sind es 18 Tonnen. Peterhans befürchtet, dass diese Verkehrsachse attraktiver wird, wenn sich der Verkehr auf der Brücke kreuzen kann. Seine Forderung an den Kanton ist darum klar: «Die Mellinger Umfahrung muss zeitgerecht realisiert werden, sonst wird der Schwerverkehr geradezu angezogen.» Auch für Stettens Gemeindeammann Ernst Huber ist der Schwerverkehr das Hauptthema; er möchte aber mit einer Stellungnahme noch zuwarten.

Die Reussbrücke, deren 100. Geburtstag im vergangenen August gefeiert wurde, will der Kanton durch eine Stahl-Beton-Verbundbrücke ersetzen. Diesen Entscheid habe das Departement Bau, Verkehr und Umwelt nach eingehender Prüfung gefällt. Es handle sich um eine schlichte, ruhig wirkende Brücke mit konstanter Trägerhöhe. Die Brücke wird von Stetter Seite spitzwinklig über 100 Meter in drei Feldern auf die Gnadenthaler Seite hinüberführen. Dadurch und mit der zurückhaltenden Bauweise wird die ehemalige Klosteranlage gewinnen.

Die beiden Gemeinden können in der Projektkommission Einsitz nehmen. Für die Gnadenthaler Seite werde man eine Temporeduktion verlangen, weil die Linienführung zu raschem Fahren einladen werde, fügt Thomas Peterhans an. Das Projekt gelangt noch vor den Grossen Rat. Die Kosten werden auf 5 Mio. Franken geschätzt. Die Realisierung ist auf 2012/13 vorgesehen. Die Fachwerkbrücke aus Stahl wurde im Jahr 2000 saniert und musste 2005 nach dem Hochwasser repariert werden.

  

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