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Zum Wohl der Natur und der Allgemeinheit

Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 07.11.2008, über das Landschaftsentwicklungsprogramm (LEP)

Zum Wohl der Natur und der Allgemeinheit

Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 07.11.2008, über das Landschaftsentwicklungsprogramm (LEP)

© AZ-Tabloid / MLZ; 07.11.2008; Seite 7

Wohlen

Zum Wohl der Natur und der Allgemeinheit

Widen Landwirte aus der Region sind über zusätzliche ökologische Ausgleichsmassnahmen ins Bild gesetzt worden.

Mehr Ökologie statt Intensivbewirtschaftung: Das Landschaftsentwicklungsprogramm (LEP) ermöglicht Landwirten aus Widen, Berikon, Eggenwil und Künten einen beachtlichen Zusatzverdienst.

Vor einigen Jahren entwarf der Regionalplanungsverband Mutschellen-Reusstal-Kelleramt ein Landschaftsentwicklungsprogramm. Es bezweckt die Aufwertung von Landwirtschaftsflächen und soll in Bälde umgesetzt werden. Das funktioniert nur, wenn Landwirte mitmachen und ihre Wohngemeinden die Aufwertungsmassnahmen der Landwirte mittragen. «Es gilt das Prinzip der Freiwilligkeit, niemand wird zum Mitmachen verknurrt», betonte Viktor Schmid von der kantonalen Abteilung Landwirtschaft an einer Informationsveranstaltung in Widen.

Willige Landwirte werden für den Sondereinsatz zugunsten der der Natur, der Pflanzenvielfalt, der Kleintierwelt und der Allgemeinheit finanziell ansprechend entschädigt. Die Mittel dafür seien beim Kanton Aargau vorhanden, sagte Schmid.

Magerwiesen, Hecken, Brachen

Auf dem Papier stehen den Landwirten viele Möglichkeiten offen, wie sie einen schönen Teil ihres bewirtschafteten Kulturlandes ökologischer nutzen können: Magerwiese, Fromentalwiese, Buntbrachestreifen. Buntbrachefläche, Hecken, Feldgehölze, Gebüschgruppen, Natursteinmauer, Tümpel, Holzhaufen etc. Bei der Auswahl reden die Fachleute des vom Kanton beauftragten Büros Agrofutura mit. Sie machen Vorschläge, was wo Sinn macht. Einigen sich die Landwirte und die Agrofutura-Leute auf geeignete Gestaltungsmassnahmen, wird ein Bewirtschaftungsvertrag abgeschlossen, der sechs Jahre Gültigkeit hat. Im Aargau sind mittlerweile rund 1100 derartige Verträge unterzeichnet worden.

Vernetzung steht im Zentrum

Im Vordergrund der naturnahen Aufwertung von Landwirtschaftsland steht die Vernetzung. Das heisst, in der gleichen Gegend braucht es mehrere Gestaltungsmassnahmen auf einem zusammenhängenden, grösseren Gebiet. Laut Viktor Schmid müssen mindestens drei Landwirte je Gemeinde mitmachen, «damit die angestrebte Vernetzung und Ergänzung erreicht werden kann.» Auch die Gemeinden sind gefordert. Sie müssen jährlich während sechs Jahren einen kleineren Obolus sprechen, damit die örtlichen Landwirte ins naturnahe Bewirtschaftungskonzept einsteigen können. Als Träger und Hauptgeldgeber der Massnahmen zeichnet wie erwähnt der Kanton Aargau.

In Wohlen klappt es

In der Gemeinde Wohlen sind letztes Jahr mehrere naturnahe Bewirtschaftungsverträge abgeschlossen worden. Anfänglich sei die Skepsis unter den Landwirten gross gewesen, berichtete der Landwirt und Wohler Gemeinderat Christian Müller. Nur drei Landwirte hätten mitwirken wollen. Christian Müller: «Schliesslich entschieden sich aber zehn zum Mitmachen und somit rund die Hälfte der Landwirte. Bereut hat es kaum einer, es klappt recht gut.» Was für neue Naturwerte in Wohlen geschaffen und angelegt worden sind, soll den Gemeindebewohnern an einer Flurbegehung im nächsten Jahr gezeigt werden.

Ziel: 48 Hektaren in der Region

Ob das kantonale Aufwertungsprojekt in Berikon, Eggenwil, Künten und Widen greift, wird sich in einigen Monaten zeigen. Das hoch gesteckte Ziel: 5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche dieser Gemeinden während sechs Jahren naturnah bewirtschaften und ökologische Massnahmen realisieren. Die Landwirtschaftsnutzfläche der vier Gemeinden beträgt rund 960 Hektaren; 5 Prozent sind also 48 ha. (sl)

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