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Die Post soll im Dorf bleiben

Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 16.05.2008, über die geplante Integration von Postagentur und Schulsekretariat in die Gemeindeverwaltung

Die Post soll im Dorf bleiben

Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 16.05.2008, über die geplante Integration von Postagentur und Schulsekretariat in die Gemeindeverwaltung

© Bremgarter Bezirks-Anzeiger; Ausgabe 39 (16.05.2008)

Die Post soll im Dorf bleiben
Poststelle Eggenwil: Gemeinderat befürwortet Agenturlösung

Sinkende Kundenfrequenzen und Umsätze: Eine Entwicklung, von der auch die Poststelle Eggenwil betroffen ist. Im Gespräch mit der Gemeindebehörde sucht die Schweizerische Post deshalb seit März 2008 nach einer neuen Lösung.

gk -- Die Poststelle Eggenwil hat unter der Woche drei Stunden täglich geöffnet, am Samstag eineinhalb Stunden. Im Tagesdurchschnitt verzeichnet sie 38 Kundinnen und Kunden, Tendenz sinkend. Auch die Mengen sind grösstenteils rückläufig. So werden heute zum Beispiel im Mittel nur noch 43 Einzahlungen pro Tag erledigt und sieben Pakete aufgegeben. Dieser Trend dürfte weitergehen. Selbst die Zunahme der Bevölkerung bedeutet für eine Dorfpoststelle nicht zwangsläufig eine bessere Nutzung. Denn die Kundengewohnheiten ändern sich.

Weiterhin ein breites Angebot

Gefragt sind somit neue Ideen. Als Alternative zur heutigen Lösung schlägt die Post insbesondere eine Agentur vor, das heisst eine Post in der Gemeindeverwaltung. Das Agenturangebot umfasst praktisch alle Dienstleistungen, die täglich in einer klassischen Poststelle nachgefragt werden. So kann die Kundschaft sowohl Sendungen aufgeben als auch abholen. Für Geldbezüge und bargeldlose Einzahlungen braucht es eine «PostFinance Card». Briefmarken kaufen ist ebenfalls möglich.

Dank der Agentur bleibt die Post weiter vor Ort. Für die Kundschaft gibt es noch mehr Vorteile: deutlich längere Öffnungszeiten, einfache Abläufe und die Kombination mit dem Angebot der Gemeindeverwaltung als Partnerin. Die Post bildet die Mitarbeitenden der Verwaltung für ihre neuen Aufgaben aus und begleitet sie in der Startphase, um eine hohe Qualität zu garantieren.

Bis jetzt haben rund 140 Gemeinden einer solchen Lösung zugestimmt; über 100 Standorte sind bereits umgesetzt. Mit einer Agentur können Post und Partner Synergien nutzen und einen wichtigen Eckpfeiler im Dorfleben stützen.

Lösungsmöglichkeiten geprüft

Der Gemeinderat bedauert zwar den Ersatz der heutigen Poststelle. Das Postpersonal hat der Eggenwiler Bevölkerung während Jahrzehnten stets ausgezeichnete Dienstleistungen erbracht. Aufgrund der eingehenden Prüfung der Lösungsmöglichkeiten erachtet der Gemeinderat die Integration der Postagentur in die Gemeindeverwaltung als die vorteilhafteste Variante für die künftige Postleistung in Eggenwil. Da der Gemeinde ein verhältnismässig starkes Bevölkerungswachstum bevorsteht und bei der Kernverwaltung die Kapazitätsgrenzen für die Bewältigung des Arbeitsvolumens bereits heute erreicht oder teilweise überschritten sind, kann die Postagentur jedoch nicht ohne entsprechende personelle Aufstockung übernommen werden.

In diesem Zusammenhang ebenfalls von Bedeutung ist der Umstand, dass die Schulsekretärin, die ihre Aufgaben bislang in einem Teilpensum zu Hause erledigte, kürzlich gekündigt hat. Es besteht nun die Absicht, auch das Schulsekretariat in die Gemeindeverwaltung zu integrieren, um ebenso in diesem Aufgabenbereich – eingebettet in bestehende Strukturen – Synergien zu nutzen und die Effizienz zu steigern.

Aufteilung der Pensen bei Integration in Verwaltung

Folglich hat der Gemeinderat die Schaffung einer zusätzlichen Stelle mit einem Arbeitspensum von 50 Prozent erwogen. Aufgrund der heutigen und zu erwartenden Schalterfrequenzen, in Anbetracht der prognostizierten Postdienstleistungen sowie aufgrund der Aufgaben des Schulsekretariats dürfte sich etwa folgende Pensenaufteilung ergeben: zirka 25 Prozent zugunsten der Postagentur, etwa 15 Prozent zugunsten des Schulsekretariats und um die 10 Prozent zugunsten des Schalterdienstes der Gemeindeverwaltung. Je nach Arbeitsanfall bei den drei Aufgabengebieten wären flexible Verschiebungen der Pensenanteile innerhalb der Halbtagsstelle möglich.

Der Gemeinderat wird der Gemeindeversammlung vom 13. Juni die dargelegte Lösung vorschlagen und die Genehmigung des Stellenplans mit einer zusätzlichen Stelle «Verwaltungsangestellte/ r» mit einem Pensum von 50 Prozent beantragen. Ein Vertreter der Schweizerischen Post wird der Versammlung das Agenturmodell im Detail vorstellen.

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