«So weit läuft keiner zur Bahn»
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 26.11.2007, über die Verlegung der Bahnhaltestelle Heinrüti
«So weit läuft keiner zur Bahn»
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 26.11.2007, über die Verlegung der Bahnhaltestelle Heinrüti
© AZ-Tabloid / MLZ; 26.11.2007; Seite 2
Wohlen
«So weit läuft keiner zur Bahn»
Widen-Heinrüti Neun Millionen Franken für die Züglete einer Bahnhaltestelle
Das war die Haltestelle der Eggenwiler, unterhalb des Heinrütiranks, als man - 1902 - die Bremgarten-Dietikon-Bahn in Betrieb nahm. Heute ist sie am falschen Ort und wird konsequenterweise um ein paar hundert Meter gezügelt.
Tatsächlich liegt die bisherige Haltestelle Heinrüti genau auf der Höhe der alten Eggenwilerstrasse, die etwas unterhalb des Restaurants gleichen Namens auf der Höhe der hinteren Heinrüti bis nach Eggenwil Oberdorf führt, ebenaus. Von Eggenwil her dauerts gut zwanzig Minuten, abwärts eine Zigarrenlänge. Doch wer läuft heute schon 20 Minuten lang zu einer Bahn- oder zur Tramhaltestelle? Severin Rangosch, Direktor der Bremgarten-Dietikon-Transport AG, weiss: «Niemand.»
Konsequenterweise wird also diese Haltestelle näher an die heutige tatsächliche Besiedlung, ans Wohnquartier, gezügelt. Das war in diesem Falle aber keineswegs einfach. Nur schon die Landverhandlungen zogen sich über Jahre hin, denn im Innenraum der Kurve wird Landwirtschaft betrieben, sind wenige Wohnungen, im ehemaligen «Milchhüsli» ein Künstleratelier.
Und weil gemäss Bundesbeschluss Schiene und Strasse zu trennen und alle Niveau-Bahnübergänge zu schliessen sind, mahlen auch die Bundesmühlen langsam mit. Das schlägt sich immerhin im Subventionierungssatz positiv nieder.
Die Neuanlage der Bahnhaltestelle Widen-Heinrüti wird satte neun Millionen Franken kosten. Zu bedenken ist dabei aber, dass oben am Rande des Wider Wohnquartiers der Pflanzerbach-Durchlass massiv verlängert werden muss, damit die neuen Geleise weiter weg von der Mutschellenstrasse Platz finden. Platz braucht auch das Perron. Ausserdem gibt es oben und unten Personenunterführungen, von unten eine mähdreschertaugliche Betonunterführung, innen im Gelände neue Gehwege und Parkplätze.