Hallimasch und Steinpilze
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 29.09.2009, über den Waldumgang am letzten Samstag mit der Pilzkontrolleurin Pamela Roesch
Hallimasch und Steinpilze
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 29.09.2009, über den Waldumgang am letzten Samstag mit der Pilzkontrolleurin Pamela Roesch
© Bremgarter Bezirks-Anzeiger; Ausgabe 77 (29.09.2009)
Hallimasch und Steinpilze
Eggenwil: Waldumgang mit der Pilzkontrolleurin Pamela Roesch
Beim Waldumgang haben für einmal die Pilze die Hauptrolle gespielt. Diese leben in Gemeinschaft mit den Wurzeln von Bäumen und sind deshalb sehr wichtig für deren Wachstum. Ein Höhepunkt war das Anpflanzen von Geburtsbäumen.
Kathrin Aerni
Der Waldumgang findet alle zwei Jahre statt. Dieses Mal haben sich 70 Leute daran beteiligt. «Wir haben mehr erwartet», gestand Fritz Hausherr, Präsident der Forstkommission. Acht von 15 angeschriebenen Kindern der Jahrgänge 2007 bis 2009 haben mit ihren Eltern einen Bergahorn angepflanzt. Auch Bianca Wertli, die am 17. Dezember 2007 auf die Welt kam. Sie half ihrem Vater beim Loch graben und posierte mit ihm fürs Foto. Ihr älteres Geschwisterchen sei vor vier Jahren dabei gewesen, sagte die Mutter. «Wir kommen immer wieder in den Wald, um das Wachstum des Baums, der mittlerweile gleich gross ist wie unser Kind zu begutachten. Wir schätzen diese grosszügige Geste der Gemeinde.»
Das Jahr des Bergahorns
Heuer sei das Jahr des Bergahorns, sagte Fritz Hausherr. Deshalb habe die Gemeinde beschlossen, diesen Baum den Kindern zu schenken. Fritz Hausherr: «Ich hoffe, der Baum schlägt Wurzeln und trotzt dem Wetter.» Gleichzeitig soll der Geburtsbaum zum Nachdenken anregen oder zumindest daran erinnern, dass der Wald der Ursprung und die Quelle für unseren Sauerstoff ist. «Tragt Sorge zum Wald und pflegt und hegt ihn.»
Zu trocken für die Pilze
«Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir so viele Pilze finden werden», sagte Pilzkontrolleurin Pamela Roesch aus Jonen. Denn sie suchte zusammen mit den 70 Eggenwilern beim Waldumgang nach Pilzen. Diese schiessen, wegen des trockenen Sommers nicht gerade aus dem Boden. Trotzdem konnte Roesch einiges aus der Welt der Pilze erzählen. Roesch: «Wir finden in unserer Gegend vor allem Hallimasch, Marronenröhrling, Rotfüsschen, rötende Safranschirmling, Champignons und Stockschwämme, Eierschwämme sowie Steinpilze.» Es gebe auch Heilpilze, insbesondere in der asiatischen Medizin würden diese oft angewendet, um das Immunsystem zu stärken. Trotz der vielen guten Eigenschaften des Pilzes gilt es laut Pamela Roesch zu beachten, dass der Pilz wenig Nährwerte habe und nur ein Nahrungsmittelzusatz sei. Es sei ratsam, alle Pilze zu kochen. In der Praxis handle sie nach dem Grundsatz im Zweifelsfalle einen nicht zu bestimmenden Pilz nie als ein Speisepilz zu bezeichnen.
Roesch benutzt das Mikroskop, wenn sie einen nicht geläufigen Pilz zu bestimmen hat. Doch vorher kann sie anhand der Beschaffenheit, des Zustandes, der Kostprobe und des Geschmacks schon einiges ausschliessen. Die Leute sammelten auf dem Waldumgang vor allem nicht essbare Pilze. --kae