Schnellbus ist auf gutem Weg
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 08.04.2008, über das Schnellbus-Projekt nach Zürich
Schnellbus ist auf gutem Weg
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 08.04.2008, über das Schnellbus-Projekt nach Zürich
© AZ-Tabloid / MLZ; 08.04.2008; Seite 5
Wohlen
Ab Mai 2009 direkt nach Zürich?
Kompromiss Die Gemeinden müssen weniger an den Schnellbus nach Zürich Enge bezahlen als angenommen.
Jörg Baumann
Der Schnellbus der BDWM-Transport AG von Bremgarten durch den Üetlibergtunnel nach Zürich-Enge ist auf gutem Weg. Die Gemeindevertreter einigten sich auf die konkrete Linienführung und den Kostenverteiler.
Nach zwei Sitzungsrunden fanden die Vertreter der Gemeinden an der Schnellbuslinie und die Direktionen der BDWM-Transport AG sowie der Postauto Aargau einen tragbaren Kompromiss. Ausgehandelt wurde ein Grundangebot, das später, wenn es erforderlich sein sollte, ausgeweitet werden kann. Gestern konnte BDWM-Direktor Severin Rangosch mitteilen, dass der Schnellbus von Bremgarten durch den Üetlibergtunnel nach Zürich Enge im Mai 2009 den Betrieb aufnehmen könnte, vorausgesetzt, die Gemeindeversammlungen stimmen Mitte 2008 ihren Tranchen an die Betriebskosten zu.
Kosten für Gemeinden gesenkt
Die Linienführung erwies sich in den intensiven Gesprächen mit den Gemeindevertretern nicht als die eigentliche Knacknuss. Denn diese war gegeben. Vorgesehen sind neun Haltestellen, davon drei in Bremgarten und Zufikon und vier in Oberwil-Lieli. Die Krux lag indessen beim Kostenverteiler, der zum Vorteil der direkt interessierten Gemeinden nach unten angepasst werden konnte. Die Bruttogesamtkosten beziffert die BDWM-Transport AG im Versuchsstadium, das zehn Monate lang bis Ende 2010 dauern wird, auf 985 000 Franken. Die Hälfte der Kosten, 493 000 Franken, will die BDWM-Transport AG aus den Billett-Einnahmen erbringen. Ursprünglich war das Transportunternehmen von einem Beitrag von 40 Prozent ausgegangen. In den Gesprächen mit den Gemeinden entschloss sie sich, das Potenzial auszureizen und auf 50 Prozent zu gehen. Der Kanton steuert einen Viertel an die Betriebskosten bei. Die acht Gemeinden an der Schnellbuslinie sollen sich jährlich mit insgesamt 314 000 Franken beteiligen, wobei der höchste Gemeindeanteil heute deutlich unter 100 000 Franken liegt. Detailzahlen wollte BDWM-Direktor Severin Rangosch absichtlich nicht bekannt geben, um die Gemeinden nicht gegeneinander auszuspielen.
Bus fährt nur unter der Woche
Fahren soll der Schnellbus von Montag bis Freitag von 6 Uhr ab Bremgarten bis 20 Uhr ab Zürich Enge, von 6 bis 9 Uhr sowie von 16 bis 20 Uhr im Halbstundentakt und in der übrigen Zeit im Stundentakt. Die Betreiberin verspricht sich jährlich 30 000 Franken aus Werbeeinnahmen. Diese müssen jedoch noch generiert werden, sobald die Gemeindeversammlungen grünes Licht gegeben haben. Dann wird die BDWM-Transport AG beim Bundesamt für Verkehr das Konzessionsgesuch stellen und die Postauto Aargau wird die drei Gelenkbusse beschaffen, das Fahrpersonal rekrutieren sowie bei Sihlcity und bei anderen potenziellen Kunden wegen der Werbeflächen an den Bussen anklopfen. Der Schnellbus wird ebenfalls eine Anpassung der Depotanlagen der BDWM nach sich ziehen, wie Severin Rangosch mitteilte.