Im musikalischen Ausnahmezustand
Artikel Bremgarter Berzirks-Anzeiger, Ausgabe vom 29.05.2009, über den Aargauischen Musiktag in Jonen
Im musikalischen Ausnahmezustand
Artikel Bremgarter Berzirks-Anzeiger, Ausgabe vom 29.05.2009, über den Aargauischen Musiktag in Jonen
© Bremgarter Bezirks-Anzeiger; Ausgabe 42 (29.5.2009)
Im musikalischen Ausnahmezustand
Jonen: Der Aargauische Musiktag und das 100-jährige Bestehen des Musikvereins lockten Tausende Besucher an
André Widmer
Für ein Wochenende war die Kellerämter Gemeinde das Zentrum der kantonalen Blasmusik.
«Die Musikvereine sind Kulturträger. Sie wirken integrierend, gerade in der heutigen Zeit», sagte der Aargauer Landammann Roland Brogli. «Gemeinschaft macht stark», äusserte sich der magistrale Besucher. Er bedauerte fast ein bisschen, dass er seine musikalische Laufbahn nach der Matura an den Nagel gehängt hatte. Dass der höchste Aargauer und auch die Ständerätin Christine Egerszegi am Sonntagnachmittag den Aargauer Musiktag in Jonen beehrten, war das Tüpfelchen auf dem «i» eines wunderbaten Festwochenendes. Auch Nationalrat Lieni Füglistaller mischte sich unter die Prominenten.
Den Auftakt am Freitagabend machten die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Musikvereins Jonen. Durch den Abend führte Kunsthistoriker Karl-Walter Walde. Vereins-, Verbands- und Behördenvertreter beglückwünschten den Jubilar und strichen heraus, dass das hohe Alter des Vereins keine Selbstverständlichkeit sei. «Die Gesellschaft braucht starke Vereine», so der Präsident des Aargauischen Musikverbandes Franz Steger. Grossen Applaus erntete insbesondere das Solo des ehemaligen Präsidenten Hansruedi Ritschard, der mit dem Cornet das Musikstück «Ne partez pas sans moi» zum Besten gab.
Abwechslungsreiches Programm
Auch das Rahmenprogramm wusste zu gefallen. Am Samstag zog das Gratiskonzert der Schlagerpartyband «Knutschfleck» aus Deutschland die Massen an. Das Festzelt war zum Bersten voll. Mehrere Beizli luden die Gäste in lauschiger Atmosphäre zum Verweilen bei Essen und Tranksame ein. Die Kinder konnten sich schminken lassen und sich im Lunapark vergnügen.
Tapfer bei grosser Hitze
Einer der Höhepunkte neben den Vorträgen in den verschiedenen Konzertlokalen war der Paradewettbewerb. An zwei Tagen marschierten die wackeren Musikantinnen und Musikanten bei gleissender Hitze auf der Joner Dorfstrasse vor grossem Publikum.
Aus der Region wussten der Musikverein Eggenwil und aus dem Kelleramt die Lunkhofer zu überzeugen. Sie waren nicht nur musikalisch auf der Höhe, sondern boten mit einer Art konterndem Marsch einer «Evolution» im Fachjargon auch etwas fürs Auge. Den Wettbewerb gewann die Musikgesellschaft Dottikon, welche 116 von 140 möglichen Punktzahlen erreichte.