Freiämterweg um Spange Ost erweitern
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 13.10.2006, über die Erweiterung des Freiämterweges um die Ostspange
Freiämterweg um Spange Ost erweitern
Artikel Aargauer Zeitung, Ausgabe vom 13.10.2006, über die Erweiterung des Freiämterweges um die Ostspange
© Mittelland Zeitung; 13.10.2006
Tabloid Wohlen
Freiämterweg um Spange Ost erweitern
Freude herrscht Bis spätestens April 2007 wird der bestehende Friämterweg um gut 42 Kilometer auf und über den Mutschellen erweitert.
Hans Rechsteiner
Der «Freiämterweg» - unter der Ägide des Vereins «Erlebnis Freiamt» geboren - ist eine Erfolgsgeschichte. Davon berichten die Gastwirte in den Dörfern, die vielen Sehenswürdigkeiten des Freiamts verzeichnen deutlich mehr Zuspruch. Jetzt kommt die Ostspange über den Mutschellen dazu.
Gehören wir eigentlich nicht zum Freiamt? fragten sich zur Eröffnung des Freiämterwegs von Dietwil im südlichsten Süden des Freiamts nach Othmarsingen im Bezirk Lenzburg die durchaus selbstbewusssten Mutschellen-Gemeinden. Halten «die» uns etwa für Zürcher?
Tatsächlich stand die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinden nördlich der Reuss einer Wegführung durch ihr Gebiet im Wege, wie «der Vater des Freiämterweges», Peter Hägler aus Muri, jetzt offenbart. Finanziert war der erste Teil über 120 Kilometer nämlich mit Bundesgeld, das für die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes auf den Lindenberg floss. Verteiler: halb Bundeskasse, halb Gemeinden. Für die Ostspange aber gelten andere Gesetze. Wegen der Finanzkraft der betroffenen Kommunen am dem Lindenberg gegenüberliegenden Sonnenhang gibts weder Zuschüsse vom Bund noch vom Kanton.
Nur ein Informationsproblem
Jedoch konnte der begeisternde Projektleiter Peter Hägler die Gemeinden von Aristau ins Kelleramt, auf den Mutschellen und via Gnadenthal bis Wohlenschwil und Mägenwil vom Sinn und Zweck des erweiterten Freiämterwegs, nicht zu letzt von dessen touristischem Nutzen, überzeugen. Mit zwei Ausnahmen: Arni zeigte der Idee die kalte Schulter und für Islisberg wars offenbar zu teuer. Dabei hätte man zuoberst den Freiämter- mit dem (Säuli-)Ämtlerweg bis auf den Üetliberg verknüpfen können. Schade.
Archäologie und Kirchen
Der tiefere Sinn des Freiämterwegs ist es, den Wanderer, ob er nun ein Eingeborener, ein Zuzüger oder ein interessierter Tourist sei, neben den unbestritten landschaftlichen Schönheiten auf dem Lindenberg und im Reusstal wie auf dem Hügelzug des Mutschellen - immerhin eine Reusstalgletscher-Moräne - an die wichtigsten Merkpunkte aus der Geschichte heranzuführen. Deshalb kann der Wanderführer, der für die Spange Ost ab April vorliegen wird, nur Stichworte zum besuchten Ort enthalten und halt kein Geschichtsbuch ersetzen. Gluschtig machen auf die Besonderheiten, die am Wegrand liegen, aber können die Broschüren, Karten, Wegweiser, der Faltprospekt, der Freiämterweg-Wanderführer durchaus.
Das Freiamt hat eine Überfülle an hochinteressanten Stätten und Stellen, auf denen sich während der Jahrtausende Geschichte im besten Sinn abgespielt und ereignet hat bis in die jüngste Zeit.
Wer hätte sich denken können, dass der neue Freiämterweg den grössten in der Schweiz bekannten Keltenfriedhof (Hallstattzeit) mit 63 geschützten Grabhügeln im Bärhauwald oberhalb von Unterlunkhofen, Oberwil-Lieli zu, mit den modernen Eulensäulen des in Dietikon lebenden Künstlers Bruno Weber in Widen direkt verbinden würde? Daneben gibt es im damals durchnässten Reusstal und also auf den trockenen Hügeln rundum auch Römerhöfe, und selbstverständlich kommt so ein Kulturwanderweg nicht an den zahlreichen alten Kirchen vorbei, an der Richtstätte Mattenhof ob Berikon, an der Mühle in Rudolfstetten, aber auch an der neoromanischen Kirche Typ Cluny in Wohlenschwil.
Neue Gegebenheiten nimmt der Freiämterweg ausserdem auf: Er führt bis zum Bahnhof Othmarsingen, der halt wegen des aktuellen SBB-Fahrplankonzeptes neben der S-Bahn-Haltestelle Mellingen-Heitersberg für alle Freiämter Gemeinden eine gewisse Bedeutung erhielt.(mz/hre/pbl)
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Die Gemeinde Eggenwil beteiligt sich an diesem Projekt im Rahmen des noch zu genehmigenden Voranschlages 2007 mit einem Kostenanteil von 5 500 Franken (vgl. amtliche Publikation vom 05.05.2006).
Von Norden nach Süden wird der erweiterte Freiämterweg über folgende Gemeinden führen: Mägenwil (Steinbrüche) - Wohlenschwil (Kirchen, Bauernkrieg) - Tägerig (Kirche) - Nesselnbach, Gemeinde Niederwil (Kapelle) - Gnadenthal, Gemeinde Niederwil (Kloster) - Eggenwil (Wanderweg durch das Naturschutzgebiet Foort als Teil des Auenschutzparkes Aargau und Auengebiet von nationaler Bedeutung; Ensemble der Kirche zu St. Laurentius als eine der ältesten Sakralbauten im Freiamt - sicher 1140 - Widen (Kunst am Kreisel) - Rudolfstetten (Gemeindehaus) - Berikon (Kochhaus) - Oberwil-Lieli (Kirchenbezirk) - Unterlunkhofen (grösste Nekropole der Kelten in der Schweiz) - Oberlunkhofen (Kirchenbezirk) - Jonen (Kapelle Jonental/Kirche) - Werd, Gemeinde Rottenschwil (Reussübergang) - Althäusern, Gemeinde Aristau (am Stammweg). (gk)