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Amtliche Publikation vom 22.09.2006

Kündigung von Anita Stesel als Sachbearbeiterin Steuern; Reorganisation der Gemeindeverwaltung; Projekt "Erweiterung und Renovation Gemeindehaus"

Amtliche Publikation vom 22.09.2006

Kündigung von Anita Stesel als Sachbearbeiterin Steuern; Reorganisation der Gemeindeverwaltung; Projekt "Erweiterung und Renovation Gemeindehaus"

Anita Stesel verlässt die Gemeindeverwaltung

Anita Stesel hat ihre Stelle als Sachbearbeiterin Steuern mit einem Pensum von 20 Prozent per Ende September gekündigt. Der Gemeinderat bedauert ihren Weggang sehr. Gleichzeitig hat er Verständnis dafür, dass sie aus familiären Gründen in absehbarer Zeit kein grösseres Arbeitspensum übernehmen kann und deshalb eine entsprechende Teilzeitstelle in einer anderen aargauischen Gemeinde angenommen hat. Gemeinderat und Verwaltung danken Anita Stesel herzlich für die stets pflichtbewusste und äusserst kompetente Mitarbeit und wünschen ihr und ihrer Familie für die Zukunft alles Gute.

Gemeindeverwaltung wird weiter reorganisiert

Die Gemeindeverwaltung als administrativ-operative Ebene der Gemeindeorganisation Eggenwil besteht hauptsächlich aus den Abteilungen Arbeitsamt, Bauverwaltung, Bestattungsamt, Einwohnerkontrolle, Finanzverwaltung, Gemeindekanzlei, Gemeindezweigstelle der Sozialversicherungsanstalt, Sozialamt und Steueramt. Zur Verwaltung gehören auch die gemeindeeigenen und unabhängig geführten technischen Betriebe beziehungsweise Bereiche wie Bauamt, Schulanlage, Abfallbewirtschaftung, Abwasserbeseitigung (eigene Kläranlage), Elektrizitätsversorgung (eigenes Stromnetz), Friedhof und Wasserversorgung (eigene Reservoire, Pumpwerke und übrige Versorgungsanlagen). Damit verfügt die Gemeinde über eine ausgeprägte, für ihre Grösse atypische Autonomie.

Darüber hinaus hat die Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden seit langer Zeit Tradition und gehört zu den wichtigen Instrumenten, um grössere Aufgaben überhaupt bewältigen zu können (Polizei, Zivilschutzorganisation, Oberstufenschule, Spitex, Jugend- und Familienberatung, Altersheime, Forstbetrieb etc.). Ebenso pflegt die Gemeinde Eggenwil seit jeher Kooperationen mit der Stadt Bremgarten, um der Bevölkerung bespielsweise ein Schwimmbad oder eine Bibliothek zu günstigen Konditionen anbieten zu können.

Die der Gemeindeverwaltung übertragenen Aufgaben werden gegenwärtig mit einem Stellenpensum von 220 Prozent (ohne Lernende) bei der eigentlichen Verwaltung/Kanzlei sowie einem Pensum von 200 Prozent bei den technischen Betrieben/Diensten erfüllt. Während über 14 Jahre, von 1991 bis 2005, blieb das Pensum der Verwaltung/Kanzlei unverändert. Anfang Juli 2005 wurde dieser Bereich um 20 Stellenprozent aufgestockt (Unterstützung Steueramt). Im technischen Bereich (inklusive Schulhausabwart) lag das Stellenpensum bis 1995 bei 150 Prozent. Dieses wurde sodann um 20 Prozent und schliesslich im Rahmen einer Reorganisation per April 2004 auf zwei Vollzeitstellen angehoben.

Seit dem Bezug des Gemeindehauses im März 1987, also im Laufe der vergangenen 20 Jahre, ist die Bevölkerungszahl um rund 220 Personen auf heute 760 Einwohner beziehungsweise um knapp 40 Prozent angestiegen. In derselben Zeit erhöhte sich die Anzahl Steuerpflichtiger um rund 150 auf 465 Personen, was einer Zunahme von 45 Prozent entspricht. In Anbetracht der regen Bautätigkeit und der geplanten Realisierung verschiedener weiterer Bauprojekte ist davon auszugehen, dass in Eggenwil Ende 2008 über 900 Einwohner leben werden. In seiner langfristigen Raumplanung rechnet der Rat gegenwärtig mit einer Bevölkerungszunahme auf 1 200 Einwohner bis zum Jahr 2020.

