Jagdaufseher aus Passion
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 23.01.2009, über den Künter Eduard Staubli, der seit 50 Jahren das Jagdrevier Eggenwil als Jagdaufseher betreut
Jagdaufseher aus Passion
Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 23.01.2009, über den Künter Eduard Staubli, der seit 50 Jahren das Jagdrevier Eggenwil als Jagdaufseher betreut
© Bremgarter Bezirks-Anzeiger; Ausgabe 6 (23.1.2009)
Jagdaufseher aus Passion
Künten: Eduard Staubli seit 50 Jahren im Einsatz für Waldtiere und Umwelt
Auch nach einem halben Jahrhundert hat der Künter Eduard Staubli noch immer grosse Freude an seinem Amt als Jagdaufseher. Im von ihm betreuten 600 Hektaren grossen Gebiet, das von Eggenwil bis Widen reicht, hat er verschiedenartige Aufträge auszuführen.
Das Amt übt der 81-Jährige freiwillig aus - für die Öffentlichkeit, aber auch für sich selbst, denn er erfüllt es mit grosser Leidenschaft. Während Tag und Nacht hat er seine Einsätze auszuführen, um Tier und Menschen zu schützen. «Wichtig ist dabei auch ein guter Kontakt zu Pächtern und Gemeinderäten, aber auch zur Bevölkerung», erzählt Staubli.
Im Sommer jeden Abend im Einsatz
Selbstverständlich hat ein guter Jagdhüter auch den Bestand seiner Tiere im Auge zu behalten, erklärt er. Deshalb geht er im Sommer jeden Abend in den Wald.
Die für ihn persönlich bedeutsamste und eindrücklichste Aufgabe ist die Gewährleistung der Sicherheit von Rehkitzen vor der Getreideernte. Dabei durchsucht er die hochgewachsenen Wiesen, bevor die Bauern mähen. «Das Gefühl ist überwältigend, wenn man die Rehbabys findet und ihnen somit das Leben rettet.» Bei solchen Aufgaben wir er gelegentlich auch von einem weiteren Jäger begleitet, der vielleicht dereinst sein Nachfolger werden könnte. Eine andere Arbeit, die er zu erledigen hat, ist Salzlecksäulen für die Wildtiere zu erstellen. Wie die Menschen müssen auch Vierbeiner Salz aufnehmen, dürfen dies aber nicht direkt. Deshalb wird es in Kerben in Baumstämmen eingelagert. Wenn der Regen sich mit dem Salz mischt, wird der Stamm salzig und das Wild kann das Salz über das Holz aufnehmen. Im ganzen Wald stehen etwa 10 bis 12 Salzsäulen.
Natürlich hat Staubli die Verhaltensveränderungen des Wildes in den letzten Jahren gespürt. Die Marder und Füchse kommen häufiger in die Ortschaften, da der Siedlungsdruck zunimmt. Die Wildtiere riechen das Futter von Katzen und Hunden, deren Besitzer stellen die Nahrung fälschlicherweise vor das Haus, anstatt es im Gebäude ihren Lieblingen vorzusetzen. So kommen meist Füchse in der Nacht in die Wohnquartiere und fressen die Schüsseln leer.
Einige Hundehalter sorgen für Probleme
Für die Jagdaufseher sind aber auch viele Hundehalter im Wald ein zusätzliches Problem, weil diese ihre Vierbeiner zwischen den Bäumen frei umherstreunen lassen. Jeder Hund hat schliesslich einen Jagdtrieb. «Einmal sass ich im neuen Hochsitz oberhalb von Eggenwil, als zwei Hundebesitzerinnen vorbeigingen. Ich sprach sie darauf an, warum ihre Hunde nicht an der Leine geführt werden. Doch sie gingen ignorant vorbei», so Staubli.
Verkehrsunfälle mit Wildtieren
Des Weiteren hat Jagdaufseher Staubli auch bei Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Wildtieren auszurücken. Innerhalb eines Jahres zählt er derzeit etwa zehn Vorfälle. --ft
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Anmerkung der Gemeindekanzlei:
Gemeinderat, Forstkommission und die Mitglieder der Jagdgesellschaft Eggenwil danken Jagdaufseher Edi Staubli herzlich für seine äusserst engagierte, pflichtbewusste und kompetente Mitarbeit zum Wohle der Wildtiere, ihrer Lebensräume und der Eggenwiler Bevölkerung. Gleichzeitig wünschen ihm Behörden und Verwaltung weiterhin viel Freude und Genugtuung bei seinen verantwortungsvollen Aufgaben (vgl. dazu auch amtliche Publikation vom 23.01.2009).