Dank Köpfchen und Herzblut
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 21.08.2009, über die Entwicklung der Gemeinde Eggenwil
Dank Köpfchen und Herzblut
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 21.08.2009, über die Entwicklung der Gemeinde Eggenwil
© Aargauer Zeitung / MLZ; 21.08.2009; Seite 38
Wohlen
Dank Köpfchen und Herzblut
Eggenwils erstaunlicher Wandel zu einer lebendigen, selbstbewussten Kleingemeinde
Vor rund 15 Jahren ging es bergauf. In den Jahren davor sorgte Eggenwil regelmässig für wenig schmeichelhafte Schlagzeilen. Streitigkeiten im Gemeinderat, die chronische Finanzschwäche der Gemeinde, ein hoher Steuerfuss von 126 Prozent und die bei 600 Dorfbewohnern stagnierende Einwohnerzahl verhiessen wenig Gutes. Träg und trist dümpelte Eggenwil vor sich hin. Wäre die Kleingemeinde heute in der damaligen Verfassung, müsste sie augenblicklich mit der Nachbargemeinde Bremgarten fusioniert werden.
Heute vermittelt Eggenwil ein weitaus vorteilhafteres Bild. Die Einwohnerzahl beträgt jetzt 850, die Gemeindefinanzen sind gesund, der Steueurfuss liegt bei erträglichen 98 Prozentpunkten. Das Dorf lebt, gedeiht und entwickelt sich erfreulich. Zu 90 Prozent sind die Bauzonen nun ausgeschöpft. In Bälde wird eine Ausweitung des Baugebiets zum Thema. Das langfristige Ziel der Reusstalgemeinde ist ein qualitatives Wachstum mit maximal 1200 Einwohnern.
Selbstbewusst geht die erstarkte Kleingemeinde politisch ihren eigenen Weg. Dies durchaus im Bewusstsein, dass es auch eine gehörige Portion regionale Zusammenarbeit braucht. Starke Zeichen der Eggenwiler Selbstständigkeit sind die Vergrösserung des Gemeindehauses vor zwei Jahren, das Beibehalten der Dorffeuerwehr, der Verzicht auf die Auslagerung des Steueramtes oder der neue Dorfplatz. Eggenwil hat sich mit Köpfchen und Herzblut aus dem Sumpf gezogen. Gründe dafür gibt es mehrere. Ein Grund ist bestimmt die sehr gut funktionierende Verwaltung, ein anderer die Umsicht des Gemeinderats. Sein Credo «politische Eigenständigkeit trägt viel zur Lebensqualität bei» findet bei den Dorfbewohnern starken Rückhalt. Auch wenn in der Kleingemeinde nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen herrscht: Der frühere «schlechte Dorfgeist» ist längst vertrieben. Er hat einem ausgeprägten Gemeinschaftssinn Platz gemacht. Ein erstaunlicher Wandel. (sl)