Aus der Wiese wird ein Platz
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 21.11.2008, über die Geschäfte der Einwohnergemeindeversammlung vom 21.11.2008
Aus der Wiese wird ein Platz
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 21.11.2008, über die Geschäfte der Einwohnergemeindeversammlung vom 21.11.2008
© Bremgarter Bezirks-Anzeiger; Ausgabe 93 (21.11.2008)
Aus der Wiese wird ein Platz
Eggenwil: Fünf Kreditvorlagen kommen heute an die «Gmeind»
Über Investitionen von brutto 1,518 Millionen Franken hat die «Gmeind» heute Freitag ab 20.15 Uhr in der Mehrzweckhalle zu befinden. Darunter sind auch 395 000 Franken für die Neugestaltung der Wiese bei der Bushaltestelle samt Entsorgungsplatz
Erika Obrist
Jeder in Eggenwil, der das Postauto benützt, kennt die Wiese hinter der Bushaltestelle. Und die meisten benützen sie auch als Abkürzung; die Trampelpfade, die im Laufe der Jahre entstanden sind, zeugen davon.
Nun möchte der Gemeinderat das rund 50 Meter lange und etwa 13 Meter breite Grundstück, die Parzellen 182 und 180, im Dorfkern zwischen Buechstrasse und Kantonsstrasse neu gestalten. Im Kredit von brutto 395 000 Franken ist auch die Sanierung der Altstoffsammelstelle und der Bushaltestelle inbegriffen.
Unterirdische Entsorgungsstelle
Wie andernorts auch, sollen die Container für die Altstoffe an der Buechstrasse in den Boden verlegt werden. Das geplante unterirdische Entsorgungssystem umfasst fünf Container: drei für Altglas, einen für Aluminium und Weiss-/Stahlblech sowie einen für Altöl. Rechts und links der Sammelstelle gibt es je einen Parkplatz.
Als Ersatz des heutigen Personenunterstands der Bushaltestelle soll neu ein gedeckter Warteraum errichtet werden, kombiniert mit einem dahinterliegenden Velounterstand. Voraussichtlich wird der Warteraum mit einer Telefonkabine ausgestattet.
Die Wiese selber soll zu einem Begegnungsplatz umgestaltet werden. Um ihn gegen die Kantonsstrasse hin abzuschirmen, wird das Terrain bei der Personenunterführung rund 1,5 Meter aufgeschüttet; die Pflästerung bis in den Strassenraum hinausgezogen. Die Platzmitte wird besonders gestaltet. Daneben ist ein Brunnen vorgesehen, ebenso sind Sitzbänke eingeplant. Über den neu gestalteten Platz soll auch der Freiämterweg geführt werden.
Deckbelag einbringen
Die Erschliessung des Baugebiets Buech wurde vor drei Jahren offiziell abgeschlossen. Nun soll auf der Buechstrasse, dem Buechweg, der Tobelstrasse sowie auf der Trottengasse der Deckbelag eingebracht werden. Im Abschnitt Verzweigung Buechstrasse/Trottengasse sollen auch in Absprache mit den Anstössern verkehrsberuhigende Massnahmen umgesetzt werden. Insgesamt sind dafür Bruttokosten von 302 000 Franken veranschlagt. Die private Erschliessungsgemeinschaft Buech hat Ende 2005 daran bereits 80 000 Franken bezahlt; die Gemeinde hat dieses Geld als Rückstellung verbucht.
Ebenfalls den Deckbelag einbringen will die Gemeinde auf der Kochsmattstrase. Der Bruttokredit hierfür beläuft sich auf 107 000 Franken.
Unterdorfstrasse und Kugelfang sanieren
Auf der Unterdorfstrasse steht im Abschnitt Kreuzung Unterdorf bis zum Landwirtschaftsbetrieb Guggisberg eine Sanierung an. Im Bruttokredit von 360 000 Franken sind auch der Ersatz der Wasserleitung enthalten sowie der Ersatz des Überflurhydranten. Zudem wird auf einer Länge von etwa 75 Metern eine Kanalisationsleitung eingelegt und an die bestehende Abwasserleitung angeschlossen. Ebenfalls dazu gehört ein neues Trassee für die Elektrizitätsversorgung: Das veraltete Versorgungskabel wird ersetzt und die Liegenschaften neu angeschlossen.
Auf der Schiessanlage heisst es zwar im Jahr 1999 «Ende Feuer», doch das Blei ist immer noch im Erdreich. In der Nähe des Kugelfangs befindet sich eine gefasste Quelle, die eine Liegenschaft mit Trinkwasser versorgt.
Nun beantragt der Gemeinderat einen Kredit von brutto 354 000 Franken für die Totalsanierung des Kugelfangs. Das heisst: Der verseuchte Boden wird ausgehoben und fachgerecht entsorgt. Nach der Sanierung kann der Kugelfang aus dem Kataster der belasteten Standorte gestrichen werden.
Der Voranschlag 2009 basiert auf dem unveränderten Steuerfuss von 98 Prozent. Budgetiert ist ein Ertragsüberschuss von 140 620 Franken. Da Nettoinvestitionen von 1,347 Millionen Franken vorgesehen sind, resultiert voraussichtlich ein Finanzierungsfehlbetrag von 1,11 Millionen Franken. Dieser kann zu rund einem Viertel aus dem vorhandenen Vermögen gedeckt werden.
Die laufende Rechnung der Wasserkasse budgetiert einen Überschuss von 21 490 Franken. Die Investitionsausgaben sind mit 134 000 Franken, die Investitionseinnahmen auf 50 000 Franken veranschlagt.
Die Abwasserbeseitigung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 36 150 Franken. Bei den Investitionen stehen Ausgaben von 109 000 Franken Einnahmen von 162 000 Franken gegenüber.
Beim Abfall wird mit einem Ertragsüberschuss von 940 Franken gerechnet. Wegen der Investitionen in die neue Entsorgungsstelle wird mit einer Schuld per Ende 2009 von rund 36 000 Franken gerechnet.
Der Strompreis steigt - aber fremdverursacht
Die Liberalisierung des Strommarkts wirkt sich auf den Strompreis aus: Dieser steigt an. In Eggenwil um durchschnittlich 15,69 Prozent.
Zieht man alle neuen Zahlungen ab, die zu leisten sind (Einspeisevergütung, Systemdienstleistungen), so beträgt der durchschnittliche Aufschlag für die privaten Haushalte 6,06 Prozent und für die übrigen Bezüger 6,1 Prozent. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass allein die AEW Energie AG, bei der Eggenwil den Strom einkauft, ihre Preise um durchschnittlich 11,26 Prozent erhöht. Die Erhöhung der Tarife in Eggenwil sind also fremdverursacht.
Budgetiert ist in der laufenden Rechnung ein Ertragsüberschuss von 50 360 Franken. Die Nettoinvestitionen sind auf 53 000 Franken veranschlagt.
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Rüüstüfeli
Einsatz zeigt einmal mehr der Eggenwiler Gemeindeschreiber Walter Bürgi. Er hat den Lehrgang Bauverwalter erfolgreich abgeschlossen. Seine Diplomarbeit haben die Experten bereits bewertet - und heute Abend steht sie nochmals auf dem Prüfstand. Er hat nämlich das Projekt für die Neugestaltung der Parzellen 182 und 180 im Dorfkern ausgearbeitet und zur Entscheidungsreife gebracht. Toll, wenn eine Gemeinde derart profitieren kann von der Weiterbildung ihres «Kanzlers».