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«Mir wird warm ums Herz»

Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 18.12.2007, über die Eröffnung des ersten Teils der Folgemassnahmen N20/N4 Mutschellen, die Umfahrung Zufikon und die neue Sädelstrasse

«Mir wird warm ums Herz»

Artikel Bremgarter Bezirks-Anzeiger, Ausgabe vom 18.12.2007, über die Eröffnung des ersten Teils der Folgemassnahmen N20/N4 Mutschellen, die Umfahrung Zufikon und die neue Sädelstrasse

© Bremgarter Bezirks-Anzeiger; Ausgabe 100 (18.12.2007)

«Mir wird warm ums Herz»

26 Jahre nach Planungsbeginn wurde gestern die Umfahrung Zufikon und die neue Sädelstrasse eröffnet

Drei Jahre nach dem Spatenstich wurde gestern der erste Teil der Folgemassnahmen N20/N4 Mutschellen, die Umfahrung Zufikon und die Sädelstrasse, dem Verkehr übergeben. Der Tunnel Lieli folgt im nächsten Frühjahr.

Erika Obrist

Nasskalt war es, als am 3. Dezember 2004 der Spatenstich für die Folgemassnahmen N20/N4 im Zufikerrank erfolgte. Mit Regierungsrat Peter Beyeler. Kalt war es auch gestern, als Beyeler nach dreijähriger Bauzeit das Teilstück zwischen Zufikon und Berikon dem Verkehr übergab. Er freue sich schon auf die Einweihung des Tunnels in Lieli im nächsten Frühjahr. «Bei wärmerem Wetter hoffentlich, sonst komme ich nicht mehr», scherzte der Baudirektor.

Schön in die Landschaft eingebettet

«Mir wird warm ums Herz», hatte Beyeler eingangs der Eröffnungsfeier gesagt. Warm, weil die Neubauten, das Viadukt im Zufikerrank und die neu erstellte Sädelstrasse, so schön in die Landschaft eingebettet sind.

Die neue Verkehrsachse sei wichtig für die Region: Als Zubringer zur Autobahn wie auch für den lokalen Verkehr. «Solche Achsen sind der Motor der Wirtschaft.» Die Automobilisten würden den kurzen Weg zum Autobahnanschluss rasch entdecken. «Der Verkehr wird kommen, verlassen Sie sich darauf.» Wichtig sei die Sädelstrasse auch für den Erhalt der attraktiven Wohnregion Mutschellen. «Es ist eine Achse für die Aargauer, die nach Zürich zur Arbeit fahren, und für Zürcher, die in den Aargau umziehen.»

Beyeler blickte auf die Planungszeit zurück, die in den 1980er-Jahren begonnen hatte, und bemängelte die lange Zeitdauer, bis ein Vorhaben umgesetzt werden kann. «Das muss sich ändern.» Dafür freute er sich über die kurze Bauzeit von drei Jahren.

Die Verkehrsfläche im Zufikerrank war «die grösste Knacknuss» der Folgemassnahmen N20/N4 am Mutschellen. Daran erinnerte Zufikons Gemeindeammann Jürg Attinger bei der Eröffnung des Stücks zwischen Zufikon und Berikon.

Es war ein Freudentag gestern im Zufikerrank. Delegationen der Gemeinderäte von Bremgarten, Berikon, Oberwil-Lieli und Zufikon hatten sich eingefunden zur Eröffnung der Umfahrung Zufikon. Regierungsrat Peter Beyeler, Kantonsingenieur Urs Schuler, der Projektverantwortliche Werner Kaufmann, Ingenieure, Bauarbeiter, Nachbarn und Neugierige. Sie wollten unter anderem wissen, wer als Erster über den neuen Autobahnzubringer in Richtung Birmensdorf und Zürcher Westumfahrung unterwegs sein wird. Kurt Enderli aus Oberwil-Lieli war es; er wurde von Regierungsrat Beyeler persönlich begrüsst und beglückwünscht.

«Oberwil-Lieli roch den Braten»

Zufikons Gemeindeammann Jürg Attinger blickte auf die nicht immer gradlinig verlaufene Planung zurück. An der Gemeindeversammlung vom 25. Juni 1981 hatte alles begonnen. Damals genehmigte der Souverän einen Kredit von 100 000 Franken für die Ausarbeitung eines Bauprojekts «Kurzverbindung Zufikerrank-Sädel». Allerdings wurde der Beschluss an einer Referendumsabstimmung umgestossen.

Nun hat Zufikon diese Kurzverbindung doch erhalten: gratis und franko. Bezahlt haben sie der Bund (84 Prozent) und der Kanton Aargau (16 Prozent). Der Bund hatte nämlich 1988 das Projekt Westumfahrung N20/N4 und den Uetlibergtunnel genehmigt. «Oberwil-Lieli roch den Braten und wurde aktiv, da mit einer starken Zunahme des Verkehrs durch ihr Dorf zu rechnen war.» Auch Zufikon wäre davon betroffen gewesen, blickte Attinger zurück.

Das Dorf rückt näher zusammen

1991 schliesslich erhielt der Aargauer Regierungsrat den Auftrag, die Planung der Folgemassnahmen N20/N4 in der Region Mutschellen an die Hand zu nehmen. Lange wurde um die Linienführung der Sädelstrasse gerungen, die Verkehrsanbindung von der Mutschellenstrasse im Zufikerrank war «die grösste Knacknuss», wie es Attinger ausdrückte. Schliesslich wurde die Variante mit dem Viadukt für die Bahn und die Bergspur der Mutschellenstrasse und dem darunterliegenden Kreisel gebaut.

«Mit dieser Lösung rückt die Gemeinde zusammen», sagte Attinger. Die Bevölkerung des Hammerguts könne nun direkt ins Zentrum der Gemeinde fahren. «Und Zufikon liegt jetzt quasi mitten in der Schweiz», fuhr er fort. In wenigen Minuten seien sie dank der neuen Sädelstrasse auf der N20/N4 und dem Uetlibergtunnel, die es ihnen ermöglichen, alle Grenzen der Nachbarländer auf der Autobahn zu erreichen. Zum Schluss verriet Attinger, was der Ausdruck «Sädel» früher bedeutet hat: Er stand für Hühnerleiter. «Eine Hühnerleiter ist die Sädelstrasse nun nicht mehr».

  

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