Die Post zügelt ins Gemeindehaus
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 16.06.2008, über die Beschlüsse der Einwohnergemeindeversammlung vom 13.06.2008
Die Post zügelt ins Gemeindehaus
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 16.06.2008, über die Beschlüsse der Einwohnergemeindeversammlung vom 13.06.2008
© AZ-Tabloid / MLZ; 16.06.2008; Seite 5
Wohlen
Die Post zügelt ins Gemeindehaus
Eggenwil Gemeindeversammlung spricht sich klar für eine Postagentur in der Gemeindeverwaltung aus.
Lukas Schumacher
Eggenwil verliert zwar die Poststelle, erhält aber eine Postagentur. Am 1. September wird die Agentur in der Gemeindeverwaltung eröffnet. Die neue Postlösung kam an der Gemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle deutlich durch.
56 Ja zu 4 Nein. Mit diesem klaren Abstimmungsresultat genehmigten die Dorfbewohner den Einbezug der Post in die Gemeindeverwaltung. Eine weitsichtige Regelung und obendrein eine dreifache. Denn nebst der Post wird per 1. September auch das Schulsekretariat in die Gemeindeverwaltung integriert, zudem wird das Team der Gemeindeverwaltung entlastet. Die neue Verwaltungsstelle umfasst ein Arbeitspensum von 50 Prozent, davon rund 25 Prozent für die Führung der Postagentur, 15 Prozent fürs Schulsekretariat und die restlichen 10 Prozent für den Schalterdienst der Verwaltung.
Frequenz und Umsatz zu gering
Die Poststelle Eggenwil wird aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Sowohl die Kundenfrequenz mit durchschnittlich 38 Personen pro Tag als auch der Umsatz der Poststelle liessen zu wünschen übrig, erläuterten Gemeinderat Roger Hausherr und Postfachmann Urs Krattiger an der Versammlung. Hauptvorteil der Postagenturlösung in der Gemeindeverwaltung sind die längeren Öffnungszeiten. 30 Stunden wöchentlich wird die Postagentur zugänglich sein, während es die Poststelle Eggenwil aktuell bloss auf eine Wochenöffnungszeit von 16 Stunden und 30 Minuten bringt.
Überdies ist die neue 50-Prozent-Kombistelle preiswert. Laut Gemeindebehörde betragen die jährlichen Mehrkosten unter dem Strich nur rund 20 000 Franken. Wie die anderen gut 100 Postagenturen der Schweiz, die bis jetzt in Betrieb sind, wird auch die Agentur Eggenwil mit Bedienungsmodulen bestückt. Hier kann man Briefe und Pakete aufgeben sowie per Postcard Einzahlungen machen und Geld abheben.
Schnellbus, Verabschiedungen
Bei 55 Ja und ohne Gegenstimme kam das Schnellbusprojekt Bremgarten - Zürich Enge durch, dessen zweijährige Versuchsphase Eggenwil mit jährlich 5000 Franken unterstützt. Mit 57 zu 0 passierte die Kreditabrechnung zur Gemeindehauserweiterung; die Vergrösserung und Verschönerung des Gemeindehauses kostete 846 300 Franken und somit knapp 4000 Franken weniger als der budgetierte, bewilligte Baukredit. Unbestritten war auch die gute Verwaltungsrechnung 2007.
Fünf Personen sind mit Applaus und einem Geschenk verabschiedet worden. So Gerda Fischer, die nach knapp fünf Jahren Mitarbeit in der Schulpflege zurücktrat, sowie Brigitte Meyer Stengele, die nach drei Jahren in der Finanzkommission ebenfalls demissioniert hat. Kurz geehrt und verabschiedet wurden auch die drei Postfrauen Doris Wernli, Heidi Altschul und Marie-Theres Hausherr. Ihr Engagement für die Poststelle und die Dorfbewohner wurde herzlich verdankt.
Der «Wintergmeind» wird eine Vorlage über die Sanierung des Kugelfanggeländes der einstigen Schiessanlage vorgelegt. Und im Zusammenhang mit der Erneuerung der Heizungsanlage im Schulhaus wird abgeklärt, ob ein Nahwärmeverbund eingerichtet werden kann. 21 Besitzer von Privatliegenschaften sind an einem Verbund interessiert.
Totomat in Betrieb
Ganz ohne Euro-Fussball ging die Gemeindeversammlung Eggenwil nicht über die Bühne. Per SMS informierte Nadja Bürgi, die Ehefrau des Gemeindeschreibers, die Versammlung über den Zwischenstand des spannenden Spiels Holland gegen Frankreich. Ein kleiner, feiner Service.