Navigieren in Eggenwil

Solo-Lauf der Feuerwehr bestätigt

Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 04.12.2007, über den Erhalt der Eigenständigkeit der Feuerwehr Eggenwil und die übrigen Beschlüsse der Gemeindeversammlung vom 30.11.2007

Solo-Lauf der Feuerwehr bestätigt

Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 04.12.2007, über den Erhalt der Eigenständigkeit der Feuerwehr Eggenwil und die übrigen Beschlüsse der Gemeindeversammlung vom 30.11.2007

© AZ-Tabloid / MLZ; 04.12.2007; Seite 7

Wohlen

Solo-Lauf der Feuerwehr bestätigt

Eggenwil Dorffeuerwehr: Eigenständigkeit statt Zusammenschluss mit der Feuerwehr Bremgarten-Hermetschwil

Lukas Schumacher

Die Feuerwehr der kleinen, rund 800 Einwohner zählenden Reusstalgemeinde Eggenwil bleibt an der Spritze. Mit 77 Ja und ohne Gegenstimme stärkten die Dorfbewohner ihrer Ortsfeuerwehr den Rücken.

Von aussen betrachtet, scheint der Fall klar. Was soll ein selbstständiges Feuerwehrkorps in einer Kleingemeinde, wenn im Nachbarort eine regionale Löschorganisation, die gut ausgerüstete Feuerwehr Bremgarten-Hermetschwil, zur Verfügung steht? Aus diesem Blickwinkel liegt eine Fusion auf der Hand, nicht zuletzt aus finanziellen Gründen.

Jährlich 60 000 Franken mehr

Denn die Kosten sprechen eine klare Sprache: Ein Alleingang in den nächsten zehn Jahren kostet die Gemeinde Eggenwil jährlich rund 60 000 Franken mehr als bei einer Fusion mit Bremgarten-Hermetschwil. In diesem Betrag enthalten sind sowohl die jährlichen Betriebsmehrkosten als auch die vorgesehenen Investitionskosten der Dorffeuerwehr für die nächsten zehn Jahre.

Die geplanten Investitionen der Ortsfeuerwehr Eggenwil schlagen mit rund 400 000 Franken zünftig zu Buche. In den 400 000 Franken nicht berücksichtig sind die kantonalen Subventionszahlungen durch das Aargauische Versicherungsamt (AVA). Fixiert sind die genauen Subventionssätze noch nicht. Unter dem Strich ist mit AVA-Beitragszahlungen von gesamthaft rund 20 000 bis 100 000 Franken zu rechnen, was die Investitionskosten der Gemeinde Eggenwil entsprechend verbilligt. Die Finanzen sind die eine Seite, die andere sind Sicherheit und Dienstleistungen. «In dieser Beziehung hat unsere eigenständige Ortsfeuerwehr die Nase klar vorn», erläuterte Gemeindeammann Thomas Endres an der Gemeindeversammlung.

Rationell und schnell

Ein Bericht der Feuerwehrkommission, den die Gemeindebehörde voll unterstützt, gipfelt in der Aussage: «Bei einem Brand oder einem anderen Schadenereignis in Eggenwil ist die Ortsfeuerwehr deutlich schneller auf dem Schadenplatz als die fusionierte Feuerwehr mit Standort Bremgarten. Und somit unter Umständen entscheidend früher. Das kann sich vorteilhaft auf die Schadenbilanz auswirken.»

Wie gut Eggenwil mit der Ortsfeuerwehr bedient sei, habe sich bei den Überschwemmungen im Juni und August dieses Jahres gezeigt, sagte Endres. «In kurzer Zeit nach der Alarmierung standen jeweils mehr als zwanzig Leute der Ortsfeuerwehr im Einsatz. Sie realisierten zum einen Wasserabwehrmassnahmen, gemeinsam mit dem Bauamt, und pumpten zum anderen Keller und Wohnräume aus.» Diesen prompten Service im Dorf hätte die Regionalfeuerwehr nicht bieten können, zumal sie in Bremgarten Wassereinsätze zu verrichten hatte.

Einhelliges Ja

Mit 77 Ja und ohne Gegenstimme festigte die Gemeindeversammlung Eggenwil die Eigenständigkeit der Feuerwehr, die noch mindestens zehn Jahre anhalten soll. Gleichzeitig genehmigte die Versammlung ein Investitionspaket zu Kosten von 320 000 Franken. Das Paket betrifft die Erweiterung und Renovation des Feuerwehrlokals, den Kauf eines Pikettfahrzeugs sowie die Revision des Kleintanklöschfahrzeugs.

Weil Eggenwil wächst, wird die Dorffeuerwehr bald von der Grössenklasse 1 in die Grössenklasse 2 aufsteigen. Statt 41 Angehörige braucht die Ortsfeuerwehr dann 54 Leute.

Drei Verabschiedungen

Die Gemeindeversammlung verabschiedete und beschenkte Gemeindehaus-Raumpflegerin Heidi Leuenberger, die nach 17 Jahren in den Ruhestand tritt. Auch Schulpflegepräsidentin Margrit Hunziker sowie die kaufmännische Angestellte Albana Pnishi wurden stilvoll verabschiedet. Den Steuerfuss senkte man von 102 auf 98 Prozent. Unbestritten waren die Einbürgerung von Gianpiero Pascali und dessen beiden minderjährigen Kinder, die neue Holzschnitzel/Pellets-Heizungsanlage und die APK-Vorlage. (sl)

  

zur Liste