Vernunft und Respekt statt Druck und Anreiz
Nachlese der Mitglieder des Gemeinderates Eggenwil zu der vom Aargauer Stimmvolk am letzten Sonntag abgelehnten Gemeindereform
Vernunft und Respekt statt Druck und Anreiz
Nachlese der Mitglieder des Gemeinderates Eggenwil zu der vom Aargauer Stimmvolk am letzten Sonntag abgelehnten Gemeindereform
Vernunft und Respekt statt Druck und Anreiz
Mehr als zwei Drittel der 229 Aargauer Gemeinden und 11 Bezirke haben die vier Teilvorlagen der Gemeindereform Aargau I (GeRAG I) abgelehnt, dies, obschon fast alle Parteien, der Grosse Rat, die Kantonsregierung und die Medien Zustimmung empfohlen hatten. Selbst die Teilvorlage über die finanziellen Anreize wurde von 70 Prozent der Gemeinden verworfen. Bemerkenswerterweise waren sogar einige Ortschaften darunter, die in Fusionsprozessen stecken und mit GeRAG erkleckliche Anreizzahlungen erhalten hätten.
Aus unserer Sicht lassen sich aus diesen Umständen zwei Haupterkenntnisse ziehen. Erstens: Das Aargauer Volk hat erkannt, dass die angestrebten Massenfusionen von Gemeinden mit einem massiven Demokratieabbau verbunden gewesen wären, gesamthaft aber keine nachhaltigen Spareffekte und Effizienzsteigerungen erzielt hätten, stattdessen jedoch über Jahrhunderte gewachsene, gut funktionierende politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Einheiten zerstört hätten. Zweitens: Die GeRAG-Initianten und -Verfechter täten gut daran, inskünftig die Landgemeinden nicht zu unterschätzen, sondern sie mit Respekt ernst zu nehmen.
Unser Kanton der Regionen und Vielfalt verdient eine bessere Gemeindereform. Was die Aargauer Gemeinden nun brauchen, ist die Besinnung auf zweifellos vorhandene Stärken, weniger Regelungsdichte, mehr Handlungsspielraum, fruchtbare und solidarische Zusammenarbeit untereinander und mit dem Kanton, aber bestimmt keine Massenfusionen ohne jede Not.
Thomas Endres, Gemeindeammann
Fredy Tellenbach, Vizeammann
Susi Egloff, Gemeinderätin
Roger Hausherr, Gemeinderat
Biagio Incollingo, Gemeinderat