Aber nicht nur die stetig zunehmende Bevölkerungszahl, auch neu hinzugekommene oder arbeitsintensivere Tätigkeitsfelder und die ständig steigende Komplexität der Aufgaben haben die Anforderungen an die Gemeindeverwaltung in quantitativer und qualitativer Hinsicht stark ansteigen lassen. Gemeinderat und Verwaltungsleitung befassen sich daher seit einigen Jahren konkret mit den neuen Führungsmodellen für die öffentliche Verwaltung, welche sowohl die politischen wie auch die administrativen Prozesse, Strukturen und Kulturen miteinbeziehen. Gerade auch für eine kleine Gemeinde wie Eggenwil ist es von entscheidender Bedeutung, dass sie ihre Dienstleistungen kundenorientiert, wirksam und wirtschaftlich erbringt. Daher wurden in der jüngsten Vergangenheit nebst den bisherigen Anpassungen der Aufbauorganisation laufend auch Massnahmen in Bezug auf die Ablauforganisation getroffen.

Die Gemeinde verfügt über ein fähiges, sehr gut ausgebildetes, motiviertes und leistungsfähiges Mitarbeiter-Team, welches in der Lage ist, auch den zukünftigen Anforderungen an die öffentliche Verwaltung gerecht zu werden. Der technische Bereich kann in den nächsten Jahren mit der heutigen Personaldotation bewältigt werden. Im rein administrativen Bereich, das heisst bei der eigentlichen Verwaltung/Kanzlei, sind die Kapazitätsgrenzen für die Bewältigung des Arbeitsvolumens hingegen bereits seit längerer Zeit erreicht. Aus diesem Grund hat der Gemeinderat der letzten Wintergemeindeversammlung die Erweiterung des Stellenplans im administrativen Bereich um 50 auf 250 Stellenprozente beantragt. Die einstimmig genehmigte Stellendotation wurde bislang noch nicht ausgeschöpft.

Der Gemeinderat hat die genannten Entwicklungen, die daraus resultierenden Konsequenzen sowie mögliche Lösungsvarianten intensiv mit der Verwaltung diskutiert. In Abwägung aller Vor- und Nachteile will der Rat an der heutigen Organisation grundsätzlich festhalten. Insbesondere wird eine denkbare Auslagerung des Steueramtes als suboptimal erachtet, weil dadurch der bisher gebotene Service Publique in nicht unwesentlichem Masse abnehmen würde. Nebst weiteren Nachteilen ist festzustellen, dass zwischen den geprüften Varianten "Auslagerung" und "Beibehaltung/Ausbau Steueramt" hinsichtlich der jährlich wiederkehrenden Betriebskosten kaum Unterschiede bestehen. Stattdessen sieht der Gemeinderat vor, per 1. Januar 2007 eine im Steuerwesen sehr gut ausgebildete Fachperson mit einem Pensum von 50 Prozent anzustellen und dieser die Leitung des Steueramtes zu übertragen. Die bisherige Leiterin Finanzen und Steuern Ursula Staubli wird weiterhin die Finanzverwaltung führen, die Stellvertretung im Steueramt sicherstellen und zusätzliche Aufgabenbereiche von Gemeindeschreiber Walter Bürgi übernehmen. Der Gemeinderat ist davon überzeugt, dass mit dieser Lösung die gesamte Verwaltung wirkungsvoll und nachhaltig entlastet und der Kundendienst weiterhin bürgernah, effektiv und effizient erbracht werden kann.

Erweiterung und Renovation des Gemeindehauses geplant

Das Gemeindehaus wurde in den Jahren 1986/1987 für rund 1,3 Millionen Franken erbaut und im März 1987 durch die bis dahin im Schulhaus untergebrachte Verwaltung bezogen. Es handelt sich um ein sehr gefälliges Gebäude, welches sich ausgezeichnet in die Hanglage und die Umgebung eingliedert. Ohne Zweifel war die damals realisierte planerische Idee eines Mehrzweckgebäudes – Verwaltung/Kanzlei und Bauamt unter einem Dach – richtig. Im Untergeschoss wurde das Bauamt, das Archiv, die Haustechnik sowie ein Schutzraum für 23 Personen untergebracht. Die eigentliche Gemeindeverwaltung befindet sich im Erdgeschoss. Dort wurde nebst einem Büro für den Gemeindeschreiber ein grosser Raum mit drei Arbeitsplätzen und ein weiterer Raum für die Sitzungen des Gemeinderates realisiert. Im Obergeschoss wurden ein Abstellraum erstellt sowie drei Räume als Reserve für später benötigte Büroflächen ausgeschieden. Mit der Gestaltung im Gebäudeinnern, insbesondere mit der Galerie und dem grossen Foyer (Schalterraum), wurde eine Atmosphäre geschaffen, welche sich auf die Kunden und die Mitarbeiter der Verwaltung angenehm auswirkt. Die beiden Büroräume im Obergeschoss sind bis heute vermietet. Der Mehrzweckraum steht seit Jahren für kleinere Versammlungen, Vereinsanlässe oder private Nutzungen zur Verfügung.

