Malerei ist ihre Muttersprache
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 22.10.2008, über die Eggenwiler Malerin Sandra Schawalder
Malerei ist ihre Muttersprache
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 22.10.2008, über die Eggenwiler Malerin Sandra Schawalder
© AZ-Tabloid / MLZ; 22.10.2008; Seite 6
Wohlen
Malerei ist ihre Muttersprache
Wohlen Ausstellung von Sandra Schawalder und Kurt Brügger in der Galerie Art 4
Susanna Vanek
Die Eggenwilerin Sandra Schawalder hat 2006 den Freiämter Kunstpreis der Galerie Art 4 gewonnen. Ihre abstrakten Werke stellt sie dort jetzt mit Kurt Brügger aus.
Die Malerei sei ihre Muttersprache, sagt Sandra Schawalder von sich selber. Dabei könne sie ihre Gefühle ausdrücken, ohne Worte zu bemühen. Ihre Werke bezeichnet sie als «Farb-Klang-Elemente». In der Tat interessiert sich die Künstlerin nicht für Formen, sondern in erster Linie für das Spiel der Farbe, die sie Schicht für Schicht auf die Leinwand aufträgt. Da und dort schimmert die Untergrundfarbe noch durch, erkennt man unterschiedliche Materialstrukturen. Schawalder arbeitet auch mit Collagen, die sie entweder wieder übermalt oder aber, wie in «Elements 57», als dominierendes Mittelteil im Bild stehen lässt. Einer rationalen Interpretation entziehen sich die Werke konsequent, sie sprechen vielmehr die Gefühle des Betrachtenden an, der sie, je nach Stimmungslage, immer wieder anders sehen kann. Schawalders mitunter auch archaisch oder mystisch wirkenden Bilder sind für den Betrachtenden deshalb auch eine Einladung zu einer Reise ins eigene Ich.
Malatelier für Kinder
Die 38-jährige Künstlerin, die in Eggenwil wohnt und arbeitet, hat ihre Ausbildung an der Kunstakademie Arsa in Aarau absolviert. Seit Jahren betreibt sie ein Malatelier, in dem Kinder malend ihre Gefühle ausdrücken können.
Die mystische Komponente, das Geheimnisvolle, das ihre Werke beinhalten, verbindet Schawalders Kunst mit dem Schaffen von Kurt Brügger aus Magden. Der ehemalige Coiffeur, der seit zehn Jahren nur noch von und für die Kunst lebt, stellt Frauen in das Zentrum seines Schaffens. Dabei ist für ihn nicht die genaue Wiedergabe wichtig, vielmehr geht er bei seinen transparenten, zarten Frauengestalten, die er immer wieder verfremdet, der Frage nach dem Wesen des Weiblichen nach. Die harmonische Farbgebung und die Details, die an die Üppigkeit orientalischer Kunstwerke erinnern, verleihen den Werken einen speziellen Reiz.
Traum erfüllt
Kunst zwischen Tag und Traum nennt Brügger sein Schaffen. Gemalt hat er schon immer, beruflich ging er vorerst aber einen anderen Weg und wurde Hairstylist, zuerst in Basel, später in Magden und Rheinfelden. Vor zehn Jahren erfüllte er sich seinen grossen Traum und machte die Kunst zu seinem Lebensinhalt.
Ausstellung bis 9. November; Öffnungszeiten: Freitag 18 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 14 Uhr.