Rauch über der alten «Papieri»
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 31.05.2007, über die gemeinsame Alarmübung der Feuerwehren Zufikon, Bremgarten-Hermetschwil und Eggenwil
Rauch über der alten «Papieri»
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 31.05.2007, über die gemeinsame Alarmübung der Feuerwehren Zufikon, Bremgarten-Hermetschwil und Eggenwil
© AZ-Tabloid / MLZ; 31.05.2007; Seite 5
Wohlen
Rauch über der alten «Papieri»
Bremgarten Für eine Alarmübung wurden auch die Nachbarfeuerwehren aufgeboten.
Vincenz Brunner
Mit einer Alarmübung auf dem Areal der alten Papierfabrik übten die Feuerwehren Zufikon, Bremgarten-Hermetschwil und Eggenwil ihre Zusammenarbeit. Das erwartete Chaos hielt sich in Grenzen.
Normalerweise übt jede Feuerwehr einmal pro Jahr den Ernstfall. Nur der Kommandant und sein Stellvertreter wissen im Vorfeld, dass es sich um eine Übung handelt. Selten aber wird eine derart grosse Übung inszeniert, an der drei Feuerwehren oder zirka 130 Feuerwehrleute beteiligt sind. In der alten Papierfabrik waren gleich mehrere Brandherde zu löschen. Die zuerst alarmierte Feuerwehr des Reussstädtchens war nach wenigen Minuten mit ihren ersten Männern vor Ort, die atemlos realisierten, dass es sich (nur) um eine Übung handelte. Dennoch zeigten die Übungsteilnehmer eine grosse Motivation, wenngleich einige von ihrem wohlverdienten Nachtessen aufgeschreckt worden sind.
Nach zehn Minuten waren bereits ein Offizier, das Tanklöschfahrzeug und weitere zehn Mann an Ort. Sie fanden einen «Brand» auf dem ersten Boden und sechs zu rettende Opfer im dritten Stockwerk. Als sie bemerkten, dass es im hinteren Teil des Gebäudes ebenfalls «brannte», ausgelöst durch einen Brandstifter oder durch Funkenflug, alarmierten sie die Feuerwehren von Zufikon und Eggenwil.
Zufiker ein bisschen schneller
Die Zufiker Feuerwehr hatte, wie aufgrund des kürzeren Anfahrtsweges zu erwarten war, die Nase vorn und traf, wenn auch nur wenige Sekunden, vor den Eggenwilern ein. Derweil wurden im vorderen Teil der alten Papierfabrik die ersten Rettungen vorgenommen und der Schnellangriff auf den Brandherd vorbereitet. Opfer Melanie (10) fühlte sich in sicheren Händen: «Es war lustig, gerettet zu werden. Mein Vater war auch bei der Übung mit dabei, deshalb hatte ich keine Angst.» Auch im hinteren Teil der Papierfabrik mussten Menschen gerettet werden, je zwei von den Eggenwilern und den Zufikern.
Die Zusammenarbeit, das Hauptziel dieser Übung, geriet besser als erwartet. Roger Hausherr, Kommandant der Feuerwehr Eggenwil, erwartete vor der Übung ein Chaos: «Ziel ist es, Lehren für den nächsten Einsatz zu ziehen und die Kommunikation zu üben.» An der Schlussbesprechung sah Reinhard Egger, Kommandant der Bremgarter Feuerwehr, die Ziele erreicht. Die Motivation und der Einsatzwille seien gross gewesen, obwohl es (nur) eine Übung war; die einzelnen Feuerwehren hätten sehr gut gearbeitet, wenn auch ein paar wenige ihre persönliche Sicherheit im Einsatz vernachlässigten. Die erwarteten Kommunikationsprobleme hielten sich in Grenzen, bei den Funkkanälen gab es gewisse Verwirrungen.