Das damals realisierte Raumprogramm vermag den sich in der Zwischenzeit stark veränderten Rahmenbedingungen und den künftigen Bedürfnissen nicht mehr in allen Teilen zu genügen. Das Hauptproblem liegt bei den infrastrukturellen Voraussetzungen im Bauamt. So verfügen die beiden Mitarbeiter der technischen Betriebe mit einem Raum von kaum acht Quadratmetern über viel zu wenig Bürofläche, um die auch im technischen Bereich ständig wachsenden administrativen Arbeiten erledigen zu können. Kommt hinzu, dass die in diesem Raum untergebrachten Steuerungsanlagen für verschiedene Gemeindewerke viel Platz in Anspruch nehmen.

Im Weiteren ist im Erdgeschoss zu wenig Raum vorhanden, um das Steueramt sinnvoll unterzubringen. Denkbar wäre, das Amt in den vermieteten Büroräumen im Obergeschoss zu installieren. Diese Lösung birgt aber gewichtige Nachteile in der Ablauforganisation, insbesondere bei einer Führung des Steueramtes im Teilzeitpensum (Stellvertretung, Aktenmanagement etc.). Schliesslich ist das heutige Sitzungszimmer, welches dem Gemeinderat, verschiedenen anderen Behörden und Kommissionen sowie der Verwaltung für Besprechungen dient, zu knapp bemessen. Durch die heutige räumliche Konstellation bestehen zudem keine optimalen Bedingungen im Geschäftsablauf zwischen Gemeinderat und Verwaltung (Aktenmanagement etc.). Schliesslich ist ganz allgemein festzustellen, dass in der gesamten Verwaltung zu wenig Platz vorhanden ist, um die stark anwachsenden Akten, Dokumentationen und Hilfsmitteln sowie die stetig auszubauende technische Infrastruktur wie EDV-Anlage, Fotokopiergerät etc. vernünftig unterzubringen.

Abgesehen von den laufenden kleinen Unterhaltsarbeiten wurde das Gemeindehaus seit seinem Bestehen keiner Renovation unterzogen. Nach der 20-jährigen Betriebszeit drängen sich nun verschiedene innere und äussere Erneuerungsarbeiten auf. So müssen das Gebäude innen und aussen neu gestrichen, die Bodenbeläge ersetzt und teilweise saniert oder das Zufahrtstor zum Bauamt erneuert werden. Hinzu kommen ohnehin notwendige Ergänzungen wie die Montage von Sonnenschutz-Lamellen oder der Einbau einer Alarmanlage.

Aus den genannten Gründen hat der Gemeinderat bereits Anfang 2004 Architekt Rolf Rey, Zufikon, mit der Erarbeitung von Projektstudien beauftragt. Diese wurden in Anbetracht der genannten Entwicklung der Gemeinde wieder an die Hand genommen und weiter bearbeitet. Seit 2004 ist das Vorhaben in der publizierten Finanzplanung enthalten.

Mit der Realisierung des inzwischen vorliegenden Projektes "Erweiterung und Renovation Gemeindehaus" können alle erwähnten Problemstellungen wirksam und nachhaltig, das heisst über die nächsten Jahrzehnte gelöst werden. Das Projekt sieht einen Anbau an der östlichen Fassade über alle drei Geschosse mit einer Gebäude-Grundfläche von rund 70 Quadratmetern vor und bietet damit langfristig das beste Kosten-/Nutzenverhältnis. Im Untergeschoss entsteht ein Büro für das Bauamt sowie ein zusätzlicher Archivraum. Im Erdgeschoss wird ein grösseres Sitzungszimmer samt direkt angrenzendes Büro für den Gemeindeschreiber geschaffen. Im bisherigen Sitzungszimmer wird das Steueramt eingerichtet, sodass alle administrativen Verwaltungszweige auf einem Boden liegen. Das bisherige Büro des Gemeindeschreibers wird durch den Umbau verkleinert und soll neu als EDV- und Kopierraum dienen. Im Obergeschoss entsteht eine zusätzliche attraktive Brutto-Bürofläche von 34 Quadratmetern, welche ebenfalls einstweilen vermietet werden soll und zusammen mit den anderen vermieteten Büros als langfristige Raumreserve dient.

Laut Kostenschätzung des Architekten sowie weiterer Richtofferten ist für die geplante Erweiterung und Renovation des Gemeindehauses mit Gesamtkosten von 850 000 Franken zu rechnen. An diesen Kosten haben sich die Werke Wasser, Abwasser und Elektra als nutzniessende Eigenwirtschaftsbetriebe mit je 60 000 Franken zu beteiligen, sodass der Einwohnergemeinde Investitionskosten von 670 000 Franken entstehen. Das Projekt kann vollumfänglich durch Eigenmittel finanziert werden. Im Weiteren ist das Projekt buchhalterisch bereits abgeschrieben (bisherige vorgezogene Abschreibungen). Der Gemeinderat wird der Einwohnergemeindeversammlung vom 24. November einen entsprechenden Verpflichtungskredit beantragen.

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